NBBL TOP4: Verlängerungsdrama im ersten Halbfinale16. Mai 2015

Eintracht Frankfurt/FRAPORT SKYLINERS und der FC Bayern München stehen sich im Finale des NBBL TOP4 2015 gegenüber. Morgen um 13.30 Uhr geht es in der Hagener ENERVIE Arena los. Die Frankfurter besiegten in einem unglaublich umkämpften Spiel die Gastgeber Phoenix Hagen Juniors nach zwei Verlängerungen mit 88:80 (41:34, 65:65, 74:74). Im zweiten Halbfinale besiegte der FC Bayern München ALBA Berlin mit 66:56 (34:19).

1. Halbfinale

Was für ein Spiel, was für eine Dramatik im ersten Halbfinale: Der englische U18-Nationalspieler Jules Dank Akonto (Foto) brachte die Hessen in der doppelten Overtime mit seinem Dreiern auf die Siegerstraße. Akodo kam am Ende auf 25 Punkte, Niklas Kiel erzielte für Frankfurt 24 Punkte und 22 Rebounds. Für die Hagener war Jonas Grof mit 28 Punkten Topscorer.

Munteres Wettschießen von Downtown zu Beginn der Partie: Julian Jasinski (1), Niklas Kiel (2), Haris Hujic (2): In den ersten Minuten lieferten sich Hagen und Frankfurt ein Duell an der Dreierlinie. Für die Feuervögel übernahm Liga-MVP Hujic von Beginn an viel Verantwortung, die Hessen bewegten den Ball gut und hatten in Kiel (sieben Punkte im ersten Viertel) stets eine verlässliche Anspielstation. Mit einem knappen 20:18-Vorsprung gingen die Hagener in die erste Viertelpause.

Im zweiten Abschnitt änderte sich zunächst wenig. Je länger das Viertel dauerte, umso weniger strukturiert verliefen die Angriffe der Hausherren. Würfe wurden früh genommen, und „Point Forward“ Jonas Grof hatte seine Sicherheit im Wurf noch nicht gefunden. Ganz cool spielten dagegen die Hessen auf: Armin Musovic erhöhte per Dreier auf 27:24 für Frankfurt, und wenig später ließ Kiel (allerdings nach stark schrittfehler-verdächtigem Antritt) einen Dunk folgen – Auszeit Hagen beim Stand von 24:33 aus Phoenix-Sicht (35.). Das Spiel der Hausherren bleibt wackelig: Ein Airball von Grof aus kurzer Distanz, den er dann im zweiten Versuch verwertet, ist sinnbildlich für das flatterhafte Händchen der Feuervögel (32:38, 19.).

So konnte und durfte es für die TOP4-Gastgeber nicht weitergehen – hat sich auch Marcel Kessen gedacht und ackerte sich in die Rolle des Energizers hinein. Nicht immer filigran, aber mit unbändigen Einsatz griff Hagens Big Man hinten so gut wie jeden Rebound ab und sorgte mit seinen Punkten vorne dafür, dass die Feuervögel wieder auf Tuchfühlung kamen (46:48, 26.). Kessen war es dann auch vorbehalten, mit zwei Freiwürfen die erste Hagener Führung nach langer Zeit zu holen (50:48, 28.). Frankfurt hatte das Wurfglück verlassen war in dieser Phase abgetaucht und tat sich gegen die Hagener Zone schwer, zu Punkten zu kommen. Hagen hatte die Partie gedreht und ging mit einer 54:49-Führung ins Schlussviertel.

