An dieser Stelle stellen wir Ihnen die Teams für den Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin (4.-13. September 2026, Tickets) vor. Heute werfen wir dabei einen Blick auf

Frankreich – Die Grande Nation jagt den ganz großen Titel

Kaum eine Nation hat den internationalen Frauenbasketball in den vergangenen zwei Jahrzehnten so konstant geprägt wie Frankreich. Während andere Spitzenprogramme Höhen und Tiefen durchlebten, gehörten die Französinnen nahezu durchgehend zur Weltelite. Olympische Medaillen, Europameistertitel, Weltmeisterschafts-Podestplätze und eine beeindruckende Nachwuchsarbeit haben die „Bleues“ zu einem der Vorzeigeprogramme des Weltsports gemacht. Trotz aller Erfolge fehlt jedoch bis heute jener eine Triumph, der eine Generation unsterblich macht: der Gewinn einer Weltmeisterschaft oder olympischen Goldmedaille. Mehrfach stand Frankreich kurz vor dem ganz großen Wurf, mehrfach fehlten am Ende nur wenige Punkte.

Die Olympischen Spiele 2024 in Paris brachten die bislang größte Chance. Vor heimischem Publikum erreichte Frankreich das Finale und gewann die Silbermedaille. Nur die USA verhinderten den historischen Triumph. Seitdem richtet sich der Blick der gesamten Basketballnation auf ein neues Ziel: die Weltmeisterschaft 2026 in Berlin. Mit dem aktuellen Kader gehört Frankreich zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den Titel.

Paris 2024 – Die Spiele einer Nation

Die Olympischen Spiele 2024 waren für Frankreich weit mehr als nur ein sportliches Ereignis. Vor ausverkauften Hallen und einem begeisterten Publikum entwickelte sich die Frauen-Nationalmannschaft zu einem der emotionalen Mittelpunkte des Turniers. Von Beginn an präsentierten sich die Französinnen als hervorragend organisierte Einheit, die Defensive, Athletik und Teamgeist auf höchstem Niveau vereinte. Spiel für Spiel wuchs die Überzeugung, dass erstmals in der Geschichte olympisches Gold möglich sein könnte. Frankreich kämpfte sich bis ins Finale und traf dort auf den ewigen Maßstab des Frauenbasketballs: die Vereinigten Staaten.

Das Endspiel entwickelte sich zu einem der dramatischsten olympischen Finals der jüngeren Basketballgeschichte. Frankreich verlangte den Amerikanerinnen alles ab und verlor nur denkbar knapp. Trotz der Enttäuschung überwog am Ende der Stolz über die Silbermedaille. Das Turnier zeigte eindrucksvoll, dass Frankreich inzwischen dauerhaft auf Augenhöhe mit den besten Teams der Welt agieren kann.

Die Entwicklung einer goldenen Generation

Der aktuelle Erfolg kommt nicht überraschend. Seit Jahren investiert Frankreich massiv in die Entwicklung des Frauenbasketballs. Kaum ein europäisches Land produziert so regelmäßig Spitzenspielerinnen wie die Grande Nation. Zahlreiche Talente durchlaufen professionelle Ausbildungsprogramme und sammeln früh Erfahrungen in den besten Ligen Europas und Nordamerikas.

Diese Struktur hat eine Generation hervorgebracht, die außergewöhnlich breit aufgestellt ist. Frankreich verfügt nicht nur über einzelne Stars, sondern über einen kompletten Kader voller internationaler Klasse. Genau diese Tiefe unterscheidet die Mannschaft von vielen Konkurrentinnen.

Die EuroBasket 2025 – Knapp an Medaille vorbei

Nicht in Bestbesetzung … und trotzdem auf Platz vier! So könnte man die Women’s EuroBasket aus französischer Sicht beschreiben. Ohne ihre Stars Gabby Williams und Marine Johannes kamen die Französinnen dennoch ungefährdet ins Halbfinale, wo sie Spanien mehr als unglücklich mit 64:65 unterlagen, weil in der letzten Sekunde ein Freiwurf daneben ging. Im Spiel um Bronze steckte dann die große Enttäuschung noch in den Knochen und man war Italien mit 54:69 unterlegen. Dennoch machte die EM deutlich, dass Frankreich nicht unbedingt von einzelnen Spielerinnen abhängig ist. Unterschiedliche Akteurinnen konnten Verantwortung übernehmen, und selbst personelle Ausfälle ließen sich erstaunlich gut kompensieren. Diese Variabilität gehört zu den größten Stärken des Programms.

