WNBL: „Ein Fazit ziehe ich erst nach der Saison“
In weniger als einer Woche geht es um den Titel in der WNBL. Unsere Vorschau auf das Finalwochenende in Berlin wollen wir mit den Interviews der Coaches einleiten. Nach Michael Wiegand von den Main Sharks Würzburg, schauen wir heute auf den Kontrahenten aus Hagen und Headcoach Marsha Owusu Gyamfi. Marsha, ziehe ein Fazit zu eurer Saison. Was hat gut funktioniert, welche Entwicklungen hast du wahrgenommen? Ein Fazit ziehe ich nach der Saison. Eure Abgänge im Sommer haben sich in Grenzen gehalten. Des Weiteren konntet ihr euch mit Emma Huppertz und Lana Schlegel verstärken. Inwieweit haben sie euer Team bereichert und sich entwickelt? Unsere Abgänge waren erheblich. Wir haben mit Nina Wisniewski eine hervorragende Pointguard-Spielerin -aus meiner Sicht die beste Passgeberin der letzten Saison, nicht mehr dabei und mit Lilly Färber fehlt eine hervorragende Verteidigerin. Die genannten Grenzen sehe ich folglich nicht. Über aktuelle Spielerinnen spreche ich nicht. Wir haben nicht rekrutiert, sondern zwei Spielerinnen, die nach Hagen wechseln wollten, nach reiflicher Überlegung dazu genommen. Eure Hauptrunde konntet ihr erneut mit 10-0 beenden. Wie hast du die Gruppenkonstellation wahrgenommen auch in Verbindung mit den Abstiegen der Junior Tigers aus Neuss und der Metropolitain Girls? Eine aus meiner Sicht tendenziöse Frage. Das WNBL-Team Phoenix-TSV Hagen 1860 steht in den zwei Jahren der Existenz bei 29 Siegen und 2 Niederlagen, Stand 06. Mai 2026. Zu den anderen Mannschaften aus der Gruppe West äußere ich mich nicht. Für die Gruppenkonstellation ist der Dachverband zuständig, vielleicht auch der WNBL-Ligaausschuss. Im Viertelfinale sah es gegen Stuttgart kurzzeitig so aus, als würde eure Saison zum Ende kommen. Wie hat deine Mannschaft dieses packende Spiel noch drehen können bzw. was hat euch dort ausgezeichnet? Das Stuttgarter Team, bei dem 3 Jugendnationalspielerinnen spielen, wird hervorragend gecoacht und hat eine gute Serie gespielt. Das Team Phoenix-TSV Hagen 1860 hat herausragend gefinished, die Ruhe und das Selbstvertrauen, sowie das Vertrauen ins Team behalten, miteinander und füreinander gespielt, und Big Plays auf beiden Seiten des Feldes gezeigt. Allgemeine Frage – Was sind die Stärken deiner Mannschaft bzw. worauf habt ihr in dieser Saison besonderen Fokus gelegt? Das Team Phoenix-TSV Hagen 1860 ist diszipliniert, belastbar, wettkampfstark, adaptiv, etabliert hervorragendes Rollenverständnis, agiert physisch und zäh, verteidigt auf gutem Niveau mit hoher Bereitschaft aller Spielerinnen, wirft gut mit hohem Volumen, spielt Basketball auf beiden Seiten des Feldes offensiv, mit gutem Spacing/Re-Spacing und eigener Pace, findet oder kreiert Vorteile, nutzt die Idee und Struktur Dominos mit dem Prinzip „nächste Aktion“ und spielt miteinander und füreinander. Wir machen unser Ding, leben unsere Kultur, haben unsere Standards des Miteinanders und unserer Kommunikation. Unser Fokus ist stets der gleiche: Persönlichkeiten und Spielerinnen entwickeln. Wir gestalten alles so, dass jede Spielerin ihr persönlich Bestes erreicht. Jede Spielerin hat sich entwickelt und viel gelernt, auf und neben dem Feld. Das Wichtigste ist die Gesundheit, die mentale, körperliche und emotionale Konstitution. Mit Nele Erfeld fehlt euch eine wichtige Führungsspielerin. Wie habt und wollt ihr ihren Ausfall kompensieren? Nele Erfeld ist nicht zu ersetzen. Sie ist eine Leistungsträgerin mit exzellentem Spielverständnis, eine hervorragende Passgeberin, eine herausragende Verteidigerin, ein Mastermind mit hohem IQ, die eine der zwei Achsen unserer Spielstatik war. Ihr Ausfall/ihre Verletzung ist dennoch für Nele sehr viel schwerwiegender als für unser Spiel. Das Team hat eine neue Statik entwickelt, eine andere auch gute. Ihr habt es in der Vorsaison sensationell ins Finale geschafft. Wie hungrig ist die Mannschaft auf eine Revanche gegen Würzburg? Das Team Phoenix-TSV Hagen 1860 hat es in dieser Saison sensationell abermals ins Top4 geschafft. Revanche ist kein Begriff unserer Basketballsprache. Wir respektieren Leistungsfähigkeit und Klasse, Game respects Game. Das Team, das ich trainieren darf, hat stets hohe Ergebnisziele, investiert viel und weiß, dass die Handlungsziele in der eigenen Hand liegen. Wie bereitet ihr euch auf das TOP4 vor bzw. an welchen Stellschrauben kann man noch drehen? Welche Erfahrungen habt ihr aus dem Vorjahr mitgenommen? Wir haben unseren Plan, arbeiten kontinuierlich, konsequent, geduldig und diszipliniert an der individuellen Verbesserung jeder Spielerin und freuen uns darüber, dass unsere Saison abermals so lange dauert. Wir lernen ständig und haben unsere Abläufe und Organisation in Details -auf Basis der Erfahrungen aus dem letzten Jahr- verfeinert, kleine Korrekturen und Verbesserungen vorgenommen. Ihr kennt Würzburg aus dem angesprochenen Finale. Wie schätzt du das Duell ein und worauf wird es ankommen? Wir kennen das Würzburger Team weitaus intensiver als nur aus zwei Finalspielen. Die Basketball-Familie Wiegand hat eine Gewinnerkultur geschaffen und es über Jahre geschafft, die Coregroup zu halten und gezielt von Außen zu verstärken. Aus meiner Sicht gebührt der Familie Wiegand hoher Respekt und die entsprechende Anerkennung für all das, was sie dort am Standort entwickelt und etabliert hat, mit maximal hohem familiärem Invest. Mia Jette Wiegand ist gut im Basketball, leistungsstark, eine Gewinnerin und hat bewiesen, dass sie die Schlüsselspielerin ist, auf nationaler und europäischer Bühne. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des Würzburger Spieles. Das Würzburger Team ist zudem sehr gut gecoacht, physisch, abschlussstark, erfahren, hat eine Siegermentalität, verteidigt clever, reboundet gut und hat viele offensive Optionen. Sie sind der Favorit, uns körperlich überlegen und haben für uns interessante Matchups. Hagen wird Deutscher Meister der WNBL weil… Ganz im Sinne meines Lateinlehrers: …, weil das Team Phoenix-TSV Hagen 1860 beim Top4 zwei Spiele gewonnen haben wird. Alle Spieltermine und weitere Infos