Alles war bereitet für ein heißes Finish, und die 2.300 Zuschauer in der ENERVIE Arena sollten es bekommen. Nachdem Kessen für die Gastgeber auf 56:51 erhöht hatte, erlöste Armin Trtovac die Frankfurter mit seinem Punkten zum 56:53-Anschluss (34.). Jamin Knothe verkürzte danach auf 55:56, Grof antwortete zum 58:55. Nachdem er es zuvor diverse Mal probiert hatte, landete dann ein Dreier des englischen U18-Nationalspielers Jules Akodo zum 59:58 für Frankfurt im Netz (38.). Kessen glich zum 60:60 aus, doch nach Akodos vergebenem Freiwurf blieben die Gäste in Ballbesitz, warfen ein und fanden Kiel, der zum 63:60 für die Hessen vollstreckte. Ein Ballverlust von Grof und ein 1:0-Korbleger von Akodo später heißt es 65:60 für die Skyliners – das Finale winkt. Doch noch lebt Hagen: Grof, der gerade noch mit hängendem Kopf seinen Ballverlust stumm beklagte, schickt einen Dreier durch die Reuse – nur noch 63:65. Der nächste Wurf der Frankfurter durch Kiel verfehlt sein Ziel, und am anderen Ende des Feldes muss 2,4 Sekunden vor Schluss Haris Hujic beweisen, dass er ein wahrer MVP ist: Eiskalt versenkt er zwei Freiwürfe zum 65:65, Frankfurt bleibt eine letzte Chance, Akodo zieht zum Korb – und wird von Kessen monstermäßig geblockt – Verlängerung!

Hier setzt der gerade noch böse geblockt Akodo die erste Duftmarke, beziehungsweise zwei: Völlig unbeeindruckt trifft er zwei Dreier zur Frankfurter 71:65-Führung – es wird eng für die Feuervögel. Ein Dreier von Hujic sorgt wieder für Hoffnung, nach zwei Kiel-Freiwürfen trifft Grof zum 71:73. Durchatmen ist nicht, Kessen blockt Kiel, und Musovic trifft 12,4 Sekunden vor Ende der Overtime nur einen Freiwurf zum 74:72 für Frankfurt. Jonas Grof dribbelt nach vorne, stoppt ab und – trifft! Ausgleich, 74:74, noch 5,1 Sekunden, letzter Angriff Frankfurt. Hier kann Knothe zum Helden werden aber, sein Dreier segelt vorbei – zweite Verlängerung!

Und täglich grüßt das Murmeltier, in diesem Falle heißt es Akodo: Drei Freiwürfe und ein Dreier des Guards bringen die Hessen mit 80:74 in Front. Hagen ist sichtlich frustriert, die dritte Aufholjagd starten zu müssen, und das wird nach Musovics Jumper zum 82:75 zwei Minuten vor Ende der zweiten Verlängerung nicht einfacher. Trtovac sorgt dann mit seinem butterweichen Halbdistanzwurf für Ruhe in der ENERVIE Arena: es steht 84:75 für die Hessen. Damit war der Wille der Feuervögel endgültig gebrochen, sie hatten nach rund 50 Minuten nichts mehr zuzusetzen.

Eintracht Frankfurt/FRAPORT SKYLINERS: Kiel 24, Williams, Musovic 9, Knothe 8, Kastrati, Schubert, Dank Akodo 25, Okeke 8, Scheffels, Mihaljevic 2, Akbayir 1, Trtovav 11.
Phoenix Hagen Juniors: Zaner-Gothen 2, Meyer-Tondorf, Grof 28, Hujic 13, Dukatz, Stockey, Krieger 4, Pfahl, Keßen 18, de Oliveira 1, Jasinski 14, Spitale.

 

2. Halbfinale

Ob es an dem leicht verzögerten Spielbeginn, bedingt durch die doppelte Overtime zwischen Hagen und Frankfurt, lag oder an der beeindruckenden Präsenz des Gegners in den Anfangsminuten: Titelverteidiger ALBA Berlin bekam im ersten Viertel gegen die Bayern kein Bein auf den Boden. 10:0, 16:3 und 22:5 hießen dien Stationen, über die die Bajuwaren scheinbar mühelos davonzogen. München ließ schnell den Ball laufen, fand immer wieder Lücken in der sonst gefürchteten ALBA-Defense und traf auch von außen traumhaft sicher.

