Jahresrückblick 2019 3×329. Dezember 2019

Es wird bei den einzelnen Teams jeweils hauptsächlich auf die Endmaßnahmen eingegangen, anderenfalls würde das an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

3×3-Damen
Für die European Games in Minsk (18.-25.6.) wurden Svenja Brunckhorst (TSV 1880 Wasserburg), Ama Degbeon (AZS UMCS Lublin/POL), Sonja Greinacher (Arka Gdynia/POL) und Satou Sabally (University of Oregon/USA) nominiert (Foto re.). Die Vorrunde wurde gegen die im weiblichen 3×3-Bereich stark einzuschätzenden Nationen Tschechien, Rumänien und Ungarn mit drei Siegen und einem durchschnittlichen Punkteverhältnis von 20,3/10,3 Punkten dominiert. Während das Spiel gegen körperlich etwas unterlegene Spanierinnen im Viertelfinale ebenfalls deutlich ausfiel (20:11), wartete im Halbfinale mit Frankreich ein körperlich ebenbürtiger Gegner für das deutsche Team. Entsprechend eng und physisch war das Spiel über die gesamte Spiellänge von 10 Minuten, mit dem besseren Ende für die Französinnen (11:10). Nach der großen Enttäuschung im Halbfinale reichte es im Spiel um Platz drei nur zu einer erneuten knappen Niederlage gegen starke Gastgeberinnen aus Weißrussland (16:21).

An der EM-Qualifikation in Constanta, Rumänien (27.6.-1.7.) nahmen folgende Spielerinnen teil: Ama Degbeon (AZS UMCS Lublin/POL), Sonja Greinacher (Arka Gdynia/POL), Luana Rodefeld (Eisvögel USC Freiburg), Theresa Simon (BC pharmaserv Marburg). Erneut wurde die Vorrunde jedoch gegen Andorra und die Türkei dominiert, mit einem durchschnittlichen Punkteverhältnis von 20,5/5,0 Punkten. Als Gruppenerster ging es in die zweite Gruppenphase mit den anderen Gruppenersten Rumänien und Spanien. Hier galt es im direkten Vergleich unter die Top 2 zu kommen, um sich für die EM-Endrunde zu qualifizieren. Im ersten Spiel ging es gegen den Gastgeber Rumänien, der mit einer wurfstarken, aber gleichzeitig auch körperlich robusten Mannschaft gegenübertrat. Das deutsche Team setze sich mit unterlag mit 13 (14:13). Gegen Spanien setzte es dann eine 8:17-Niederlage. Trotz des Sieges gegen Rumänien und aufgrund eines späteren Sieges von Rumänien gegen Spanien im 3er-Vergleich scheiterten die DBB-Damen an der eigenen zu geringen Punkteausbeute von durchschnittlich 11,0 Punkten.

Präsenz zeigten die deutschen 3×3-Damen in der Folge beim ING Masters in Köln (24.-28.7.), wo ein Team aus Svenja Brunckhorst, Ama Degbeon, Sonja Greinacher und Luana Rodefeld antrat. Mit den vergangenen 3×3-Erfahrungen auf Spitzenniveau und einem eingespielteren Team konnte dieses Turnier mit insgesamt zwölf Teams in der Damenkonkurrenz deutlich gewonnen werden. Mit dem Turniersieg in Köln qualifizierte man sich für das ING-Finale in Hamburg (1-4.8.). Auch hier setzte sich die deutsche Auswahl, in der im Vergleich zu Köln Luana Rodefeld durch Emma Stach (PINKK Pécsi 424/HUN) ersetzt wurde, gegen die elf besten deutschen 3×3 Damen-Teams ungefährdet ohne Niederlage durch und gewann somit die Deutsche 3×3-Meisterschaft.

