Die deutsche Herren-Nationalmannschaft ist mit einem Sieg in das Olympische Qualifikations-Turnier gestartet. Im 11.000 Zuschauer fassenden Spaladium in Split/Kroatien, das allerdings nur sehr spärlich besetzt war, setzte sich das Team von Bundestrainer Henrik Rödl mit 82:76 (19:22, 21:20, 22:25, 20:9) gegen Mexiko durch. Am kommenden Donnerstag geht es im zweiten Gruppenspiel gegen Russland (16.30 Uhr, live und kostenlos für alle bei MagentaSport).

Rödl schickte zu Beginn Maodo Lo, Isaac Bonga, Andreas Obst, Danilo Barthel und Johannes Voigtmann (Foto unten) aufs Parkett. Die Mexikaner, im Schnitt deutlich älter und kleiner als die Deutschen, verschleppten das Tempo von Beginn an, verteidigten aber sehr aggressiv. Punkte waren zunächst eher Mangelware (4:4, 4.), ein „and one“ von Voigtmann führte in der 5. Minute zum 8:9. Schon jetzt hatte sich Mexiko als erwartet unangenehmer Gegner erwiesen (11:18, 7.). Rödl nahm eine erste Auszeit. Die Würfe der Deutschen wollten nicht fallen, auch an der Freiwurflinie nur unbefriedigend, während Mexiko aus der Distanz netzte (12:21, 8.). Der zweite Dreier von Lo war dringend nötig, um den Anschluss zu halten. Moritz Wagner (Foto oben) und Johannes Thiemann brachten frischen Wind ins deutsche Spiel und führten ihr Team auf 19:22 heran (10.).

Offensiv fehlte die Bewegung. Dann besorgte Joshiko Saibou per „and one“ den Ausgleich (24:24, 13.). Doch wer darauf gehofft hatte, dass sich Deutschland jetzt ein wenig „frei“ gespielt hatte, sah sich zunächst getäuscht. Ungeheuer schwer tat man sich, in einen Rhythmus zu kommen. So war Mexiko auch nach 25 Minuten weiter vorne (27:31). Vor allem Francisco Cruz (18 Punkte bis dahin) war kaum zu kontrollieren (29:35, 17.). Bis zum Seitenwechsel änderte sich am schwachen Auftritt des DBB-Teams nur wenig und nur durch gutes Rebounding blieb man auf Tuchfühlung (40:42).

Etwa 25 deutsche Fans waren nach Split gereist und unterstützten die DBB-Auswahl. Die körperliche Überlegenheit der ING-Korbjäger setzte sich nach wie vor zu selten durch (43:48, 23.), man musste sich ernsthafte Sorgen um die deutsche Mannschaft machen (43:51, 24.). Bonga setzte sich zur Wehr und war auch hinten mit einem angenommenen Offensivfoul zur Stelle. Die deutschen Anhänger ließen sich hören und Bonga versenkte einen Dreier zum 48:51 (25.). Doch schon zwei Minuten später hatte Mexiko wieder geantwortet (48:56). Unter den Augen von Dennis Schröder, der zur Unterstützung der Mannschaft nach Split gekommen war, geriet Mexiko zunehmend in Foulprobleme. Deutschland verkürzte an der Freiwurflinie (54:56, 27.). Der Kampf wurde verbissener, immer wieder fand Mexiko eine Antwort. Dann war es eine spürbare Erleichterung, als Obst endlich aus der Ferne traf und den Ausgleich machte (59:59, 29.). Und sofort nachlegte (62:62), aber wieder per Dreier gekontert wurde. Mit 62:67 ging es in den Schlussbschnitt.

Jetzt konnte nur noch ein kräftiger Ruck helfen, der durch das Team gehen musste. Saibou traf zum 64:68, Obst verantwortete das 66:68 und es gab mehrere Chancen, dem Spiel eine Wende zu geben. Nach drei Freiwurftreffern von Saibou lag Deutschland plötzlich vorne (69:68, 33.). Thiemann machte per Dunking weiter, ehe Mexiko wieder am Zug war. Es entwickelte sich ein echter Krimi, der dritte Dreier von Obst fiel zum 76:71 durch die gegenerische Reuse (36.). Jetzt sprach vieles für das DBB-Team. Endlich wurden die Vorteile konsequent ausgenutzt, während die Gegenwehr von Mexiko vermeintlich nachließ (78:71, 37.). Thiemanns Zweier zum 80:71 war die Entscheidung (39.).

Stimmen
Henrik Rödl:
„Das war das erwartet schwere Spiel. Wir haben am Anfang etwas nervös gewirkt und hatten keinen defensiven und offensiven Rhythmus. In der zweiten Hälfte war das viel besser und ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie selber einen Weg gefunden hat das Spiel zu gewinnen. Ich habe große Anerkennung für Mexiko, das uns alles abverlangt hat. Es war ein echter Arbeitssieg für uns. Es ist toll, dass Dennis da war. Er fühlt sich als Teil des Teams und das hilft uns. Ich freue mich, dass er einen Sieg sehen konnte.“
Andreas Obst: „Wir sind in der ersten Hälfte ordentlich gestrauchelt. Wir haben da nicht gut kommuniziert. In der zweiten Hälfte haben wir dann die big plays gemacht und die wichtigen Würfe getroffen. Wir haben mehr als Team gespielt und uns gemeinsam geholfen. Am Ende zählt nur der Sieg.“
Isaac Bonga: „Wir wussten, dass Mexiko schwierige Würfe treffen kann und wird. Wir haben gerade noch rechtzeitig unseren fighting spirit rausgeholt, das war ganz wichtig. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir ein enges Spiel gewonnen haben.“
Moritz Wagner: „Wir haben schon den ganzen Sommer betont, dass es nur gemeinsam geht. Wir finden eine Lösung, wenn es nicht läuft, und ich bin jetzt echt erleichtert. Es sieht nicht immer alles schön aus, aber wir haben gewonnen.“

Für Deutschland spielten:
Isaac Bonga (Restricted Free Agent, 13), Joshiko Saibou (Champagne Basket Reims/FRA, 17), Maodo Lo (ALBA BERLIN, 7), Niels Giffey (ALBA BERLIN, 3), Jan Niklas Wimberg (NINERS Chemnitz, dnp), Johannes Voigtmann (ZSKA Moskau/RUS, 10), Robin Benzing (Casadeont Zaragoza/ESP, 0), Moritz Wagner (Unrestricted Free Agent, 11), Lukas Wank (Basketball Löwen Braunschweig, dnp), Danilo Barthel (Fenerbahce Istanbul/TUR, 4), Johannes Thiemann (ALBA BERLIN, 6), Andreas Obst (ratiopharm ulm,11).

Boxscore

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