Die deutschen U17-Mädchen haben beim FIBA U17 Women’s World 2026 den zweiten Sieg verpasst. Im heutigen Platzierungsspiel (9-16) unterlag das DBB-Team von Bundestrainer Heiko Czach gegen Ägypten mit 54:58 (12:20, 10:11, 21:11, 11:16). Jetzt geht es um die Plätze 13-16, am morgigen Samstag trifft Deutschland auf die Elfenbeinküste, die heute Kolumbien unterlegen war (Uhrzeit steht noch nicht fest, live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der FIBA).

0:10-Start

Der Gegner war bereits aus zwei Testspielen kurz vor der WM bekannt. Deutschland startete nicht gut und lag nach knapp drei Minuten mit 0:10 hinten. Czach nahm eine frühe Auszeit. Frederike Askamp war es schließlich, die die ersten deutschen Punkte erzielte (2:10, 4.). Völlig freie Korbleger und Würfe von außen wurden nicht im ägyptischen Korb untergebracht, die DBB-Auswahl blieb hinten (4:12, 5.). Dann netzte Lara Gierlich einen Dreier, der aber sofort beantwortet wurde. Wieder war Gierlich von „downtown“ zur Stelle (10:15, 8.). „Germany starting to come alive“ so der englische Kommentar zu diesem Zeitpunkt. Doch das war ehrlich gesagt eine mittelgroße Überteibung. Nach zehn Minuten hieß es 12:20.

Pflanzelt kurbelt Spiel an

Ägypten kam mit einfachen Mitteln zum Erfolg, es fehlte in der deutschen Defense an „Zupack“-Mentalität. Und offensiv passte die Körpersprache der DBB-Youngster bis dahin nicht. Ägypten strahlte mehr Selbstbewusstsein aus, die deutsche Mannschaft suchte nach einem Rhythmus. Eine Wurfquote von um die 25 Prozent verhinderte mehr als den 15:22-Zwischenstand nach 14 Minuten. „Nesthäkchen“ Leonie Pflanzelt kurbelte das deutsche Spiel jetzt aber gut an und fand mit Amelie Mbah auch mehrfach eine Abnehmerin für ihre guten Pässe (19:22, 15.). Der Dreier von Zraychenko führte zum Ausgleich, Deutschland war im Spiel. Bis zum Seitenwechsel allerdings war Ägypten wieder obenauf, weil die DBB-Auswahl plötzlich wieder in alte Muster zurückgefallen war (22:31).

Boxscore

Beste Phase

Guter Start für Deutschland in Halbzeit zwei: Dreier von Zraychenko. Deutschland kam durch einen weiteren Dreier von Mia Wiegand weiter heran (31:33, 23.). Es sah jetzt ganz so aus, als wenn die DBB-Auswahl eine Wende schaffen könnte. Zraychenko zeigte ihre individuelle Klasse, Mathilda Haensch besorgte an der Freiwurflinie das 35:36 (25.). Und dann war plötzlich Leni Schramm-Bünning mit zwei Dreiern in Folge zur Stelle: 41:39 (26.). Es war bis dahin die mit Abstand beste Phase für Deutschland. Die Partie stand jetzt auf des Messers Schneide und auch nach 30 Minuten war keine Entscheidung gefallen (43:42).

Spiel der Nerven

Es war jetzt ein Spiel der Nerven. Ägypten übernahm wieder die Führung (43:47, 32.), Auszeit Deutschland. Das DBB-Team mobilisierte alles, beide Teams vergaben in dieser Phase viele Chancen. Es wollte nichts fallen offensiv, Deutschland hatte auch nach fünf Minuten des Schlussviertels nicht gescort. Insgesamt blieb man jetzt sechs Minuten ohne zählbaren Erfolg. Ägypten machte allerdings nicht allzu viel aus dieser deutschen Schwächephase und so war beim 43:49 (36.) noch alles drin. Zraychenko versenkte ihren dritten Dreier, Ägypten antwortete zum 46:51 mit noch zweieinhalb Minuten auf der Uhr. Ägypten konnte weiter punkten, Zraychenko ebenfalls (48:53, 1’39). Das 48:55 knapp eine Minute vor dem Ende war dann der „dagger“ für Ägypten. Deutschland konnte nur noch verkürzen.

„Immer lernt man“

Bundestrainer Heiko Czach: „Beide Teams kannten sich aus der Vorbereitung. Am Ende des Tages muss man sagen, dass Ägypten uns mehr weggenommen hat als wir ihnen. Wir hatten ein paar gute Phasen, aber insgesamt wurden wir doch sehr oft angehalten und konnten nicht so spielen, wie wir es wollten. Bei vier Punkten entscheiden dann natürlich auch Kleinigkeiten. Wir lernen draus. Manchmal gewinnt man, aber immer lernt man. Noch einmal danke für den Support der Eltern.“

Für Deutschland spielten
Spielerin Punkte Verein
Amelie Mbah 6 USC Eisvögel Freiburg
Leonie Pfanzelt 2 USC Heidelberg
Linda Thimm dnp Dragons Rhöndorf
Moescha Bakam 0 TG Würzburg
Darina Zraychenko 15 TSV Hagen
Leni Schramm-Bünning 6 USC Heidelberg
Lara Gierlich 7 USC Eisvögel Freiburg
Mia Wiegand 9 ALBA Berlin
Frederike Askamp 5 USC Eisvögel Freiburg
Mathilda Haensch 4 ALBA Berlin
Nele Prowaznik 0 TK Hannover
Silvia Heide 0 TS Jahn München