75:82 gegen Litauen | Jetzt gegen Rumänien
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75:82 gegen Litauen | Jetzt gegen Rumänien
Halbfinale verpasst! Die deutschen U16-Jungen spielen bei der U16 EuroBasket in Oradea/ROU um die Plätze fünf bis acht. Im Viertelfinale unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann heute nach einer sensationellen Aufholjagd im Schlussviertel mit 75:82 (18:23, 11:23, 19:20, 27:16) gegen Litauen, kann aber trotzdem erhobenen Hauptes in die weiteren beiden Spiele gehen. Nächster Gegner im ersten Platzierungsspiel ist am kommenden Freitag Gastgeber Rumänien, das klar gegen Topfavorit Frankreich verlor (live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der FIBA).
Mit guter Körpersprache starteten die DBB-Youngster, Marko Volf und Justus Reintjes netzten Dreier und Deutschland war früh mit 8:3 vorne (3.). Sehr gut funktionierte das offensive Zusammenspiel, die Defense stand stabil (12:7, 5.). Danielius Jasikevicius, Sohn von Litauens Legende Saras, bereitete dem deutschen Team einige Probleme, aber auch nach sechs Minuten hatte die Führung Bestand (14:10). Eine Minute später hatte Litauen das Blatt mit einem Dreier gewendet (14:15), beim 14:17 nahm Bauermann eine Auszeit, um den kleinen litauischen Lauf zu stoppen. Litauen hatte jetzt etwas die Kontrolle übernommen, das dritte Foul von Johan Meinberg tat richtig weh. Nach zehn Minuten hieß es 18:23.
Die DBB-Auswahl hielt zunächst dagegen (22:25, 12., Volf), gestattete dem Gegner in diesen Minuten aber zu viel. Hier ein Steal, da ein Offensivrebound, hier ein freier Ball für Litauen … das trug nicht zur Beruhigung bei. Das DBB-Team musste aufpassen, Litauen nicht enteilen zu lassen (22:33, 15.). Offensiv fielen die Würfe nicht, es war eine kritische Phase, Auszeit Deutschland. Doch es wurde nicht besser und Litauen zog Punkt um Punkt davon (22:38, 16.). Erst nach 13 unbeantworteten Punkten der Litauer brachte die Deutschland wieder auf die Anzeigetafel (Freiwurf Volf). Litauen ging mit 20 Punkten in Führung (23:43, 17.), bei der DBB-Auswahl war jeder Faden gerissen. Gegen Ende des Spielabschnitts erholte sich das deutsche Team etwas, aber zum Seitenwechsel sah es eher düster aus (29:46).
So, dann hoffte ganz Basketball-Deutschland auf eine Aufholjagd der DBB-Jungen. Doch zunächst einmal blieb es in etwa beim gleichen Abstand (32:51, 23.). Deutschland musste sich etwas einfallen lassen und vor allem mehr Konstanz in seine Aktionen bringen, um den Rückstand verkürzen zu können. Elija Pohlack und Volf machten den Anfang und führten ihr Team auf 36:51 heran (25.). Litauen konnte mehrfach gestoppt werden und Oliver Papaez traf „für drei“ zum 39:51, so konnte es weiter gehen. Tat es aber nicht, denn Litauen schlug zurück (39:55, 27.), Auszeit Deutschland. Es folgten die ersten Punkte von Danny Egbe, aber noch immer änderte sich kaum etwas am Abstand (43:59, 28.). Litauen wirkte weitestgehend souverän und ließ bis dahin keine Wende zu. Der Dreier von Egbe zum 48:63 machte kurz vor Viertelende Hoffnung, wurde allerdings noch von Litauen gekontert (48:66).
Meinberg war wieder mit dabei und erzielte die ersten sieben Punkte der Deutschen im Schlussviertel. Es musste jetzt einfach ein Lauf her, sonst würde man den Gegner nicht mehr gefährden können. Doch der blieb auch nach 33 Minuten aus (55:72). Lukas Schmidt versenkte einen Dreier zum 58:72, Litauen nahm sechseinhalb Minuten vor dem Ende eine Auszeit. Ein „and one“ von reintjes später war der Rückstand auf 61:72 geschrumpft. Ging da doch noch was? Wieder Reintjes machte den Rückstand einstellig, Litauen wackelte. Und es waren noch mehr als fünf Minuten zu spielen. Meinberg kassierte sein viertes Foul, Litauen vergab zwei Freiwürfe. Reintjes hingegen traf einmal von der Linie, nur noch 64:72 (35.). 14 Punkte ohne Antwort waren der DBB-Auswahl nach einem Dreier des nun herausragenden Reintjes gelungen (67:72, 36.). Volf traf zum 69:72, die Partie war urplötzlich wieder völlig offen. Lino Schenk stopfte zum 71:72 (37.), Litauen bekam überhaupt nichts mehr aufs Parkett. Nach 18 deutschen Punkten in Folge traf Litauen zwei Freiwürfe und hatte den Führungswechsel abgewendet. Deutschland blieb jetzt dran und ließ nicht locker, aber der litauischen Dreier zum 72:77 schmerzte (38.). Das DBB-Team kam nach Papez-Dreier noch auf 75:80 heran, aber letztlich konnte Litauen so gerade noch den Kopf aus der Schlinge ziehen.
Bundestrainer Dirk Bauermann: „Nach diesem sehr emotionalen Sieg gestern war es toll, wie die Jungs wieder die Energie gefunden haben. Wir sind ja sehr gut gestartet, dann ein bisschen kalt geworden. In dem Alter ist es für die Jungs sehr schwierig, die Verteidigungsleistung von der Angriffsleistung abzukoppeln. Das ist nicht gut gelungen, aber wir haben in der Halbzeit darüber gesprochen, dass der Rückstand aufholbar ist und wie das geschehen kann. Ballbesitz für Ballbesitz in den Vorsprung reinschneiden, das haben wir uns vorgenommen und auch geschafft. Zum Schluss war es ein bisschen überhastet, aber ich bin sehr stolz auf de Mannschaft. Wir spielen mittlerweile einen sehr ansehnlichen Basketball, sehr effektiv. Es ist erstmal gut, dass morgen frei ist, wir werden auch nicht trainieren. Jetzt möchten wir Fünfter werden.“
| Spielerin | Punkte | Verein |
|---|---|---|
| Oliver Papez | 8 | Telekom Baskets Bonn |
| Jaroslaw Zinn | 0 | Eintracht Frankfurt/SKYLINERS |
| Elija Pohlack | 4 | ALBA BERLIN |
| Marko Volf | 16 | ratiopharm ulm/OrangeAcademy/BBU ’01 |
| Danny Egbe | 6 | Hamburg Towers/SC Rist Wedel |
| Linus Ohr | 0 | HAKRO Merlins Crailsheim |
| Justus Reintjes | 16 | BBU ’01/Orange Academy |
| Berin Nurkic | 2 | FC Bayern München |
| Jaron Braun | 0 | Basketball Löwen Braunschweig |
| Johan Meinberg | 11 | Hamburg Towers |
| Lukas Schmidt | 3 | Porsche BBA Ludwigsburg |
| Lino Schenk | 9 | Hamburg Towers |