Es geht wieder los! Die 17. Saison der WNBL steht unmittelbar bevor. Mit insgesamt 28 Teams und einem neuen Ligasystem verspricht die WNBL noch mehr Spiele und noch mehr Spannung. Mit vier Gruppen à sieben Teams geht es in der ersten Saisonphase in die Vorrunde. Nach sechs Spieltagen, bei den jedes Team drei Heim- und Auswärtsspiele absolviert, qualifizieren sich die besten Drei für die Hauptrunde. Damit einher geht der Klassenerhalt und die Teilnahme an den Playoffs. Die restlichen 16 Mannschaften müssen in die Relegation. Davon wiederum retten sich die jeweils zwei Bestplatzierten der zwei 8er Gruppen direkt und springen noch auf den Playoffzug auf. Demnach geht es für 12 Mannschaften in einem Best-of-3-Modus in den Playdowns um die letzte Chance auf den Klassenerhalt. In die Playoffs schaffen es alle 12 Mannschaften der Hauptrunde plus vier Teams aus der Relegation. Auch dort wird im Best-of-3-Modus gespielt.

Favoritennennung der Vereine

1. ALBA Berlin (23 Nennungen)
2. USC Freiburg (15 Nennungen)
3. TS Jahn München (8 Nennungen)
4. Phoenix-TSV Hagen (5 Nennungen)
5. TG Main Sharks Würzburg (2 Nennungen)
6. Basket-Girls Rhein-Neckar, MTV Stuttgart, SC Rist Wedel (1 Nennung)

Gruppe A

AHB Rising Bochum: Der Aufsteiger, der seine Qualigruppe vor Bielefeld gewinnen konnte, geht mit einem sehr jungen Kader in die neue Saison. Lena Haverland kam aus Recklinghausen und blickt somit schon auf WNBL-Erfahrung. In der Quali überzeugten besonders Shooting Guard Lotta Brüggemann und Point Guard Hanna Önder. Bochum ist ein zu großen Teilen unbeschriebenes Blatt und wird sich wahrscheinlich auf die Sicherung des Klassenerhalts fokussieren.

Capitol Bascats Düsseldorf: Wie gut kommen die Bascats ohne Laura Knaup und Lena Bjeltschik zurecht? In der vergangenen Saison lief beinahe alles über das Point-Guard-Center-Duo. Letztes Jahr schaffte man den Sprung in die Playoffs, da sowohl Neuss als auch Recklinghausen jeweils nur einen Sieg einfuhren. Die Konkurrenz um die oberen drei Plätze, mit denen man die Klasse hält und in den Playoffs steht wurde in jedem Fall stärker. Wir rechnen eher mit der Relegationsrunde für Düsseldorf.

Hamburg Towers: Die neuformierten Hamburg Towers dominierten ihre Qualifikationsgruppe und gewannen im Schnitt mit über 40 Punkten Differenz. Grund dafür waren vor allem die starken Verstärkungen aus dem letztjährigen WNBL-Kader des SC Rist Wedel. Mit Samira Kama (Allstar 25/26) und Zoey Norden verfügt Hamburg über spielstarke Guards, die einen ansonsten breiten Kader in der Spitze anführen. Hamburg ist kein klassischer Aufsteiger und sollte sich für die Hauptrunde qualifizieren.

Junior-Team Osnabrück/Artland: Der Aderlass wiegt schwer beim Junior-Team. Mit Leni Ruholl und Teodora Zecevic geht die Lebensversicherung der Vorsaison. Dazu schlossen sich Nele Prowaznik, Nina Oberländer und Lena Stankovic den Dolphins aus Bielefeld an. Osnabrück wird es tendenziell schwerer haben und eher in die Relegationsrunde müssen.

SC Rist Wedel: Mit neuem Headcoach und vielen Abgängen geht auch der SC Rist Wedel in eine ungewisse Saison. Neben den erwähnten Norden und Kama, wird man auch auf Arwen Röhrl und Helene Ehmer verzichten. Nur wenige Spielerinnen des Kaders konnten sich bereits auf WNBL-Niveau beweisen. Nach aktuellem Ermessen wird Wedel es nicht unter die ersten drei der Gruppe schaffen.

Phoenix-TSV Hagen: Nach zwei erfolgreichen Jahren mit zwei Teilnahmen am TOP4, stehen die Phoenixe vor einem großen Umbruch. Mit den 08ern Lia Wasielewski, Nele Erfeld, Enie Springer, Lana Schlegel, Shahinaz Sohit und Hannah Abramowski gilt es viele Rollen neu zu besetzen. Mit Saison-MVP Darina Zraychenko, Katharina Welzel sowie Emma Huppertz kann Headcoach Marsha Owusu Gyamfi aber weiterhin auf drei Stützen der Vorsaison zählen. Hagen sollte es in die Hauptrunde schaffen, ob die erste Niederlage wieder erst spät in den Playoffs kommt, wagen wir aber zu bezweifeln.

