Vorgeschichte und Rahmenbedingungen

Im Vorfeld der FIBA Women’s EuroBasket 2025 bot sich der deutschen Damen‑Basketballnationalmannschaft eine vielversprechende Ausgangslage. Deutschland war gemeinsam mit drei weiteren Nationen Gastgeber der Vorrunde – in Hamburg. Dank dieser Gastgeberrolle war die Mannschaft automatisch für die Women’s EuroBasket 2025 qualifiziert. Dennoch absolvierte sie im Vorfeld Qualifikationsspiele gegen starke Gegner wie Griechenland, Italien und Tschechien, was als willkommene Tests für die große Bühne gewertet wurde. Zudem hatte das Team 2023 mit Platz 6 bereits ein gutes EM-Resultat erzielt, das 2025 übertroffen werden sollte. Die EM 2025 wurde erstmals von vier Ländern gemeinsam ausgerichtet (Deutschland, Tschechien, Italien, Griechenland).

Qualifikation & Vorbereitung

Obwohl Deutschland als Gastgeber automatisch im Wettbewerb stand, nutzte der DBB die Qualifikationsphase, um in hochkarätigen Spielen den Feinschliff zu suchen. Im März 2025 fand dann die Auslosung der Gruppenphase statt und Deutschland bekam eine anspruchsvolle Vorrundengruppe zugelost: Schweden, Spanien und Großbritannien. Die Vorbereitung mit Spielen gegen die Türkei und Belgien verlief personell sehr unglücklich. Stand schon zuvor fest, dass Deutschland ohne die Sabbaly-Schwestern würde auskommen müssen, verletzten sich Centerin Marie Gülich und Forward Alina Hartmann und fielen für die Women’s EuroBasket auss. Eine große Schwächung.

EuroBasket 2025 im Fokus

Vorrunde

Die deutsche Mannschaft eröffnete das Turnier am 19. Juni 2025 in Hamburg mit einem souveränen 89:76-Sieg gegen Schweden. In diesem Spiel überzeugte insbesondere Luisa Geiselsöder mit 20 Punkten, 7 Rebounds und 4 Assists. Im zweiten Spiel folgte eine Niederlage gegen Spanien mit 60:79. Man war allerdings bis zum Ende des dritten Viertels auf Augenhöhe gewesen. Im dritten Vorrundenspiel wurde Großbritannien mit 80:67 besiegt. Mit diesen Ergebnissen belegte Deutschland den zweiten Platz in der Vorrundengruppe und qualifizierte sich damit für das Viertelfinale.

Viertelfinale; Platzierung

Im Viertelfinale traf Deutschland auf den amtierenden Titelträger Belgien und unterlag mit 59:83. Nach der Pause fand man keine Mittel mehr gegen den Favoriten. Im ersten Platzierungsspiel um die Plätze 5-8 wurde die Türkei überzeugend mit 93:73 bezwungen. Frieda Bühner erzielte die meisten Punkte (19). Im anschließenden Platzierungsspiel um Rang 5 gewann Deutschland gegen Tschechien mit 81:70. Eine starke Team-Leistung wurde von Leonie Fiebich mit 23 Punkten getragen. Am Ende erreichte das Team Platz 5 – das drittbeste jemals erzielte EM-Ergebnis der deutschen Damen (Bronze EM 1966 DBV-Damen, Bronze EM 1997 DBB-Damen).

Leonie Fiebich in Aktion gegen die Türkei bei der Women’s EuroBasket 2025 in Athen/GRE.
Foto: DBB/Camera 4
Frieda Bühner, ebenfalls bei der Women’s EuroBasket 2025 in Hamburg.

Spielerinnen im Blick

Luisa Geiselsöder: Im Turnierverlauf kam sie durchschnittlich auf 14,3 Punkte, 6,3 Rebounds und 4,5 Assists pro Spiel. Im Auftaktspiel gegen Schweden war sie mit 20 Punkten, sieben Rebounds und vier Assists die tragende Figur.
Leonie Fiebich: Im Turnier lag ihr Schnitt bei 14,8 Punkten, sechs Rebounds und 2,7 Assists pro Spiel. Im Spiel um Platz 5 führte sie das Team mit 23 Punkten zum Erfolg.
Frieda Bühner: Die erst 21-Jährige ist aus der deutschen Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Sie war mit durchschnittlich 15 Punkten die deutsche Topscorerin und holte außerdem 5,2 Rebounds und 2,5 Assists pro Spiel.
Emily Bessoir: Der Fowrard war die Zuverlässigkeit in Person, was ihre Stats auch aussagen: 12,7 Punkte, vier Rebounds und 1,8 Assists im Schnitt.

Diese individuellen Leistungen unterstreichen, dass das deutsche Team nicht nur kollektiv überzeugte, sondern auch über Schlüsselspielerinnen verfügte, die Verantwortung übernommen haben.

Bewertung und Ausblick – Neuer Bundestrainer

Der fünfte Platz bei der EuroBasket 2025 stellt einen deutlichen Fortschritt dar: die Mannschaft zeigte trotz der fehlenden Spielerinnen Stabilität und Leistungsbereitschaft. Als Ausblick bleibt: Der Blick richtet sich nun auf die Heim-WM 2026 in Berlin – mit dem Team und der Spielerinnenbasis, die sich 2025 stabilisiert haben, steht eine interessante Zukunft bevor. Zudem zeigt dieses Ergebnis, dass der deutsche Damenbasketball international weiter Anschluss gefunden hat – mit Potenzial nach oben. Im September wurde mit Olaf Lange ein neuer Damen-Bundestrainer vorgestellt, der im November gleich einen ersten „Kennenlern“-Lehrgang durchführte.

World University Games

Wichtige internationale Erfahrungen sammelten die DBB-„Studentinnen“ bei den World University Games in Duisburg. Allerdings musste das von Stefan Möller gecoachte Team schon nach zwei Spielen alle Medaillenträume begraben. Beim 63:69 gegen die USA und beim 50:63 gegen Polen hatten die deutschen Korbjägerinnen – eine Art B-Nationalmannschaft – durchaus gute Szenen. Es fehlte aber die Konstanz. Alle weiteren Spiele wurden gewonnen (81:40 gegen Chinese Taipeh | 128:54 gegen Indien |84:64 gegen Brasilien | 79:63 gegen Litauen), woraus schließlich der neunte Platz resultierte. Head Coach Stefan Möller: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, die sich nach den ersten beiden Niederlagen nicht hat entmutigen lassen, sondern die Moral aufrecht gehalten hat. Auch heute haben sie erneut bewiesen, dass sie füreinander einspringen und Verantwortung übernehmen. Wir haben mit Platz neun einen versöhnlichen Abschluss und sind sehr dankbar über die Unterstützung, die wir in der letzten Woche erfahren haben.“