Zum Auftakt des FIBA 3×3 Europe Cup 2026 in Antwerpen starteten die Damen mit Spielen gegen Belgien und Polen. Für die Herren ging es in die Begegnungen mit Frankreich und Estland. Beide Teams dominieren deutlich und ziehen als Gruppensieger ins Viertelfinale am Sonntag ein (Damen: 12.45 Uhr, Herren: 13.25 Uhr, live und kostenlos auf den Youtubekanälen von MagentaSport und FIBA 3×3)

Damen

Belgien (14:8)
Gegen die belgische Auswahl legten die 3×3-Damen einen echten Blitzstart hin und lagen nach verwandelten Zweiern von Ama Degbeon und Laura Zolper früh mit 5:0 in Führung. Belgien erarbeitete sich nur selten freie Würfe und zeigte sich unsauber im Passspiel. Mitte der Partie hatte Deutschland das Spiel fest im Griff und dominierte mit seinem variablen Scoring. Sarah Polleros und Marie Reichert konnte in dieser Phase auf 12:4 stellen. In den Schlusssequenzen flachte die Offensive des deutschen Teams etwas ab, was am klaren 14:8-Sieg aber nichts veränderte.

Polen (21:15)
Deutschland erwischte den deutlich schlechteren Start. Erst nach fünf polnischen Punkten schafften es die Damen einen Drive zum Korb erfolgreich zu vollenden. Die Polinnen trafen weiter konstant, während bei Deutschland nichts ins Netz fiel. In Minute vier halfen zwei Korbleger durch Reichert und ein Zweier von Polleros die Lücke zu verkleinern (5:9). Nach dem ersten Timeout kamen die Deutschen weiter heran durch zwei freier Drives zum Korb (7:11). Von außen fielen die Würfe weiter nicht, doch Degbeon schaffte es zweimal gegen die Polinnen zum Korb (9:13). Ein Zweier von Reichert aus der Ecke verkürzt auf das 11:14. Auch Zolper traf kurze Zeit später vom gleichen Spot. Ein weiterer Punkt von Reichert führte zum Ausgleich und die deutschen Damen waren angekommen. Mit drei Minuten übrig holten sich die Deutschen die Führung, welche sie mit einen Zweier noch ausbaute (17:15). Polen schien nun nicht mehr ins Spiel zu kommen und Deutschland beendete das Spiel vorzeitig mit 21:15 durch eine sehr starke Aufholjagd.

Für Deutschland spielten:
Ama Degbeon (2 PTS, 5), Marie Reichert (3 PTS, 9), Sarah Polleros (3 PTS, 3), Laura Zolper (6 PTS, 4)

„Wenn wir fokussiert sind, dann lassen wir nichts einfach zu“

Disziplintrainer Hanno Stein: „Wir sind mit ein bisschen Sand im Getriebe, aber trotzdem erfolgreich und souverän, ins Turnier gestartet gegen Belgien. Die Heimmannschaft war natürlich durch das Publikum ein bisschen beflügelt, wir haben das aber von Anfang an defensiv super gemacht, das ist ja eh unsere DNA. Wenn wir fokussiert sind, dann lassen wir nichts einfach zu. Trotz offensiv schwachen Phasen haben wir das Spiel dominiert. Gegen Polen wurden wir am Anfang kalt erwischt. Die Polinnen waren mit Messer zwischen den Zähnen da und haben super getroffen am Anfang und dann stand auf einmal ein 8:1 auf der Anzeigetafel. Das war so ein bisschen der Weckruf und dann haben wir angefangen unser Spiel aufzuziehen, wir haben defensiv richtig zugelegt, haben die Physis von Polen angenommen, haben offensiv sehr gut rhythmisch als Team gespielt und haben immer weiter den Rückstand aufholen können.  Am Ende haben wir dann richtig punchen können und Oberwasser bekommen. Wir sind super Happy mit diesem Gruppensieg, den sich die Mädels verdient haben.“