3×3-Herren
Als 4er-Kader für die WM-Qualifikation in Puerto Rico (4.-5. Mai) wurden nominiert: Niklas Geske (Phoenix Hagen), Albert Kuppe (BIS Baskets Speyer), Simon Kutzschmar (Lich Basketball e.V.), Malo Valerien (Foto links, letzter Verein: SC Rist Wedel). Das deutsche Team traf in einer schweren Vorrundengruppe auf Italien (11:14), Frankreich (21:13) und Kanada (5:21). Durch die geringe eigene Punkteausbeute von nur fünf Punkten gegen Kanada musste man schließlich Italien knapp den dritten Rang in der Gruppe überlassen, wodurch die WM-Qualifikation nicht mehr möglich war. In bester Besetzung reisten die deutschen Herren zur EM-Qualifikation nach Constanta (27.6.-1.7.).
Nominiert wurden: Niklas Geske, Albert Kuppe, Marian Schick (Bayer Giants Leverkusen) und Malo Valerien. Der Modus sah es vor, dass nur die Gruppenersten aus den drei Gruppen in die zweite Gruppenphase gelangen. Als ungeschlagener Gruppenerster setzten sich die deutschen Herren gegen gute Teams aus Aserbaidschan (21:17), Portugal (8:7) und der Türkei (^19:15) durch. In der Gruppenphase mit den jeweils Gruppenersten konnten sich unsere Herren sogar etwas überraschend mit körperlichem Spiel, aggressiver Defense und wichtigen Treffern aus der Distanz gegen Spanien (13:11) und Slowenien (12:10) in beiden Spielen knapp behaupten. Niklas Geske gewann den MVP-Award.

Nach der erfolgreichen EM-Qualifikation musste man für den Rest des Sommers und damit auch für die EM auf Niklas Geske verzichten, da dieser vom Verein nicht freigestellt wurde. Für die Deutsche 3×3-Meisterschaft vom 1.-4.8. in Hamburg wurden daher nominiert: Albert Kuppe, Samuel Mpacko (MTB Baskets Hannover), Marian Schick und Malo Valerien. Im Halbfinale verlor man recht deutlich gegen ein hervorragend eingespieltes „Team Klutsh“, das ebenfalls ausschließlich aus U23- und Herren-Spielern des DBB bestand und letztlich auch Deutscher Meister wurde.

Mit einer nicht optimal gelaufenen Vorbereitung aufgrund des Spielerwechsels ging das Herrenteam vom 28.8. – 2.9. in die EM in Debrecen/Ungarn. Rouven Hänig (SV 03 Tübingen, Albert Kuppe, Marian Schick und Malo Valerien bildeten das deutsche Team. Die Auslosung brachte eine „Hammergruppe“ mit dem an Nummer eins in der Weltrangliste gesetzten Team aus Serbien und Polen (WM-Dritter). Zum Weiterkommen ins Viertelfinale musste man in der 3er-Gruppe Platz eins oder zwei erreichen.
Im ersten Spiel gegen die Serben hielten die deutschen Herren das Spiel bis ca. drei Minuten vor Ende der Spielzeit mit 8:9 überraschend lange offen. Mit zwei in Folge getroffenen 2ern der Serben war der Kampfgeist dann etwas gebrochen und die Niederlage war am Ende mit 10:21 zu deutlich. Gegen ein aus der Distanz starkes polnisches Team führten die DBB-Herren die Hälfte des Spiels durchgehend mit mindestens zwei Punkten. Bis 2:40 Minuten vor dem Ende war das Spiel ausgeglichen, ehe Polen einen 7:1-Lauf mit drei 2ern startete und somit keine Zeit für eine Reaktion seitens unseres Teams mehr blieb (15:21).