Ein beeindruckendes Qualifikationsturnier

Beim Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft 2026 in Lyon-Villeurbanne ließ Frankreich anschließend keinen Zweifel an seinen Ambitionen. Vor heimischem Publikum gewann die Mannschaft sämtliche Begegnungen und qualifizierte sich souverän für Berlin. Besonders beeindruckend war dabei die Dominanz, mit der Frankreich viele Spiele kontrollierte. Defensiv ließ das Team nur wenige einfache Würfe zu, offensiv wurde der Ball hervorragend bewegt. Die Leistungen wirkten so reif und ausgeglichen, dass viele Beobachter Frankreich bereits früh als einen der Topfavoriten auf die Weltmeisterschaft einstuften.

Janelle Salaün – Die neue Leitfigur

Das Gesicht der neuen französischen Generation ist Janelle Salaün. Die vielseitige Flügelspielerin gehört zu den komplettesten Basketballerinnen Europas. Sie kann auf mehreren Positionen eingesetzt werden, verteidigt mit hoher Intensität und übernimmt offensiv zunehmend Verantwortung. Beim Qualifikationsturnier wurde Salaün zur wertvollsten Spielerin gewählt und bestätigte eindrucksvoll ihren Status als neue Anführerin des Teams. Ihre Entwicklung symbolisiert den Wandel innerhalb der Nationalmannschaft. Während frühere Generationen stark von einzelnen Veteraninnen geprägt wurden, steht nun eine neue Gruppe von Spielerinnen im Mittelpunkt. Salaün führt diese Generation an.

Gabby Williams – Das Herzstück des Teams

Neben Salaün bleibt Gabby Williams eine der wichtigsten Persönlichkeiten des französischen Basketballs. Kaum eine Spielerin verbindet Athletik, Spielintelligenz und Vielseitigkeit so beeindruckend wie sie. Williams kann praktisch jede Position verteidigen und ist in der Lage, ein Spiel auf unterschiedlichste Weise zu beeinflussen. Besonders ihre Defensive macht Frankreich so gefährlich. Viele gegnerische Stars erleben gegen Williams ihre schwierigsten Spiele des Jahres. Ihre Bedeutung für die Mannschaft lässt sich kaum überschätzen.

Dominique Malonga – Die Zukunft beginnt jetzt

Wenn über die Zukunft des internationalen Frauenbasketballs gesprochen wird, fällt inzwischen regelmäßig ein Name: Dominique Malonga. Die junge Französin gilt als eines der größten Talente ihrer Generation. Ihre Kombination aus Größe, Athletik und technischem Können erinnert viele Experten an die dominanten Innenspielerinnen früherer Jahrzehnte. Schon jetzt sammelt sie wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau und wird in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle im französischen Basketball einnehmen. Für Berlin 2026 könnte sie bereits ein entscheidender Faktor werden.

Die französische Spielphilosophie

Frankreich spielt einen Basketball, der auf Athletik, Länge und Verteidigung basiert. Die Mannschaft gehört zu den körperlich stärksten Teams der Welt. Gleichzeitig verfügt sie über genügend spielerische Qualität, um auch gegen taktisch anspruchsvolle Gegner Lösungen zu finden. Defensiv erzeugen die Französinnen enormen Druck. Gegnerische Guards werden permanent attackiert, Passwege geschlossen und Rebounds aggressiv gesichert. Offensiv setzt Frankreich auf Vielseitigkeit. Unterschiedliche Line-ups ermöglichen verschiedene Spielweisen – von schnellen Transition-Angriffen bis hin zu kontrolliertem Halbfeldbasketball. Diese Flexibilität macht die Mannschaft so schwer ausrechenbar.

Ausblick

Für die Weltmeisterschaft 2026 reist Frankreich mit klaren Ambitionen nach Berlin. Ein Viertelfinale wäre für dieses Team keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Enttäuschung. Selbst das Halbfinale gilt innerhalb des Programms eher als Mindestziel. Die Mannschaft besitzt die Qualität, um um Gold zu spielen. Vielleicht sogar mehr als jemals zuvor. Nach Olympia-Silber vor eigenem Publikum fehlt nur noch der letzte Schritt. Die Weltmeisterschaft könnte genau die Bühne sein, auf der Frankreich diesen Schritt endlich geht.