Den neunten Sieg im zehnten World Cup Qualifier verpasst! Trotzdem steht für die deutsche Herren-Nationalmannschaft nach der heutigen Partie gegen Slowenien die eindrucksvolle Bilanz von 8:2 zu Buche. In Koper/SLO unterlag das Team von Bundestrainer Gordon Herbert nach gutem Start und einem späten Aufbäumen mit 75:81 (24:16, 10:25, 14:20, 27:20).

Im Februar 2023 finden die beiden abschließenden WM-Qualifikationsspiele gegen Schweden und in Finnland statt. Seit dem 94:80-Erfolg gegen Finnland am vergangenen Donnerstag in Bamberg ist das DBB-Team für den FIBA World Cup 2023 (Indonesien, Japan, Philippinen) qualifiziert.

Unverändert begann Herbert mit Justus Hollatz, Max DiLeo, David Krämer, Christian Sengfelder und Jonas Wohlfarth-Bottermann. Vor den Augen von DBB-Präsident Ingo Weiss und DBB-Geschäftsführer Heinz Schoenwolf kam Deutschland gut ins Spiel (6:2, Hollatz, DiLeo, Dunk Sengfelder). Die vielleicht 2.000 Zuschauer in der Bonifika Arena sahen dann eine slowenische Mannschaft, die dem Gegner mit Zug zum Korb einige Fouls anhängte, während die DBB-Offensive stockte (6:10, 4.), Auszeit Deutschland. Slowenien nutzte die Fehler der DBB-Korbjäger (8:14, 5.), Deutschland musste jetzt den Anschluss halten. Und das ohne Justus Hollatz, der angeschlagen ausschied. Der Dreier von Lukas Wank kam genau zum richtigen Zeitpunkt (15:16, 7.). Die Defense war jetzt stabiler und wieder traf Wank von weit draußen und spielte einen Zauberpass auf Sengfelder (20:16, 8.). Gavin Schilling besorgte das 24:16, die DBB-Auswahl hatte einen 12:0-Lauf hingelegt (10.). Zur ersten Viertelpause hatten sich die zunächst düsteren Mienen auf der deutschen Bank etwas aufgehellt.

Hollatz raus, Slowenien „übernimmt“

Das DBB-Team verpasste anfangs des zweiten Viertels einige Chancen die Führung auszubauen. Auf der anderen Seite war Slowenen mit Jordan Morgan zum 25:21 zur Stelle (12.). Die deutschen Würfe fielen nicht, Slowenien kam weiter heran und übernahm durch Ziga Samar die Führung (25:26, 13.). Deutschland sammelte Fouls, der slowenische Korb war wie vernagelt. DiLeo holte die Führung an der Freiwurflinie zurück, aber der starke Edo Muric netzte einen Dreier zum 27:31 (15.), die Halle wurde erstmals etwas lauter. Krämer kassierte sein drittes Foul, es sah in diesen Minuten nicht gut aus für die Gäste. Joshua Obiesie traf einen wichtigen Wurf (31:34) und blockte hinten stark (17.). Das Momentum war aber bei den Slowenen, die viel zu leicht zum 32:40 kamen (19.). Jacob Patrick kam kurz vor dem Seitenwechsel zu seinen ersten Minuten im Nationaltrikot der Herren, nach 20 Minuten hieß es 34:41. Auch Schilling hatte noch sein drittes Foul erhalten.

DBB-Auswahl versucht alles

Slowenien machte den Vorsprung schnell nach der Pause zweistellig (34:45, 22.), Basti Doreth antwortete per Dreier, Di Leo besorgte das 39:45 (23.). Die DBB-Auswahl versuchte alles, aber Slowenien war jetzt obenauf und wollte sich die Chance auf die vorzeitige WM-Qualifikation nicht nehmen lassen. Natürlich fehlte Hollatz an allen Ecken und Enden, beim 41:50 (26.) nahm Herbert die nächste Auszeit. Noch immer fielen die Würfe fast nur bei den Slowenen, Krämer musste mit dem vierten Foul auf die Bank. Beim 41:53 sprach nicht mehr viel für die DBB-Korbjäger (27.). Nichts ging in diesen Minuten bei der deutschen Mannschaft, die nach 30 Minuten mit 48:61 in Rückstand geraten war.

Comeback zu spät

Sollte noch einmal ein Comeback gelingen? Die Antwort auf diese Frage schien nach 31 Minuten, als Slowenien das 48:65 machte und souverän wirkte, eher „Nein“ zu lauten. David Krämer sorgte nahezu im Alleingang dann allerdings doch noch für einen späten Schimmer der Hoffnung. Krämer attackierte rigoros und wurde mit Freiwürfen belohnt. Sein Dreier mit etwas mehr als einer Minute verkürzte auf 71:77, der von Meisner sogar auf 73:77.

Das Aufbäumen kam jedoch leider einen Ticken zu spät. Die Slowenen zeigten von der Freiwurflinie keine Nerven und lösten letztendlich doch noch ihr Ticket zur Weltmeisterschaft. Das schlussendliche 75:81 aus deutscher Sicht hielt jedoch den direkten Vergleich beider Teams auf Seiten des Herbert-Teams, das das Hinspiel mit 19 Punkten Differenz für sich entschied.

Stimmen

David Krämer: „Wir haben niemals aufgehört zu kämpfen und bis zum Schluss an unsere Chance geglaubt. Leider hat es dann nicht gereicht. Das pick´n´roll von Samar und Morgan haben wir nicht in den Griff bekommen, dazu nicht gut genug von außen getroffen. Aber wir kommen im Februar voll motiviert wieder!“

Gordon Herbert: „Gratulation an Slowenien zur Qualifikation. Wir hatten einige gute Momente in diesem Spiel. Wie wir Ende des ersten Viertels gespielt haben, war sehr gut. Aber insgesamt genügen 20 gute Minuten auf diesem Niveau meist nicht um Spiele zu gewinnen. Morgan hat uns unter dem Korb vor Probleme gestellt, die wir das gesamte Spiel über nicht richtig lösen konnten. Dennoch bin ich stolz auf mein Team, dass nie aufgegeben hat und fast noch zurückgekommen wäre.“

Für Deutschland spielten:
Robin Christen (ratiopharm Ulm, 3), Maximilian DiLeo (EWE Baskets Oldenburg, 6), Bastian Doreth (medi Bayreuth, 3), Justus Hollatz (CB Breogán/ESP, 2), David Krämer (Basketball Löwen Braunschweig, 21), Lukas Meisner (Veolia Towers Hamburg, 10), Joshua Obiesie (FRAPORT SKYLINERS, 3), Jacob Patrick (MHP Riesen Ludwigsburg, 0), Gavin Schilling (Limoges CSP, 6), Christian Sengfelder (Brose Bamberg, 10), Lukas Wank (FRAPORT SKYLINERS, 10), Jonas Wohlfarth-Bottermann (Veolia Towers Hamburg, 1).

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