NBBLTOP42015-2.HF-500Ein Dreier von Leonard John zum 13:24 (13. Minute) ließ erste zarte Hoffnungen unter den mitgereisten ALBA-Fans sprießen, und nach Robert Glöckners Punkten zum 15:24 sah sich Oliver Kostic, NBBL-Trainer des Jahres, zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Er ahnte wohl, dass seine Schützlinge das Niveau des ersten Viertels nicht würden halten können, und mahnte zur Wachsamkeit. FCB-Spielmacher Sebastian Schmitt (Foto) bemühte sich, mit einem kraftvollen Drive zum Korb ein Zeichen zu setzen; das gelang ihm auch (29:15, 14.), aber auf Kosten einer Verletzung: Schmitt kam hart auf und zog sich dabei eine Sprunggelenksverletzung zu, er bezog liegende Position hinter der Bayern-Bank. Die Münchener ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen, sondern schraubten wieder an ihrer Führung (31:17, 18.).

Zu Beginn des dritten Viertels taten sich beide Seiten schwer, ihren Rhythmus zu finden: Die Bayern hatten ihn ein wenig verloren, Berlin immer noch nicht gefunden. So plätscherte die Partie ein wenig dahin (37:21, 23.): ALBA hatte Mühe, die Angriffe innerhalb von 24 Sekunden abzuschließen, bei Bayern war die Rückkehr des angeschlagenen Sebastian Schmitt die bis dato beste Nachricht. Angesichts des großen Rückstands (25:43, 25.) intensivierten die Berliner noch einmal ihre Bemühungen in der Defensive und näherten sich vorne in erster Linie an der Freiwurflinie den Bayern etwas an. Immerhin gelang es den Albatrossen, den Rückstand vor dem letzten Viertel auf 14 Punkte zu drücken (36:50).

Auch im Schlussabschnitt verfuhren die Berliner nach dem Prinzip des fleißigen Eichhörchens: Punkt um Punkt sammeln, um die Bayern vielleicht in den letzten fünf Minuten noch einmal in Verlegenheit zu bringen. Bis zum 38:49 (32.) klappte dies immer besser, ehe Richard Freudenberg mit einem Dreier die schleppende Bayern-Offensive beleben konnte. Als dann auch noch Luca Burkhardt einen weiteren Dreier folgen ließ, hatten beide etwas Besonderes geschafft: Sie trafen binnen einer Minute genauso viele Dreier wie beiden Mannschaften in den bisherigen 32 Minuten zusammen. Viel wichtiger als diese statistische Randnotiz war aber die Tatsache, dass die Münchener ab diesem Zeitpunkt wieder Feuer in ihre Offensive bringen konnten (57:42, 34.).

Aber wie heißt es schön: Unterschätze niemals das Herz eines Champions: Die Zeit ran den Albatrossen durch die Finger, doch sie ließen nichts unversucht, das Unmögliche noch möglich zu machen. Ein Dreier von Lukas Herwig zum 45:57, kurz darauf gar das 47:57 – ALBA war knapp fünf Minuten vor der Schlusssirene irgendwie wieder im Spiel. Ein Offensiv-Foul von FCB-Guard Beyschlag und Punkte des bis dahin blassen Moritz Wagner ließen den Rückstand auf sieben Zähler schmelzen (50:57, 37.). Karim Jallow wollte danach mit Autorität einen Dunk durch die ALBA-Reuse drücken, doch Moritz Wagner hatte etwas dagegen – Foul und zwei Freiwürfe für Jallow, der beide vergab. Anschließend machte er es besser und traf einen Jumper zum 60:52 für den FCB, ALBA blieben nun noch 54 Sekunden. Nach Ogynsipes Punkten entspannten sich die Gesichtszüge von Bayern-Coach Kostich etwas, der in der zweiten Hälfte zunehmend unzufriedener mit der Darbietung seiner Truppe geworden war. Am Ende brachte der FC Bayern München den -Sieg nach Hause und nahm den Berlinern damit die Chance, ihren Titel zu verteidigen.

FC Bayern München: Schmitt 4, Beyschlag 3, Jallow 5, Hack Vazquez, Garic 10, Freudenberg 10, Ivancic, Burkardt 5, Kovacevic 17, Ogunsipe 10, Ballhausen, Dollinger 2.
ALBA Berlin: John 7, Zylka 6, Hundt 9, Decker, Krstanovic 1, Dimitiejevic, Schneider 7, Düring, Glöckner 10, Wagner 9, Poelking 2, Herwig 5.

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