Wir waren wieder unterwegs – es ging zur 13.Maxibasketball EM nach Athen, womit sich der Kreis geschlossen hat. Was als kleines Pflänzchen vor 24 Jahren bei der 2. EM in Athen für uns deutsche Maxibasketballer mit drei Teilnehmern aus Hamburg begann, ist eine richtig große Bewegung in Deutschland geworden.

Rekordzahl von 31 deutschen Teams

Wir waren in Athen mit einer Ausnahme (40+ Herren) in allen Altersklassen mit der Rekordzahl von 31 Mannschaften vertreten. Damit stellte Deutschland das größte europäische Kontingent bei dieser EM, wobei besonders die Damen-Teams waren wieder sehr erfolgreich waren. Insgesamt sind 199 Mannschaften aus 21 europäischen Ländern angetreten, die durch 13 Länder aus aller Welt ergänzt wurden. Dabei haben Japan, Australien und Mosambik mit um die Medaillen gekämpft, da sie keine eigenen Kontinentalmeisterschaften haben. Sportler aus Süd- und Nordamerika nahmen außerdem als Gäste teil.

Ca. 400 Basketballverrückte aus Deutschland haben beim Einmarsch der Nationen am 27. Juni 2026 die deutsche Delegation repräsentiert. Schiedsrichter aus Deutschland waren ebenfalls wieder dabei: Andreas Schreiner und Inger Treu wurden erneut nominiert. Die Erfolge haben auch nicht auf sich warten lassen, denn die Damen holten sieben Medaillen.

Damen

Aushängeschild war wieder der amtierende Welt- und Europameister, das Ü45-Team um Rebecca Thoresen, das nach sechs Siegen Gold gewann. Das gleiche gelang dem neu zusammengestellten Team Ü40, das ebenfalls unbesiegt blieb und die zweite Goldmedaille für die deutsche Delegation erreichte.

Drei Silbermedaillen und zweimal Bronze komplettieren den großen Erfolg unserer Damen. Ü35 verlor knapp gegen Estland, Ü55 noch knapper gegen Italien und am knappsten ging es beim Ü65-Team zu, das gegen Lettland mit 34:36 unterlag. In den beiden Kategorien Ü55 und Ü65 wurde noch zusätzlich jeweils durch eine zweite deutsche Mannschaft der Bronzeplatz erreicht.

Herren

Die Herren waren nicht ganz so erfolgreich, aber drei Silber- und eine Bronzemedaille sind aller Ehren wert. Die Teams Ü45 und Ü75 beendeten das Turnier mit jeweils nur einer Niederlage, wobei es bei Ü75 gegen Italien mit 30:34 sehr knapp zuging. Noch unglücklicher war sicherlich das Ü80-Team, das in der Serie best of three gegen Lettland das entscheidende dritte Spiel mit einem Punkt in der Verlängerung verlor. Bronze sicherte sich außerdem das Ü50-Team, das im Spiel um Platz 3 Spanien deutlich besiegte und nur dem späteren Europameister im Halbfinale unterlegen war.

Erwähnenswert ist außerdem eine sehr unschöne und besonders unfaire Situation aus der Konkurrenz Ü55. Hier spielte unsere deutsche Mannschaft in der Vorrunde gegen Slowenien, die mit einem jüngeren Spieler, der außerdem unter falschem Namen spielte , antraten . Dieser Betrug wurde aber erst später im Turnier sanktioniert und die Mannschaft disqualifiziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber unsere Mannschaft schon ein weiteres Spiel gegen den späteren Europameister Italien gespielt und knapp verloren, so dass ein Kampf um die Medaillen nicht mehr möglich war. Der 5. Platz war dann nur ein schwacher Trost. Die Jungs hätten sicher mehr verdient.

Später stellte sich heraus, dass die Slowenen auch in ähnlicher Weise in der Kategorie Ü60 betrogen hatten. Hier muss von der FIMBA dringend Abhilfe geschaffen werden.

Spannendes und kollektives Erlebnis

Es war wieder ein spannendes und kollektives Erlebnis mit allerdings dem oben erwähnten bitterbösen Nachgeschmack. Der Sommer unter der Akropolis in der altehrwürdigen Olympiastadt war großartig und sehr erfolgreich. Das Virus Basketball hat die deutsche Delegation inspiriert und begleitet und wird auch weitergetragen werden. Auf zu den nächsten Turnieren in den kommenden Jahren, die den Senioren-Basketball in Deutschland noch populärer machen werden.

Euer Hans-Jürgen „Ducki“ Duchstein
Deutscher Repräsentant der FIMBA und Delegationsleiter für Deutschland

 

Appendix.

Zum Schluss möchte ich noch eine Anmerkung machen: Es wird in den kommenden Jahren einige gravierende Änderungen im Maxibasketball geben, denn die FIBA ist mit einem Basketball Masters Turnier in die Szene eingestiegen. Es fand nahezu zeitgleich ein solches Turnier in Korinth statt, an dem knapp 100 Mannschaften (Damen, Herren und 3×3) teilnahmen. Dieses Event würde erst spät bekanntgemacht und kommuniziert, so dass sich aus Deutschland niemand mehr anmelden konnte. Nur die Männer-Ü40 mit Steffen Hamann ergriffen die Gelegenheit um Deutschland dort zu vertreten. Der Wettbewerb hatte aber deutlich weniger Mannschaften und wurde mit griechischen Teams aufgefüllt. Der Ü40 gelang es, das Turnier zu gewinnen, was einen weiteren tollen Erfolg für den deutschen Basketball darstellt. Die FIBA möchte das Masters jährlich etablieren, München wäre ein Kandidat als Austragungsstätte für den Sommer 2027, wobei es noch keine genauen Termine gibt. Ich werde alle Interessenten über die Entwicklung auf dem Laufenden halten.

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