TSVE Bielefeld Dolphins: Mit Siegen gegen Absteiger Neuss und Mitaufsteiger Bochum zeigten die Dolphins, dass sie für die erste WNBL-Saison gewappnet sind. Mit Nele Prowaznik konnte man sich die Dienste einer U-Nationalspielerin sichern, die im Kader der U17 bei der WM auflief. Dazu kommt die vielseitige Emilia Atsür, die ebenfalls für den DBB im Sommer unterwegs war. Auch Stankovic (ehemals Osnabrück) und Louisa Heyden konnten sich in der Quali bereits empfehlen. Unsere Tendenz geht Richtung TOP3 der Gruppe.

Gruppe B

ALBA Berlin: Der amtierende Meister konnte sich mit Mia Wiegand prominent verstärken. Die ehemalige Würzburgerin wird neben der WNBL auch bereits in der DBBL auf Punktejagd gehen und führte die Main Sharks 2025 zum Meistertitel. Mit ihrer individuellen Qualität soll sie auch die Lücken der abgewanderten Lilli Schultze, Ella Panke und Helene Lehmann füllen können. Mathilda Haensch, die Teil der U17-Nationalmannschaft war sowie Finals-MVP Carolina Heymann spicken das Berliner Roster darüber hinaus mit Talent. ALBA wird mit Sicherheit abermals um den Titel mitspielen und in Gruppe B den Ton angeben.

BASS Berlin: BASS geht in die neue Saison ohne Emilia Lepenies, Caroline Besch und Nele Liewehr in die neue Saison. Trotzdem kann der Berliner Verein eine gute Rolle spielen. Mit Clara Rink, Olivia Ihssen, Luca Schomerus und Maxine Eloi-Adolphe konnten sich vier Spielerinnen über die letzten Saisons beweisen. In der vergangenen Spielzeit kam BASS souverän in die Playoffs und sollte dies auch in dieser Saison anpeilen.

ChemCats Chemnitz: Nach einer Saison außerhalb der WNBL, sind die ChemCats zurück auf der WNBL-Bühne. Zu den bekannten Gesichtern zählen Lila Weidlich, Nele Jauch und Lilli Böhme. In der Quali bestach das Team mit vier Siegen. Topscorerin wurde Clara Niehle, die neben den erfahrenen Spielerinnen auch bereits Leistungsträgerin ist. Chemnitz kann um die Playoffs spielen mitspielen, wird sich aber wie die meisten Aufsteiger in erster Linie um den Klassenerhalt bemühen.

Girls Baskets Regio 38: Nach einer schwierigen Saison, in der man sich erst auf den letzten Drücker vor dem Abstieg retten konnte, sehen wir die Baskets vor einer deutlich stabileren Saison. Zwar wird man ohne Rania Ayadi auskommen müssen, darf aber auf die Entwicklungen der jüngeren Spielerinnen hoffen. Darunter sind wir besonders gespannt auf Cherise McCaw, Jenfier Maduobi und Lily Rinne.

Mitteldeutsche Basketball Academy: Nach einer verbesserten Saison, die jedoch nicht für die Playoffs reichte, musste die MBA einige Leistungsträgerinnen ziehen lassen. Mit Magdalena Zimmermann und Elisabeth Böhlert verblieben jedoch auch erfahrene Spielerinnen. Die MBA ist nicht chancenlos im Bezug auf die Hauptrunde, aber wohl kein Spitzenteam der Gruppe.

TuSLi City Berlin: Lichterfelde steht nach zwei Jahren mit durchwachsenen Ergebnissen vor einer spannenden Saison. Sarah Siebold, die das Team über weite Strecken der letzten Saison getragen hatte, ist altersbedingt ausgeschieden. Tragende Rollen werden nun July Vo, Melissa Koloszar und Emily Petko zukommen. Lichterfelde wird sich mit dem Großteil der Gruppe im Rennen um die Hauptrundenplätze befinden. Es könnte aber genauso gut in die Relegation gehen.

SG Bernau-Berlin-Nord: Der Aufsteiger, der bis auf die Partie gegen die Hamburg Towers seine Spiele siegreich bestreiten wird sich in erste Linie um den Klassenerhalt kümmern. Ob der Kader neben Aufstiegsgarantin Lotta Schlizio genug Qualität hat, um die Hauptrunde zu erreichen, bleibt abzuwarten. Helfen dürfte die ehemalige Lichterfeldin Paula Weinhold, die bereits WNBL-Erfahrung aufweist.