3×3 U23-Damen
Nach der erstmaligen Teilnahme an der 3×3 U23 Nations League wurde für die U23-WM in China bis auf Laura Zdravevska (BBZ Opladen) auf A-Nationalspielerinnen gesetzt: Luana Rodefeld (Eisvögel USC Freiburg), Theresa Simon (BC pharmaserv Marburg), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg). Mit der berechtigten Hoffnung den 4. Platz aus 2018 zu bestätigen und möglicherweise sogar eine Medaille zu holen, startete man in das WM-Turnier. In einer schwer einzuschätzenden 5er-Gruppe mit der Mongolei, Rumänien, Iran und Uganda musste man unter die besten zwei Teams zur Erreichung der KO-Runde kommen. Gegen den Iran konnte Deutschland mit 21:6 dominieren. Uganda wurde daraufhin ähnlich deutlich mit 19:6 geschlagen. Gegen einen im Vergleich zu den vorigen Teams besseren Gegner aus der Mongolei unterlagen die DBB-Damen mit 11:13, ehe im „Alles oder Nichts Spiel“ gegen Rumänien um den Einzug ins Viertelfinale ein 21:9 herausgespielt wurde.

Allerdings erwies sich das Mongolei-Spiel trotzdem als Bürde, da man so im Viertelfinale gegen Russland antreten musste. Es offenbarte sich dann auch der noch deutliche Unterschied der DBB-Damen zu den Russinnen in den Aspekten Körperlichkeit, Routine und Erfahrung. So ging das Viertelfinalspiel deutlich mit 6:21 verloren und der Erfolg aus letztem Jahr konnte nicht wiederholt werden. Mit einem dennoch achtbaren 8. Platz beendete Deutschland das Turnier.

3×3 U23-Herren
Deutschland hat mit den U23-Herren an der FIBA 3×3 U23 Nations League 2019, in der “Southern/Western Europe Conference”, teilgenommen. Folgende Spieler wurden für die drei Tour Stops nominiert: Luca Finn Kahl (Uni Paderborn Baskets), Lucien Schmikale (Gladiators Trier), Leon Okpara (Giessen 46ers), Simon Kutzschmar (TV Lich Basketball), Sebastian Schmitt (MLP Academics Heidelberg), Luis Figge (Basketball Löwen Braunschweig). Die U23 Nations League wurde an drei Standorten in sechs sogenannten Stops ausgetragen: Den Haag/NL, Voiron/FR, Lignano/IT. Insgesamt gelangen sieben Siege bei acht Niederlagen.

Nach dem sieglosen Stop 1 fing sich die Mannschaft und bei Stop 2 wurde die Gruppenphase mit zwei Siegen gegen die Niederlande und Österreich als Erster abgeschlossen. Im Halbfinale unterlag das Team der Schweiz mit einem Punkt (19-20) und verpasste damit das Finale. In Voiron wurde an beiden Stops das Halbfinale erreicht. Stop 3 endete nach einem 2-0 in der Gruppenphase mit einer Niederlage gegen Italien im Halbfinale (11-21). Stop 4 begann mit zwei Siegen gegen Österreich und den späteren Nations League Meister Frankreich angefangen. Das Halbfinale gegen die Niederlande wurde verloren (12-16). Lignano war das erste Outdoor- und gleichzeitig das erfolgloseste Turnier. Stop 5 war mit zwei hohen Niederlagen der insgesamt schlechteste Turnierstop. Im Stop 6 wurde es dramatisch, das Halbfinale wurde um einen Punkt im 3er Vergleich verpasst.

3×3 U18-Mädchen
Das mit Abstand erfolgreichste deutsche 3×3-Team im Jahr 2019! Vize-Europameister im 3×3 (Foto oben), Victoria Poros (li.) gewinnt die EM-Goldmedaille im Shootout und Laura Zolper steht ist im „Team of the tournament“ bei der EM! Die deutsche Nationalmannschaft bildet mit Teams wie Spanien, Russland und Frankreich die europäische Spitze des Jahres 2019.

Zur EM-Qualifikation in Rieti traten folgende Spielerinnen an: Victoria Poros (ALBA Berlin), Laura Zolper (Herner TC), Sarah Polleros (Herner TC), Amelie Kröner (CB Recklinghausen/Metropol Girls). In der Gruppenphase spielte Deutschland gegen Großbritannien (15:4) und Spanien (11:10). Im Playoff gegen Polen traf die DBB-Auswahl auf eine Mannschaft, die körperlich und athletisch sehr ausgeglichen und in ihren Abschlüssen sehr auf den Wurf fixiert war. Aufgrund von immer besserem Umsetzen der Spielzüge konnte auch dieses Spiel kontrolliert gewonnen werden (16:14). Und so zogen die deutschen Mädchen als einzig ungeschlagenes Team in die EM Endrunde ein.

