Die deutschen U16-Jungen haben bei der U16 EuroBasket in Oradea/ROU den ersten Dämpfer erlitten. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann unterlag nach dem Auftaktsieg gegen Belgien heute in der zweiten Partie gegen Slowenien mit 70:93 (19:29, 24:17, 14:26, 13:21). Morgen geht es dann zum Abschluss der Vorrunde gegen Topfavorit Frankreich (9.8.26, 19.30 Uhr, live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der FIBA).

0:11-Lauf

Danny Egbe war bei Deutschland in die Startformation gerückt. Beide Teams starteten mit viel Druck in der Defense. Und mit Attacken auf den gegnerischen Korb (6:8, 4.). Johan Meinberg handelte sich sehr schnell zwei Fouls ein und musste erst einmal auf die Bank. Die Partie war häufig unterbrochen, die Punkte fielen alle direkt am Brett oder nach Freiwürfen (9:10, „and one“ Jaron Braun, 5.). Sloweniens Center Tim Hegic machte Probleme, das DBB-Team tat sich schwer einen Rhythmus zu finden (9:16, 6.), Auszeit Deutschland. Slowenien war in dieser Phase klar spielbestimmend und nach sieben Minuten zweistellig vorne (9:21). Erst nach elf unbeantworteten Punkten der Slowenen kam Deutschland wieder zum Erfolg. Der Dreier von Linus Ohr tat richtig gut (15:25, 9.), nach zehn Minuten hieß es nach einem Dreier von Oliver Papez 19:29.

Ohr und Egbe

Der in diesem Sommer so sensationell erfolgreiche slowenische Nachwuchs (U18- und U20-Europameister) übte weiterhin viel Druck auf die DBB-Youngster aus, mit dem diese jetzt besser zurecht kamen. Der bis dahin unauffällige Egbe checkte mit drei Freiwurftreffern ein und ein Dreier von Ohr bedeutete das 25:31 (12.). Die DBB-Auswahl kämpfte sich ins Spiel und war beim 27:31 durch Marko Volf in Schlagdistanz (13.). Wieder war Ohr „für drei“ erfolgreich, Volf brachte Deutschland in Führung (32:31, 14.). Fortan verlief die Partie wieder Kopf an Kopf (35:34, Dreier Berin Nurkic, 16.). Beim 35:39 nach einigen Nachlässigkeiten in der deutschen Defense nahm Bauermann eine weitere Auszeit. Egbe hämmerte einen Dunk in den slowenischen Korb und traf auch den Bonusfreiwurf (38:39, 17.). Und nach einem weiteren „and one“ von ihm hieß es 41:39 (18.). Es ging jetzt wirklich munter hin und her. Zur Pause hatte der Gegner wieder knapp die Nase vorn (43:46).

Boxscore

Zu viele Ballverluste

Slowenien kam besser aus der Kabine (43:50, 22.), die DBB-Jungen ließen ein paar vermeintlich einfache Gelegenheiten aus. Volf brach den Bann, aber sein Team lief auch nach 24 Minuten einem Rückstand hinterher (45:54), Auszeit Deutschland. Der zweite Dreier von Nurkic bedeutete das 49:54, aber die nächsten Szenen gehörten wieder dem Gegner, der sich etwas absetzen konnte, weil es ihm von der deutschen Defense zu einfach gemacht wurde (49:61, 27.). Viel zu oft wurden die Slowenen an die Freiwurflinie geschickt, wo sie hochprozentig trafen. Ohr war mit seinem vierten Dreier zum 52:63 erfolgreich und machte Hoffnung (28.), aber man machte sich das Leben mit unnötigen Ballverlusten schwer. Meinberg markierte mit Bonus das 57:67 (29.), Egbe und Ohr waren bereits mit vier Foulks belastet (57:72 nach dem dritten Viertel).

Kein Comeback

Konnte Deutschland noch einmal in die Partie zurückfinden? Nach 33 Minuten hatte sich nichts am klaren Rückstand geändert (60:77) und man musste sich langsam damit anfreunden, als Verlierer vom Platz zu gehen. Bauermann forderte energisch „Weiter, weiter!“, aber seine Mannschaft schaffte kein Comeback mehr 65:82 (35.). Auch wenn man sich bis zur Schlusssekunde mit vollem Einsatz bemühte.

„Mit eigenem Spiel geschlagen“

Bundestrainer Dirk Bauermann: „Ein schwacher Start von uns, dann haben wir aber mit toller Moral und mit guter Qualität zurückgefunden und auch mal geführt. Nach der Pause muss man einfach zugestehen, dass Slowenien uns mit einer wirklich extrem starken Verteidigung den Schneid abgekauft, uns fast die Luft zum Atmen genommen und uns mit unserem eigenen Spiel geschlagen hat. Das war absout verdient für Slowenien. Die sind einfach weiter in der Spielentwicklung. Das ist für uns aber kein Beinbruch, sondern wir nehmen das mit und lernen daraus. Morgen gegen Frankreich wird das ein echter Moraltest.“

Für Deutschland spielten
Spielerin Punkte Verein
Oliver Papez 7 Telekom Baskets Bonn
Jaroslaw Zinn 0 Eintracht Frankfurt/SKYLINERS
Elija Pohlack 4 ALBA BERLIN
Marko Volf 10 FC Bayern München
Danny Egbe 9 Hamburg Towers/SC Rist Wedel
Linus Ohr 12 HAKRO Merlins Crailsheim
Justus Reintjes 4 BBU ’01/Orange Academy
Berin Nurkic 12 FC Bayern München
Jaron Braun 4 Basketball Löwen Braunschweig
Johan Meinberg 5 Hamburg Towers
Lukas Schmidt 2 Porsche BBA Ludwigsburg
Lino Schenk 1 Hamburg Towers