Die deutsche Damen-Nationalmannschaft hat heute in Weißenfels mit einem überragenden Sieg gegen den EM-Fünften und WM-Teilnehmer Bosnien und Herzegowina gewaltig aufhorchen lassen. Das Team von Bundestrainer Walt Hopkins setzte sich gegen den favorisierten Gegner nach sehr starker Vortellung mit 97:58 (22:16, 27:23, 29:8, 19:11) durch. Dadurch wahrten die DBB-Korbjägerinnen ihre Chance auf die Qualifikation zur EuroBasket Women im kommenden Jahr in Israel und Slowenien. Am kommenden Sonntag, 27. November 2022, tritt die Mannschaft in Skopje gegen Nordmazedonien an.

Hopkins startete mit Svenja Brunckhorst, Leonie Fiebich, Romy Bär, Ama Degbeon und Marie Gülich. Degbeon kümmerte sich um die eingebürgerte US-Amerikanerin Hurt. Nach über sechs Jahren Abstinenz in der „Natio“ erzielte Bär die ersten Punkte des Spiels. Und legte direkt einen Dreier nach (5:0, 3.). Vorne unterliefen der DBB-Auswahl einige Ballverluste, aber der Dreier von Brunckhorst, ein erfolgreicher Bär-Fastbreak und Punkte von Degbeon bedeuteten das 12:4 (5.), Auszeit Bosnien. Mit ihrem ersten Ballkontakt erhöhte Alina Hartmann auf 15:4 (6.), Anna Lappenküper betrat erstmals für die DBB-Damen das Feld. Lediglich bei den Anspielen unter den Korb wirkte Deutschland unsicher, sonst lief die Partie bis dahin rund (18:8, Dreier Fiebich, 7.). Degbeon verteidigte herausragend, Hartmann hielt ihr Team vorne (20:12, 10.).

10:0- vs 12:3-Lauf

Der Rhythmus der Deutschen war jetzt etwas dahin, die Führung schmolz, der Gegner kam durch zwei Dreier zum Ausgleich (26:26, 13.). Nach einem 10:0-Lauf des Gegners brachte Deutschland durch Gülich wieder Punkte auf das Scoreboard (28:30, 14.), ehe Degbeon Deutschland per „and one“ wieder nach vorne brachte. Brunckhorst zeigte sich auch aus der Distanz bestens aufgelegt und traf zum 34:30 (15.). Degbeon und Gülich sorgten für das 38:32, die Reboundüberlegenheit half jetzt enorm. Die DBB-Auswahl hatte nach 17 Minuten mit einem 12:3-Lauf gekontert (40:33). Die nächsten Szenen gehörten Gülich, die sich mehrfach am gegnerischen Brett durchsetzen konnte (44:35, 19.). Brunckhorst netzte ihren dritten Dreier (mit Brett), zur Pause führten die Gastgeberinnen zweistellig: 49:39.

Hartmann „dreht durch“

Im Rahmen des Spieles wurden Katharina Fikiel, Laura Hebecker und Finja Schaake aus der Nationalmannschaft verabschiedet. DBB-Präsident Ingo Weiss, DBB-Vizepräsident Armin Andres und DBB-Vizepräsident Werner Lechner überreichten Präsente. Deutschland kam gut aus der Kabine (55:41, Gülich, 23.), hatte sich offenbar fest vorgenommen, die Gäste nicht mehr ins Spiel zurückzulassen. Bär baute den Vorsprung aus, es sah richtig gut aus für die ING-Korbjägerinnen (57:41, 24.). Die 1.112 Zuschauer*innen standen hinter ihrem Team, Degbeon kassierte ihr drittes Foul. Gülich war kaum zu stoppen, sie bediente Luisa Geiselsöder ganz stark zum 61:43 (26.). Der vierte Dreier von Brunckhorst und vier (!) weitere Distanztreffer durch Hartmann ließen den Gegner verzweifeln (78:45, 29.). Jessika Schiffer feierte ihr Debüt im Nationaltrikot, nach drei Vierteln hieß es 78:47.

Sensationell!

Im Schlussabschnitt ließ die deutsche Mannschaft nichts mehr anbrennen. Spätestens beim 83:49 nach fünf Schiffer-Punkten war die Partie entschieden (32.). Doch es ging um jeden Punkt, denn in der Gruppe sind noch verschiedene direkte Vergleiche möglich. So hieß es bis zum Ende konzentriert zu bleiben. Bosnien und Herzegowina wirkte völlig konsterniert und fand überhaupt kein Mittel gegen die DBB-Auswahl. Lokalmatadorin und Debütantin Laura Schinkel wurde vom Publikum bei ihrem ersten Einsatz gefeiert. Der Vorsprung wuchs auf über 40 Punkte (93:50, 37.). Auch Emma Eichmeyer debütierte noch, am Ende war großer Jubel angesagt!

 

„Als Team hat es heute richtig Spaß gemacht“

Alina Hartmann: „Es ist natürlich schön, wenn jeder Wurf fällt, aber ich muss sagen, dass es als Team heute richtig Spaß gemacht hat. Wir haben hart gearbeitet die letzten Tage, hatten keine Pause nach den Ligaspielen, wir waren alle mit der richtigen Einstellung da und haben uns heute einfach selbst belohnt. Ich habe mir einfach vorgenommen cool zu bleiben, was auch immer passiert, nehme ich mit und das hat gut geklappt heute.“

Walt Hopkins: „Ich habe erwartet, dass wir heute rauskommen und gut spielen. An einen solch hohen Sieg habe ich natürlich nicht gedacht, aber wir haben uns jetzt in die bestmögliche Position gebracht. Nach der Pause haben wir die Ballverluste reduziert, waren am Brett erfolgreich und haben ganz viele Dinge richtig gut gemacht. Es war großartig, dass ich alle zwölf Spielerinnen einsetzen konnte. Jede ist aufs Feld gekommen und hat uns etwas gegeben. Es ist immer schön, wenn sich die harte Arbeit aus dem Training auszahlt.“

Für Deutschland spielten:
Romy Bär (Rheinland Lions, 12), Svenja Brunckhorst (Team Bundeswehr, 11), Ama Degbeon (BKG Prima Akademia/HUN, 11), Emma Eichmeyer (GiroLive Panthers Osnabrück, 0), Leonie Fiebich (Casademont Zaragoza/ESP, 7), Luisa Geiselsöder (La Roche Vendee/FRA, 4), Sonja Greinacher (Team Bundeswehr, 7), Marie Gülich (Valencia BC/ESP, 18), Alina Hartmann (Rutronik Stars Keltern, 17), Anna Lappenküper (Rheinland Lons, 0), Jessika Schiffer (Rider University/USA, 5), Laura Schinkel (GISA Lions MBC, 2).

Boxscore