Die deutschen U16-Jungen haben bei der U16 EuroBasket in Oradea/ROU im dritten Vorrundenspiel die erwartete Niederlage kassiert, dabei aber phasenweise durchaus eine ordentliche Rolle gespielt. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann unterlag Topfavorit Frankreich mit 58:87 (15:32, 11:15, 17:22, 15:18). Im Achtelfinale am kommenden Dienstag bekommen es die DBB-Youngster nun mit Israel zu tun (live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der FIBA).

Fehlstart

Deutschland trat heute ohne Marko Volf an, der geschont wurde. „Moral“ hatte Bauermann von seinen Akteuren vor dem Spiel gegen die athletisch scheinbar übermächtigen Franzosen gefordert. Wie gewohnt übten die Franzosen von Beginn an enormen defensiven Druck aus und übernahmen schnell das Kommando (0:10, 3.). Bauermann nahm eine schnelle Auszeit. Danny Egbe markierte die ersten deutschen Punkte, aber das beeindruckte den Gegner kaum (4:19, 5.). Zu groß war die körperliche Überlegenheit der Franzosen, die Deutschen wirkten in diesen Minuten aber auch zu ängstlich. Der Rückstand wuchs weiter (4:26, 8.), das DBB-Team musste sich etwas einfallen lassen. Nur gelegentlich gelang ein guter Spielaufbau, sechs Punkte von Oliver Papez führten zum 10:28 (9.). Langsam wurden die DBB-Korbjäger etwas stabiler und mutiger, was aber nichts am deutlichen Rückstand nach zehn Minuten änderte (15:32, Dunk Johan Meinberg).

Anderes Bild

Deutschland wehrte sich jetzt, zeigte buchstäblich Krallen. Man machte es Frankreich mit einer Zonenverteidigung nicht mehr so leicht wie zu Beginn und kam sogar einige Male ins Laufen. Beim 17:32 nahm Frankreich eine Auszeit (12.). Die Partie bot nun ein anderes Bild, in dem Deutschland eine bessere Rolle spielte. Frankreich blieb zwar klar vorne, wurde jetzt aber ganz anders gefordert (21:37, 14.). In der zweiten Hälfte des zweiten Viertels lief es für die DBB-Auswahl weiterhin gut (26:41, 16.), kein Vergleich zum Auftakt. Man gestaltete die Begegnung phasenweise ausgeglichen und kämpfte um jeden Ball. Dennoch war der spätere Sieger bereits zur Pause klar (26:47).

Boxscore

Frankreich baut Vorsprung aus

Nach dem Seitenwechsel machte die deutsche Mannschaft zunächst da weiter, wo sie aufgehört hatte. Die Einstellung stimmte gegen den überlegenen Gegner (34:51, 24.) und die DBB-Youngster trauten sich richtig was zu. Frankreich wunderte sich das ein oder andere Mal ob der deutschen Widerstandsfähigkeit, profitierte aber auf der anderen Seite auch immer wieder von deutschen Ballverlusten. Mitunter war der Respekt vor den athletischen Fähigkeiten der Franzosen noch zu groß. Und da es offensiv jetzt wieder etwas haperte, baute Frankreich seinen Vorsprung aus (36:62, 28.). Frankreich nutzte jede kleine Schwäche der Deutschen sofort aus, die jetzt wieder in Muster vom Beginn der Partie zurückfielen. So machte man ein mögliches, deutlich besseres Resultat zunichte (43:69).

Kein Kraut gewachsen

Das Spiel war entschieden und es ging nun noch darum einigermaßen erhobenen Hauptes das Feld zu verlassen. Papez‘ Dreier fiel zum 46:69 (32.), die DBB-Korbjäger hängten sich auch jetzt noch voll rein (48:69, 33.). Und hätten das Ergebnis noch freundlicher gestalten können, wenn ein paar „einfache“ Würfe ihr Ziel gefunden hätten. Letztlich war trotz guter Einstellung gegen diesen Gegner kein Kraut gewachsen.

„Jetzt beginnt Turnier erst richtig“

Bundestrainer Dirk Bauermann: „Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Die Franzosen haben defensiv mit enormer Energie und Intensität begonnen. Das hat uns deutlich die Überzeugung genommen. Wir haben uns aber  zurückgekämpft und das Ergebnis einigermaßen erträglich gestaltet. Ich bin stolz auf die Jungs, sie haben bis zur letzten Sekunde alles gegeben. In dem Alter sind die Franzosen athletisch einfach zwei Jahre weiter. Auch das Fehlen von Marko Volf war ein Problem. Wenn zwei absolute Leistungsträger (Roko Jerkic und Volf – Anm. d. Red.) fehlen, wird es gegen so ein Team halt sehr schwer. Umso mehr freue ich mich, wenn dann die anderen Spieler immer wieder Qualität zeigen. Jetzt beginnt das Turnier erst richtig. Ich glaube, wir können die Aufgabe gegen Israel bewältigen.“

Für Deutschland spielten
Spielerin Punkte Verein
Oliver Papez 13 Telekom Baskets Bonn
Jaroslaw Zinn 1 Eintracht Frankfurt/SKYLINERS
Elija Pohlack 2 ALBA BERLIN
Danny Egbe 5 Hamburg Towers/SC Rist Wedel
Linus Ohr 5 HAKRO Merlins Crailsheim
Justus Reintjes 4 BBU ’01/Orange Academy
Berin Nurkic 5 FC Bayern München
Jaron Braun 5 Basketball Löwen Braunschweig
Johan Meinberg 6 Hamburg Towers
Lukas Schmidt 4 Porsche BBA Ludwigsburg
Lino Schenk 8 Hamburg Towers