Gruppe C

Rhein-Main Baskets: Bereits in unserem Saisonfazit haben wir uns bezüglich der Baskets aus dem Fenster gelehnt und eine gute Saison prognostiziert. Obgleich man die Playoffs klar verpasste, dominierte man die Abstiegsrunde und sicherte mit sechs Siegen ungeschlagen die Klasse. Die Abgänge halten sich zudem in Grenzen und einige vielversprechende Spielerinnen gehen nun in ihr zweites oder drittes Jahr. Das Gerüst aus Helena Grgat, Maya Czirwitzky und Mila Dinnes wird in einer allgemein starken Gruppe definitiv gefordert sein, um die Hauptrunde zu erreichen. Jedoch halten wir eine TOP3-Platzierung für möglich.

Junior Falcons Homburg: Die vielen Abgänge werden Lücken hinterlassen. Besonders Emily Haux, Valentina Beising, Sofia Gerber und Katerina Romanou schmerzen. Letztes Jahr kamen die Falcons noch problemlos in die Playoffs, was wir ob des Kaderumbruchs für unrealistisch halten. Trotzdem war das Team aus Bad Homburg in den letzten Jahren immer für eine Überraschung gut.

Basket-Girls Rhein-Neckar: Mit den Basket-Girls wird zu rechnen sein! Auch wenn Greta Metz sich aus der WNBL verabschiedete und Leonie Pfanzelt aufgrund einer Knieverletzung bis auf weiteres pausieren muss, ist der Kader der Heidelberger immer noch stark besetzt. Carla Koch und Leni Schramm-Bünning kommen aus einem vollen Nationalmannschaftssommer zurück. Dazu die erfahrenen Serafina Reder und Mia Kolb. Gespannt darf man außerdem auf Larissa Schäfer sein. Alles in allem haben die Basket-Girls klares Playoff-Format.

SG Saar-Mosel: Hinter den ChemCats reihte sich die SG in Quali-Gruppe C ein und gewann drei ihrer vier Spiele. Leni Sittmann avancierte dabei mit 19 Punkten im Schnitt zur Erfolgsgarantin. Wichtige Stützen werden ebenfalls Sophie Holzmann und U16-Nationalspielerin Catharina Schlechter sein. Als Neuling wird sich die SG eher Richtung Klassenerhalt orientieren und müsste schon eine nahezu perfekte Saison spielen, um in die Hauptrunde zu kommen.

USC Freiburg: Der USC ist einer der ganz großen Favoriten. Nach einer starken Debütsaison samt Viertelfinaleinzug, können die Freiburger definitiv um den Titel mitspielen. Mit „Rookie des Jahres“ Karla Paradzik und der beim Bundesjugendlager frisch-nominierten Lola Hadzidedic ist der Backcourt stark besetzt. Auf dem Flügel wartet das Duo Lara Gierlich und Frederike Askamp, die diesen Sommer zusammen bei der U17-Nationalmannschaft waren. Die Center-Position wird von Amelie Mbah besetzt, die in der abgelaufenen Spielzeit zu den besten Shotblockerinnen der Liga gehörte. Neben ihr kehrt auch Liliana Koppke nach Verletzung zurück in den Kader. Freiburg stellt damit ein echtes Spitzenteam und ist in seiner Gruppe der klare Favorit.

Talents BonnRhöndorf: Mit Emilia Heinen und Nela Ridder verließen die Talents zwei wichtige Stützen. Linda Thimm, Hana Bajramovic und Laila Bagagnan zeigten aber in der vergangenen Saison gute Ansätze und sorgten nach einer schwachen Bonner Hauptrunde für den Klassenerhalt in den Playdowns. Die Talents haben durchaus die Chancen auf die Hauptrunde, werden sich aber in einer stark besetzten Gruppe strecken müssen.

WINGS Basketball Academy: Die neuformierten WINGS, die aus den Cologne Regio Ladies hervorgingen stellen einen starken Kader. Jule Bruns hinterlässt zwar eine große Lücke, die man jedoch mit einer breiten Guard-Rotation aus Lana Förster, Aurora Blum, Alma Schiffer und Josephine Gils füllen kann. Auf den großen Positionen werden es vor allem die unerfahreneren Spielerinnen lösen müssen. Trotzdem sehen wir die WINGS nach einer guten Vorsaison erneut im Playoff-Feld.

