An dieser Stelle stellen wir Ihnen die Teams für den Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin (4.-13. September 2026, Tickets) vor. Heute werfen wir dabei einen Blick auf

Südkorea – Die Wiedergeburt einer asiatischen Basketballtradition

Über Jahrzehnte war Südkorea neben China die prägende Kraft des asiatischen Frauenbasketballs. Olympiateilnahmen, Weltmeisterschaften und zahlreiche Medaillen machten das Land zu einer festen Größe im internationalen Wettbewerb. Mit dem Aufstieg Japans und Australiens geriet Korea jedoch zunehmend ins Hintertreffen.

In den vergangenen Jahren schien die Mannschaft den Anschluss an die asiatische Spitze teilweise verloren zu haben. Doch die jüngsten Turniere zeigen eine erfreuliche Entwicklung. Die erfolgreiche Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 und mehrere starke Auftritte gegen höher eingeschätzte Gegnerinnen deuten darauf hin, dass Korea wieder näher an seine traditionelle Stärke heranrückt.

Neue Stabilität nach schwierigen Jahren

Der Umbruch im koreanischen Basketball verlief nicht ohne Probleme. Mehrere erfahrene Spielerinnen beendeten ihre Karrieren, während junge Talente zunächst Schwierigkeiten hatten, die entstandenen Lücken zu schließen. Gleichzeitig entwickelte sich der internationale Frauenbasketball zunehmend physischer, was Korea vor zusätzliche Herausforderungen stellte.

Dennoch gelang es dem Verband, eine neue Generation aufzubauen, die sich wieder stärker an den traditionellen Stärken des Landes orientiert: Tempo, Disziplin und exzellentes Guard-Spiel. Diese Entwicklung wurde spätestens 2025 sichtbar.

Der Asia Cup 2025

Beim Asia Cup 2025 erreichte Korea den vierten Platz und zeigte über weite Strecken überzeugende Leistungen. Zwar reichte es nicht für eine Medaille, doch die Mannschaft präsentierte sich deutlich stabiler als bei früheren Turnieren. Besonders gegen einige der favorisierten Gegnerinnen gelang es, das Spiel lange offen zu halten. Die koreanische Mannschaft überzeugte vor allem durch ihre Kampfbereitschaft und ihre Fähigkeit, taktische Vorgaben konsequent umzusetzen. Trotz körperlicher Nachteile gelang es immer wieder, Spiele durch gutes Shooting und intelligente Ballbewegung ausgeglichen zu gestalten. Der vierte Platz bestätigte, dass Korea weiterhin zu den wichtigsten Basketballnationen Asiens gehört.

Das Qualifikationsturnier in Frankreich

Den bislang größten Erfolg der jüngsten Vergangenheit feierte die Mannschaft beim Qualifikationsturnier in Lyon-Villeurbanne. Dort traf Korea auf hochkarätige Konkurrenz, darunter Gastgeber Frankreich. Dennoch gelang die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026. Zur Symbolfigur dieses Erfolgs wurde Kang Lee-Seul. Die Guard spielte ein herausragendes Turnier und wurde in das All-Star Five gewählt. Mit durchschnittlich 18,6 Punkten pro Spiel gehörte sie zu den besten Werferinnen des gesamten Wettbewerbs. Ihre Leistungen zeigten eindrucksvoll, wie gefährlich Korea werden kann, wenn die Guards ihren Rhythmus finden.

Kang Lee-Seul als Leitfigur

Kang Lee-Seul verkörpert die neue Generation des koreanischen Basketballs, obwohl sie bereits 32 Jahre alt ist. Sie ist eine exzellente Werferin, bewegt sich intelligent ohne Ball und besitzt die Fähigkeit, auch unter Druck schwierige Würfe zu treffen. Darüber hinaus übernimmt sie zunehmend Verantwortung als Führungsspielerin. Ihre Bedeutung für die Mannschaft geht weit über ihre Punkteausbeute hinaus. Sie gibt dem Team Selbstvertrauen und sorgt dafür, dass Korea offensiv jederzeit gefährlich bleibt. Gerade mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2026 wird ihre Rolle entscheidend sein.

Spielstil und Identität

Der koreanische Basketball erinnert in vielen Bereichen an Japan, weist jedoch einige wichtige Unterschiede auf. Auch Korea setzt auf Geschwindigkeit, Distanzwürfe und Guard-orientiertes Spiel. Allerdings agiert die Mannschaft häufig etwas strukturierter und kontrollierter. Im Angriff steht die Ballbewegung im Mittelpunkt. Durch präzises Passspiel werden freie Würfe kreiert, während gleichzeitig das Tempo hoch gehalten wird. Defensiv kompensieren die Koreanerinnen körperliche Nachteile durch Einsatzbereitschaft und taktische Disziplin. Diese Eigenschaften machen Korea zu einem unangenehmen Gegner, insbesondere für Mannschaften, die sich auf ein langsames, physisches Spiel verlassen.

Ausblick

Die erfolgreiche Qualifikation für Berlin 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein für den koreanischen Frauenbasketball. Auch wenn das Team aktuell nicht zu den Medaillenkandidaten zählt, besitzt es genügend Qualität, um etablierte Nationen vor Probleme zu stellen. Die weitere Entwicklung von Kang Lee-Seul und anderen jungen Leistungsträgerinnen wird darüber entscheiden, ob Korea langfristig wieder in die asiatische Spitze zurückkehren kann. Die Grundlagen dafür sind jedenfalls vorhanden.