Zur EM in Tiflis/Georgien reiste Deutschland in unveränderter Besetzung. Die Ungarn waren der erwartete harte Start für das DBB-Team (15:10). Georgien als Gastgeber zeigte sich athletisch und taktisch nicht auf der Höhe der anderen EM Teilnehmer und so siegte man in einem Flutlichtspiel vor ca. 500 Zuschauern deutlich (21:6). Im Viertelfinale traf Deutschland auf den Titelverteidiger Belgien, der mit einer sehr großen Spielerin (197 cm) aufwarten konnte. Mit einer starken Leistung warf die deutsche Mannschaft den (Ex)-Champion aus dem Turnier (17:10). Das Spiel ging in die Verlängerung, in der deutlich wurde, welche grundsätzliche Marschroute beide Teams verfolgten. Die russische Mannschaft versuchte es mit vier schwierigen Zweipunktwürfen, während Deutschland über eine ausgeglichene Angriffsvariation erst zu einem und dann über zwei Freiwürfe zu dem für den Finaleinzug benötigten zweiten Punkt kam.

Im Finale traf Deutschland erneut auf den Vorrundengegner der EM-Quali, Spanien. Das DBB-Team erwischte einen guten Start, aber dann zogen die Spanierinnen auf 5:11 davon. Am Ende des Spiels erkämpften sich die deutschen Spielerinnen dennoch die Chance auf den Sieg- oder Ausgleichstreffer. Dieser Wurf scheiterte jedoch und Spanien sicherte sich den extrem umkämpften Titel.

3×3 U18-Jungen
Nolan Adekunle (ALBA BERLIN / ALBA BERLIN Basketballteam e.V.), Manuel Bojang (Eisbären Bremerhaven / BSG Bremerhaven), Michael Javernik (s.Oliver Würzburg Akademie / SC Heuchelhof Würzburg) und Stefan Vasovic (HAKRO Merlins Crailsheim / TSV Crailsheim) nahmen die EM-Qualifikation in Rieti/ITA in Angriff. Das erste Spiel gegen Irland konnte nach anfänglichen Schwierigkeiten deutlich gewonnen werden. Es folgte das Spiel bei Flutlicht im Stadtzentrum Rietis gegen Gastgeber Italien, das sich als Schlüsselspiel entpuppen sollte. Deutschland startete stark und führte nach vier gespielten Minuten mit 5:2. Zudem hatten die Italiener bereits sechs Teamfouls. Ab jedem weiteren Teamfoul würde es zwei Freiwürfe für die DBB-Auswahl geben. Trotz mehrfachen Hinweisens konnte aus diesem Vorteil kein Kapital geschlagen werden. Die Italiener erwiesen sich als starker Gegner, der vor allem konditionell überlegen war und im weiteren Spielverlauf die bessere Wurfquote jenseits der 2-Punkte Linie hatte, so dass das Spiel am Ende mit 14:19 verloren ging.

Damit war klar, dass am folgenden Mittag bei sengender Hitze das Spiel gegen Kroatien gewonnen werden musste, um die Chancen auf das Weiterkommen zu wahren. Die Kroaten hatten bis dahin ihre beiden Spiele gewonnen und waren von Anfang an spielbestimmend. Erneut machten sich deutliche Abschlussschwächen unter dem Korb im deutschen Team bemerkbar und auch aus dem 2-Punkte Bereich fielen die Würfe nicht – nach den zehn Minuten stand es 13:19. Somit stand fest, dass jegliche Chancen auf ein Halbfinale und damit ein mögliches Finale außer Reichweite waren. Beim abschließenden Gruppenspiel gegen Polen hielt die Misere an und auch das Spiel ging verdient mit 11:17 verloren.

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