Gruppe D

Porsche BBA Ludwigsburg x RegioTeam Stuttgart: Eines der spannendsten Projekte in der kommenden Saison ist die Zusammenführung der BBA Ludwigsburg und dem RegioTeam Stuttgart. Beide Mannschaften stiegen in der letzten Saison ab, nachdem viele Spielerinnen Richtung MTV Stuttgart abgewandert waren. In der Quali legte man den Grundstein für den Neuanfang und qualifizierte sich mit drei Siegen und Platz zwei. Jetzt gilt es also die Kräfte zu bündeln. Auf Stuttgarter Seite stachen besonders Rika Windgasse und Alicia Kugler positiv hervor. Dazu kommen Eléa Anthoine und U16-Nationalspielerin Jamie Zentgraf. Wir schätzen BBA x RegioTeam als Hauptrunden-Team ein.

MTV München: Nach erfolgreichen Jahren, musste der MTV München dem großen Aderlass letzte Saison Tribut zollen. Azra Dzinic und Vlada Kolesnyk scheiden nun ebenfalls altersbedingt aus. Lina Kirchner verlässt das Team Richtung Rosenheim, Elena Pecha zog es nach Spanien. Somit wird noch mehr Verantwortung auf den Schultern von Isabelle Reis liegen. München stahl sich in der Vorsaison mit zwei Siegen in die Playoffs. In dieser Spielzeit sehen wir den MTV zunächst in der Relegationsrunde.

TS Jahn München: Mit neuem Trainergespann und ohne das Guard-Duo Emma Steinbicker und Anna Matic geht es für den TOP4-Teilnehmer aus 2026 in die neue Saison. Trotz der Abgänge handeln wir und auch viele andere Vereine die TS Jahn hoch. Mit Matilda Blanarik und Silvia Heide stehen zwei U-Nationalspielerinnen bereit. Dazu kommen Fanny Kirchhoff und Eva Wimmer. Jahn hat das Gerüst für die Hauptrunde, ist aber kein Top-Favorit in dieser Saison.

Post SV Nürnberg: Die Verluste von Rosina Ortelli und Noemi Schoenauer sind nur die Spitze des Eisbergs. Für Nürnberg könnte sich das TOP4-Fenster nach dem knappen Achtelfinalaus geschlossen haben. In der Vorbereitung schlug man allerdings die Basket-Girls, unterlag dafür aber dem Team aus Ludwigsburg. Das stark verjüngte Roster ist mit Sicherheit kein automatisches Playoff-Team, jedoch wollen wir Nürnberg trotz der vielen Abgängen nicht gänzlich abschreiben.

MTV Stuttgart: Stuttgart spielte eine starke Premierensaison, qualifizierte sich mühelos für die Playoffs und war 10 Sekunden entfernt vom Einzug ins TOP4. Nun gilt es die Lücken aus Diana Ivancic, Mia Mandic und Katara Lischka zu füllen. Bereits in der Vorsaison zeigten die damaligen Rookies Selin Bandirma, Soraya Zouaoui und Feryel Grosko gute Ansätze. Weitere Erfahrung konnte man mit der ehemaligen Ulmerin Klara Rupcic dazugewinnen. Der MTV zählt zu den Schwergewichten seiner Gruppe und wird im Kampf um die Hauptrunde mehr als ein Wörtchen mitreden.

Sportbund DJK Rosenheim: Mit beeindruckenden vier Siegen marschierte die DJK durch seine Qualigruppe und feiert nun sein WNBL-Debüt. Mit Mirjam Wilts (TS Jahn München) und Lina Kirchner (MTV München) konnte man den Kader prominent verstärken. Allegra Weymar, die in der Quali überragte ist neben Klara März eine weitere Schlüsselspielerin. Rosenheim fokussiert sich nach eigenen Aussagen auf den Klassenerhalt. Wir trauen dem Team durchaus mehr zu und haben die DJK als mögliches Überraschungsteam auf dem Zettel.

TG Main Sharks Würzburg: Mia Wiegand, Moescha Bakam, Neire Mihailescu, Leni Schönhals und Layla Mayer stehen den Main Sharks nicht mehr zu Verfügung. Zudem feierte auch Headcoach Michael Wiegand seinen Abschied. Ein großer Umbruch. Der Würzburger Unterbau bewies sich allerdings in den vergangenen Jahren und somit liefern Spielerinnen wie Laura Jordan und Alisa Milow eine leistungsstarke Grundlage. Auch der Verbleib von der tschechischen U-Nationalspielerin Tereza Sykorova wird helfen. Zudem ergänzte man das Team mit U16-Nationalspielerin Luana Coaja. Würzburg ist nicht mehr das Schwergewicht der letzten Jahre, kann aber trotzdem um die Hauptrunde mitspielen.