Digitaler DBB-Bundestag 2020 beendet28. November 2020

Heute fand der 55. Bundestag des Deutschen Basketball Bundes (DBB) statt, erstmals in der 71-jährigen Verbandsgeschichte in digitaler Form. Aus der Bundesgeschäftsstelle in Hagen waren DBB-Präsident Ingo Weiss (Foto), DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt, DBB-Geschäftsführer Heinz Schoenwolf und Versammlungsleiter Sascha Dieterich mit den Delegierten in ganz Deutschland verbunden. Weiss eröffnete den Bundestag, gratulierte Michael Rüspeler, Präsident des Hessischen Basketball-Verbandes, zum 65. Geburtstag und begrüßte besonders Ehrengast Andreas Zagklis, Generalsekretär des Basketball-Weltverbandes FIBA, der aus Mies/Schweiz zugeschaltet war.

Bei der Totenehrung wurde stellvertretend an die ehemaligen Nationalspieler*innen Birgit Menz, Sascha Hupmann und Rainer Pethran, an die Trainer Friedrich Prinz, Chris Lee und Pit Lüschper sowie an die Legenden, Macher und Freunde Borislav Stankovic, Dr. Dirk-Reiner Martens, David Stern und Jürgen Zander erinnert. Weiss sagte, man werde allen Verstorbenen ein ehrendes Gedenken bewahren.

In seinem Grußwort bekannte Zagklis (re.) seine Freude und Ehre, beim Bundestag zu Gast sein zu dürfen. Das Jahr sei eine schwierige Herausforderung, es gebe aber Licht am Ende des Tunnels. Momentan sei noch nicht absehbar, wie lange die Einschränkungen für den Sport andauern werden. Die Verantwortung der FIBA sei es, das globale Wettkampfsystem aufrechtzuerhalten. Sein Eindruck sei, dass in Deutschland die Regierungsstellen und der Sport ein gutes Verhältnis haben. Das Finalturnier der BBL sei eine Art „Stimulus für den globalen Sport“ gewesen.

„Die Unterstützung für die Basis unseres Sports ist wichtig. Die Zusammenarbeit zwischen dem DBB und der FIBA ist ausgezeichnet.“ Der DBB sei auf höchster Ebene in FIBA-Gremien vertreten und die EuroBasket 2022 werde eine der wichtigsten FIBA-Veranstaltungen. Der deutschen Herrennationalmannschaft wünschte er für die Olympiaqualifikation im kommenden Jahr alles Gute. Man habe gemeinsame Ziele: Die Stärkung der Nationalverbände, die Förderung der Frauen im Basketball und die Vergrößerung der Basketball-Familie. In diesen Bereichen habe der DBB schon viel geleistet. „Der DBB ist und bleibt ein wichtiger Partner der FIBA, er wird gebraucht!“

In einem Video-Grußwort richtete Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, auch die Grüße von Bundesinnenminister Horst Seehofer aus. Das Jahr 2020 sei für alle persönlichen und gesellschaftlichen Bereiche ein sehr herausforderndes Jahr. Gerade der Sport sei in besonderer Weise durch das Corona-Virus in Mitleidenschaft gezogen worden. Mayer beschrieb die aktuelle Situation im deutschen Sport, dem Sport in Deutschland werde aktuell „viel zugemutet“. „Ich bitte Sie ganz herzlich mitzuhelfen. Die Regierungen allein, weder auf Bundes- noch auf Länderebene, werden in der Lage sein, die Auswirkungen des Corona-Virus erfolgreich zu bekämpfen. Wir können diese herausfordernde Zeit nur erfolgreich meistern, wenn wir zusammenhalten“, lautete sein Appell. Gerade dem Sport komme eine sehr wichtige Bedeutung zu.

Mayer gratulierte der BBL ausdrücklich zur Durchführung des Finalturnieres in München. Er sicherte dem Sport auch weiterhin die Unterstützung durch das Ministerium zu und sprach die „größtmögliche Flexibilität beim Umgang mit den Haushaltsmitteln“ an. Es seien für 2021 keinerlei Abstriche bei den Mitteln zu erwarten. „Um das Hilfsprogramm für die deutschen Profiligen haben uns viele andere Branchen beneidet.“ Mayer sagte die Fortsetzung des Programmes für 2021 zu. Die „Nationale Strategie Sportgroßveranstaltungen“ war das nächste Thema des Parlamentarischen Staatssekretärs. Da werde die EuroBasket 2022 „ein Glanzlicht sein“. Abschließend gratulierte Mayer dem DBB zu „der sehr erfolgreichen Jugendarbeit“.  Um die Zukunft des Basketballsports in Deutschland sei ihm nicht bange, auch das ehrenamtliche Engagement sei äußerst lobenswert.

Auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte dem Bundestag ein Video-Grußwort geschickt. In dem dankte er den Delegierten, dass sie trotz der widrigen Umstände „das Beste für den Basketball und damit auch das Beste für ganz Sportdeutschland sichern und herausholen“. Hörmann wandte sich direkt an Weiss und dankte ihm persönlich für die „sehr wertvolle, sehr intensive Unterstützung, die enge Wegbegleitung, nicht nur bei den Themen, die euren Sport betreffen, sondern ganz Sportdeutschland, indem du als Sprecher der Spitzenverbände mit uns im wöchentlichen, ja zum Teil im täglichen Austausch stehst, um all die wichtigen Weichenstellungen zu diskutieren“.

Gemeinsam kämpfe man darum, „dass der Sport alsbald wieder in mehr Bewegung und in mehr Training und Wettkampfformaten zurückkehren darf“. Man sei angesichts der umfangreichen Hygienekonzepte „davon überzeugt, dass es über alle Ebenen gelingen kann und auch gelingen wird, verantwortungsbewusst Sport zu treiben“. Hörmann erklärte, dass man seitens des DOSB den Sport als Teil der Lösung und nicht etwas als Problem begreift. „Es geht um die ganzheitlichen Werte des Sports, das soziale Miteinander, die Treffen im Verein, der persönliche Austausch und all das, was eben den Sport in seiner Vielfalt auszeichnet.“ Auch Hörmann drückte seine Freude darüber aus, dass sowohl in den Bundesligen als auch bei den Nationalmannschaften weiterhin Wettkämpfe möglich sind. Man befinde sich bereits jetzt in großer Vorfreude auf das große „Heimspiel“, die EuroBasket 2022 in Köln und Berlin. Hörmann sicherte dem DBB Bei all seinen Bemühungen die bestmögliche Unterstützung durch den DOSB zu.

Sascha Dieterich (Miesbach) wurde zum Versammlungsleiter gewählt. Dieser begann seine Tätigkeit mit einem Zitat von Immanuel Kant: „Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.“

Weiss ergänzte seinen schriftlich vorliegenden Bericht um einige aktuelle Punkte. Dabei kam er auf ein „schräges Jahr“ zu sprechen, das den Sport beherrscht. Man habe seitens des DBB besonnen und schnell reagiert, „aktiv weitergearbeitet“ und dafür viel Lob bekommen. Der DBB habe sich gemeinsam mit Teamsport Deutschland bei der Politik dafür eingesetzt, dass das Hilfsprogramm initiiert wurde. Der Präsident äußert seine Hoffnung, im Januar wieder in den Trainings- und dann auch in den Spielbetrieb einsteigen zu können.

Der DBB vollziehe einen ersten Einstieg in eSports mit der Teilnahme an der FIBA ESPORTS OPEN II im Dezember 2020. Weiss kam auf die Nationalmanschaften zu sprechen (Damen mit neuem Trainer in der „Bubble“ in Riga, Herren in der „Bubble“ in Pau). Schließlich war auch die Ausrichtung der EuroBasket 2022 in Deutschland ein Thema. Weiss dankte abschließend allen „Unterstützern“ auf allen Ebenen.

Anschließend wurde das Präsidium des Deutschen Basketball Bundes von den Delegierten einstimmig entlastet. Die Wirtschaftspläne und die Anträge (Compliance Code, Strafenkatalog) wurden eingebracht, diskutiert und abgestimmt. Der genaue Wortlaut der angenommenen Anträge wird in Kürze unter den Amtlichen Mitteilungen veröffentlicht.

Der Rechtsauschuss des DBB wurde in Teilen neu gewählt. Neue Vorsitzende ist Sabine Dörr (HES), die Frank-Oliver Leist (HH) ablöst, der nicht mehr kandidiert hatte. Weiss bedankte sich bei ihm für seine langjährige Arbeit. Außerturnusmäßig wurde Ute Graf (NRW) für zwei Jahre als stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses gewählt. Als Beisitzer fungieren künftig Martin Herkenrath (HH), Andrea Kahle (SAC), Katharina Möhn (BAW) und Michael Hayn (NRW).

Der Gastgeber des nächsten Bundestages ist 2021 der Niedersächsische Basketball-Verband (5./6. Juni 2021, Braunschweig).

Zum Abschluss des 55. Bundestages des Deutschen Basketball Bundes wandte sich DBB-Präsident Ingo Weiss noch einmal an die Delegierten. Er bedankte sich für die engagierte Arbeit vor und beim ersten digitalen DBB-Bundestag und bei Sascha Dieterich für die Versammlungsleitung.

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