Die DBB-Damen haben ihr zweites offizielles Testspiel auf dem Weg zum Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin (4.-13. September 2026, Tickets) verloren. Gegen Ungarn unterlag das Team von Bundestrainer Olaf Lange, der erstmals in diesem Sommer bei der Mannschaft war, heute in Göttingen mit 62:68 (8:18, 17:8, 12:25, 25:17). Der nächste Test folgt am kommenden Donnerstag, 27. August 2026, beim sogenannten „Double Header“ mit den Herren gegen die Türkei in der Kölner LANXESS Arena (Tickets).

Zu viele Ballverluste

Alexis Peterson-Smalls, Britta Daub, Alina Hartmann, Lina Sontag und Luisa Geiselsöder bildeten die deutsche Starting 5. Bundespräsident a.D. Christian Wulff wurde begrüßt und anfangs konnte sich Ungarn gegen den deutschen Druck behaupten (4:5, 3.). Es ging insgesamt physisch zu und das Spiel wurde so früh zu einem echten Härtetest (4:9, 5.). Offensiv fehlte dem DBB-Team die nötige Körperspannung, Lange nahm nach sechs Minuten die erste Auszeit. Emily Bessoir traf aus der Halbdistanz, aber Ungarn bestimmte das Geschehen (6:14, 9.) und profitierte von deutschen Fehlern sprich Ballverlusten. Nach dem ersten Viertel war noch viel Luft nach oben (8:18).

Knapp zurück

Die DBB-Auswahl hatte noch kein Mittel gegen die ungarischen Dreier gefunden und kam immer wieder einen halben Schritt zu spät. Das nutzten die abgeklärt wirkenden Ungarinnen aus (10:23, 11.). Der Dreier von Geiselsöder tat gut, Alex Wilke legte direkt am Korb nach: 15:23, Auszeit Ungarn (12.). Clara Bielefeld erkämpft einen Ball und setzte Peterson-Smalls perfekt in Szene: Dreier zum 18:23 (13.). Ungarn wurde jetzt in der Defensive gestoppt und auch offensiv hatten die DBB-Damen mehr Lösungen gefunden. Es wurde dann wieder zäher, die Gäste behaupteten aber auch nach 16 Minuten ihre Führung (21:24). An der Freiwurflinie wurde der mögliche Ausgleich mehrfach vergeben, bis Peterson-Smalls das 25:24 besorgte (20.). Zur Pause hieß es 25:26.

Boxscore

Fotos: DBB/Camera 4

Von der Rolle

Mit neuem Schwung ging es in die zweite Hälfte. Doch erst einmal blieb Ungarn vorne, weil sich bei Deutschland offensiv einfach kein Rhythmus einstellte (29:36, 23.). Es bot sich ein ähnliches Bild wie vor der Pause. Das wollte Lange mit einer Auszeit ändern. Es musste jetzt mal ein Ruck durch die deutsche Mannschaft ehe, die sich zwar unermüdlich bemühte und vollen Einsatz zeigte, aber zu oft das Nachsehen hatte (29:38, 26.). Endlich fiel mal ein deutscher Dreier (Bessoir), Ungarn antwortete abgezockt zum 32:42, nächste Auszeit Deutschland (27.). Zu oft stand man sich selbst im Weg und machte den Gegner dadurch stark (34:49, 29.).

Aufholjagd

Die 2.073 Zuschauer in Göttingen hofften nach wie vor auf eine Wende und taten alles dafür. Nach Treffern von Peterson-Smalls, Sontag und Emma Eichmeyer war man auf 44:51 heran (33.), die Halle stand Kopf und jetzt mussten die Ungarinnen in eine Auszeit. Von der Körpersprache her sah das deutsche Team jetzt ganz anders aus als zuvor, die Defense agierte viel aggressiver. Geiselsöder versenkte einen Freiwurf zum 45:51 (34.), Ungarn antwortete noch einmal und lag nach 35 Minuten wieder deutlicher vorne (47:56). Aber Deutschland wollte jetzt die Wende unbedingt und kam durch einen Zweier von Geiselsöder auf 53:56 heran (37.). Nach der Auszeit erst wieder Ungarn, dann aber Bessoir, die per Dreier auf 57:59 verkürzte. Nachdem es schon gegen Spanien bis zuletzt spannend war, deutete auch gegen Ungarn alles auf ein enges Finish hin. Die folgenden drei Punkte fielen aber per And-One auf der ungarischen Seite. Für die fünf Punkte Rückstand blieb eine Minute, um das Ruder rumzureißen (57:62). Fünf Freiwürfe ließen das deutsche Team nochmal hoffen, da zwischendrin auch noch ein ungarischer Dreier fiel (62:65). Den finalen Turnaround verpasste Deutschland aber und unterlag mit 62:68.

„Zu fehleranfällig“

Bundestrainer Olaf Lange: „Turnover waren heute ein großes Problem. Auch im Rebounding und in der Pick n Roll Defense waren wir anfällig. Den Kampf haben wir angenommen, darauf bin ich stolz, aber die Fehler müssen wir minimieren. Offensiv ist natürlich Luft nach oben, aber wir haben nicht aufgehört zu fighten. Zudem gibt es schon klare Fortschritte, in unsere Spielweise.“

Britta Daub: „Wir das Spiel im ersten und dritten Viertel aus der Hand gegeben. Das darf uns nicht passieren. Unser Rhythmus war dann einfach zu selten vorhanden. Jetzt müssen wir uns neu fokussieren und die nächste Phase der Vorbereitung angehen.“

Name Punkte Verein
Alexis Peterson-Smalls 18 Valencia BC/ESP
Alexandra Wilke 5 Rutronik Stars Keltern
Laura Zolper 0 Basket Lattes Montpellier/FRA
Emma Eichmeyer 6 Saarlouis Royals
Luisa Geiselsöder 13 Portland Fire/USA
Alina Hartmann 0 ALBA BERLIN
Britta Daub 2 Eisvögel USC Freiburg
Marie Gülich 2 Townsville Fire/AUS
Emily Bessoir 10 Lointek Gernika Bizkaia/ESP
Lina Sontag 6 Cadi La Seu/ESP
Clara Bielefeld 0 Texas Christian University/USA
Patricia Broßmann 0 ASD Basket Costa Masnaga/ITA