Herren

Frankreich (21:15)
Eine sehr physisch geführte Partie begann mit einer deutschen Drangphase. Fabian Giessmanns Dunk zum Start lieferte den richtigen Vorgeschmack. Zweier von Denzel Agyeman und Lennart Schultz folgten und hoben die Führung auf 5:0. Frankreich brauchte einen Moment um in seinen offensiven Rhythmus zu kommen. Nach etwa vier gespielten Minuten bekamen sie die deutsche Athletik aber besser in den Griff, hängten Fouls an und drehten die Partie auf 8:10. Darauf folgte ein wilder Schlagabtausch, bei sich neben den Punkten besonders die Fouls häuften. In den Schlussminuten trumpften dann aber Giessmann und Agyeman auf, die die Partie mit ihren vier gemeinsamen Zählern entschieden. Den finalen Treffer setzte Linus Beikame per Poster-Dunk.

Estland (21:14)
Giessmann startete direkt ins Spiel mit einem Dunk und mit den Punkten von draußen zum 3:0-Start. Nach bereits einer Minute hatten die Esten fünf Fouls. Agyeman erhöhte per Stepback-Zweier auf 6:2, doch Estland hielt zunächst von außen dagegen (6:4). Estland konnte in den kommenden Angriffen die Deutschen gut wegverteidigen und an der Freiwurflinie nach einem Foul punkten (7:5, 3.). Agyeman fand dann aber wieder den Pass zu Giessmann unterm Korb, welcher zum 8:5 führte. Offensiv nun sehr stark, traf zunächst Agyman von außen und dann erhöht Beikame durch And-One, plus Freiwurf durch das erreichen der estnischen Teamfoulgrenze, auf 13:6. Doch auch nach dieser dominierenden deutschen Phase fand Estland wieder etwas Rhythmus (13:8, 5.). Ein unsportliches Foul unterm Korb von Giessmann führte zum erreichen der deutschen Teamfoulgrenze. Ein Freiwurftreffer für Estland gefolgt von einem Freiwurftreffer von Deutschland hielte das Spiel am laufen. Ein doch sehr chaotisches Spiel, geprägt von Turnovers und Fouls führte zu weiteren Freiwürfen von Estland (16:14). Die zehn Teamfouls von Estland sind mit knapp drei Minuten auf der Uhr erreicht und Agyeman erhöhte so 19:14. Giessmann beendete dieses Spiel an der Freiwurflinie vorzeitig mit 21:14 und somit stehen die Herren als Gruppensieger im Viertelfinale am Sonntag.

Für Deutschland spielten:
Denzel Agyeman (6 PTS, 7), Linus Beikame (4 PTS, 4), Fabian Giessmann (8 PTS, 9), Lennart Schultz (3 PTS, 1)

Disziplintrainer Robert Birkenhauer: „Die Männer haben beide Gruppenspiele gewonnen, erst gegen Frankreich und dann gegen Estland und ich finde sie haben das sehr routiniert gemacht für ihr Alter. Wir wissen einfach wie schwer jedes Spiel bei einer EM ist, auch jedes Gruppenspiel. Unser erstes Spiel war direkt gegen unseren Halbfinalgegner der WM und haben das wirklich gut gemacht. Gegen Estland hatten wir dann das erwartet schwere Spiel, die mussten da alles reinwerfen und wir wussten, dass es sehr sehr physisch werden wird. Es ist cool sich mit einem so jungen Team auch gegen so eine Spielart durchzusetzen und jetzt gucken wir gleich, wer unser Viertelfinalgegner wird. Spanien oder Niederlande – also auch ein Knüller-Viertelfinale. Wir freuen uns darüber, dass wir schon wieder bei einem großen Turnier in der Endrunde sind und nehmen das auch nicht als verständlich, sondern wissen, wie hart wir arbeiten und was wir da investieren.“