Das „Sauwetter“ im finnischen Tampere hat heute keinen Einfluss auf die Leistung der deutschen Herren-Nationalmannschaft bei der EuroBasket 2025 (27. August bis 14. September 2025 in Tampere/FIN und Riga/LAT) gehabt. Nach dem starken 107:88 (32:20, 23:27, 28:25, 24:16)-Erfolg gegen Litauen ist dem Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic die Teilnahme am Achtelfinale in Riga nicht mehr zu nehmen. Es folgt ein spielfreier Tag, ehe der Gegner am kommenden Montag Großbritannien heißt (ab 14.45 Uhr kostenlos bei MagentaSport und live im TV bei RTL).

Turbulenter Auftakt

Ibrahimagic schickte zu Beginn Dennis Schröder, Andreas Obst, Franz Wagner, Daniel Theis und Johannes Voigtmann aufs Parkett. Die deutschen Fans hatte es heute schwer sich Gehör zu verschaffen, denn die rund 4.000 litauischen Anhänger veranstalteten einen Höllenlärm in der Nokia Arena. Theis eröffnete das Spiel mit enem Dreier und Schröder war im gellenden Pfeifkonzert der litauischen Fans ebenfalls von weit draußen erfolgreich (6:0, 1.). Schröder und Theis bestimmten das Geschehen bis zum 10:2 (3.) in einem turbulenten Auftakt. Die nächsten Szenen gehörten dem Gegner (10:9, 5.), bis Theis‘ nächster Dreier sein Ziel fand und Litauens Center Valanciunas sein frühes zweites Foul kassierte. Beim 13:15 ging Litauen in Führung, dann hieß es nach einem Schröder-Dreier 18:18 und kurz später nach einem Distanztreffer von Obst 21:18 (8.). Schröder ging voran und besorgte per „and one“ das 24:18. Auch der bis dahin stark verteidigte Franz checkte an der Freiwurflinie ein, schloss einen Fastbreak ab und traf direkt unter dem Korb zum 29:20 (10.), Auszeit Litauen. Ein starkes Auftaktviertel ging nach einem Buzzer-Dreier von Maodo Lo mit einer deutschen 32:20-Führung zu Ende.

Daniel Theis!

Theis wurde immer wieder stark eingesetzt und schloss hochprozentig ab (36:21, 11.). Litauen blieb vor allem aus der Distanz gefährlich und kam durch einen wuchtigen Dunk von Valanciunas heran (36:26, 13.). Allerdings kassierte der Hüne in der nächsten Aktion sein drittes Foul. Immer wieder kam Theis zum Erfolg, schon 14 Punkte hatte er beim 40:28 erzielt (14.). In der aufgeladenen Stimmung nutzte Litauen ein unsportliches Foul, um zum 44:36 aufzuschließen (16.). Obst konterte eiskalt mit zwei Dreiern, Auszeit Litauen (50:36, 16.). Ein paar kleine Unkonzentriertheiten schlichen sich ins deutsche Spiel, der Vorsprung war aber auch nach 17 Minuten zweistellig (50:40). Bis zum Seitenwechsel fand Deutschland seinen Rhythmus nicht mehr zurück, aber Wagner verhinderte mit zwei gelungenen Aktionen, dass Litauen wesentlich näher herankam (55:47).

Boxscore

Fotos: DBB/Camera 4

Umkämpft

Durchhalten und den Vorsprung bewahren! Die intensiven 20 Minuten vor der Pause hatten sicher viel Kraft gekostet. Den besseren Start erwischte zunächst der Gegner (57:53, 22.). Theis und Franz hielten dagegen und nach Steal und Dunk von Franz hieß es 63:53 (23.), frühe Auszeit Litauen. Franz‘ Dreier ins Gesicht von Valanciunas tat gut, Theis netzte seinen dritten Dreier, Schröder punktete unter dem litauischen Korb: 71:57 (25.), zweite Auszeit Litauen. Obst für drei, 75:57, in diesen Minuten dominierten due DBB-Korbjäger ganz eindeutig (26.). 79:60 hieß es nach einem Schröder-Dreier (27.), zu dem Zeitpunkt waren die Anfeuerungsrufe für die Litauer deutlich leiser geworden, waren aber keinesfalls verstummt. Beim Rebound hatte man einige Probleme, Litauen nutzte die zum 79:67 (27.). Und unterschritt dann die „magische“ Zehn-Punkte-Linie, Auszeit Deutschland (79:70, 29.). Es war extrem umkämpft, die DBB-Auswahl führte nach drei Vierteln mit 83:72.

Wieder dreistellig

Lo setzte Theis sensationell zum 85:72 ein (31.) und monsterte hinten einen Dunkversuch der Litauer weg, passte auf Tristan, der per Dunk das 87:72 besorgte. Was für eine Szenenfolge!!! Litauen hatte alle Auszeiten verbraucht. Und Deutschland machte immer weiter: ein Dreier von Schröder, ein Fastbreak-Floater von Franz, ein Dreier von Lo, nochmal Dreier Schröder zum 99:76 (37.). An der Freiwurflinie machte Theis die nächsten 100 voll und erreichte mit 23 Punkten sein neues Career High. Sowohl bei den litauischen Spielern als auch bei ihren Fans schien die Luft raus zu sein. Zwar scorten sie hier und da nochmal ein paar Punkte, doch der nächste Dreier von Tristan zum 104:84 (39.) stand symbolisch für die nicht nachlassende deutsche Energie. Auch Obst legte sich seinen Gegenspieler zurecht und versenkte seinen fünften Dreier. Nach einem wunderschönen Basketballspiel und 19 verwandelten Dreiern gewann Deutschland mit 107:88 und sicherte sich den Achtelfinaleinzug.

„Unser Job ist noch nicht getan“

Alan Ibrahimagic: „Es war eine sehr, sehr gute Leistung. Ich habe auch auf die Ballverluste geachtet, wir hatten nur sieben. Das war für uns heute der Schlüssel. Wir haben guten Basketball gespielt, das muss man einfach sagen. Aber unser Job ist hier noch nicht getan, wir müssen uns jetzt erholen und uns auf die nächsten Spiele fokussieren. Gerade Gastgeber Finnland wird kein einfacher Gegner werden.“

Dennis Schröder: „Es war eine geile Atmosphäre. Daniel hat uns heute gerettet. Heute hat er bewiesen, wie gut er ist. Aber alle, die auf dem Feld standen, haben das getan. Jeder kennt seine Rolle und es macht einfach nur Spaß mit diesen Jungs zu spielen.“

Für Deutschland spielten
Name Punkte Verein
Isaac Bonga 6 Partisan Belgrad/SRB
Maodo Lo 6 Zalgiris Kaunas/LTU
Oscar da Silva 0 FC Bayern München
Tristan da Silva 5 Orlando Magic/USA
Franz Wagner 24 Orlando Magic/USA
Johannes Voigtmann 0 FC Bayern München
Daniel Theis 23 AS Monaco/FRA
Dennis Schröder 26 Sacramento Kings/USA
Justus Hollatz 0 FC Bayern München
Leon Kratzer 0 FC Bayern München
Johannes Thiemann 2 Gunma Crane Thunders/JAP
Andreas Obst 15 FC Bayern München