Der Bann ist gebrochen: Nach den beiden Niederlagen gegen Spanien und China zum Auftakt des FIBA U17 Women’s World 2026 in Brünn/CZE haben sich die deutschen U17-Mädchen den ersten WM-Erfolg gesichert. Gegen Mexiko setzte sich das Team von Bundestrainer Heiko Czach mit 61:42 (15:16, 15:11, 11:7, 20:8) durch und trifft im morgigen Achtelfinale auf den Zweiten der Parallelgruppe A, sehr wahrscheinlich Australien (Uhrzeit steht noch nicht fest, live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der FIBA).

Rückstand

Eine sehr agile Frederike Askamp prägte offensiv wie defensiv die ersten Szenen der deutschen Mannschaft, die sich aber schwer tat (6:4, 4.). Das körperlich klar unterlegene Team aus Mexiko versuchte es mit hohem Tempo sowie viel Aggressivität und hatte damit immer wieder Erfolg. Die deutsche Defense hatte so ihre Probleme, besonders in der Transition. Die Zahl der Ballverluste war einmal mehr zu hoch (sechs nach sechs Min.), so hieß es 12:12 nach acht Minuten. Der Dreier von Leonie Pflanzelt kam genau richtig, aber Mexiko antwortete sofort und lag nach dem ersten Viertel vorne (15:16).

Verunsicherung, aber Führung

Den Mexikanerinnen wurden viel zu viele freie Korbleger gestattet und man konnte noch von Glück sagen, dass deren Quote nicht die beste war (15:22, 11.). Deutschland wirkte verunsichert und fand nicht ins Spiel, Auszeit Deutschland. Die Reboundüberlegenheit konnte bis dahin nicht genutzt werden, es waren einfach zu viele Fehler im deutschen Spiel (19:25, 17.). Es fehlte in dieser Phase jemand, der das Heft in die Hand nimmt und die Richtung vorgibt. 16 Ballverluste hatten sich nach 17 Minuten angesammelt, natürlich viel zu viele und ein Zeichen der Verunsicherung. Es folgten die besten drei Minuten für Deutschland bis dahin: Askamp netzte einen weiten Dreier und brachte ihr Team heran, dann glich Leni Schramm-Bünning ebenfalls per Dreier aus (25:25, 19.). Linda Thimm ließ einen weiteren Dreier folgen und nach zwei Vierteln hieß es 30:27 für die DBB-Auswahl.

Boxscore

Defensiven Druck erhöht

Deutschland erhöhte den defensiven Druck und versuchte es vermehrt mit Doppeln im Bereich der Mittellinie. Punktemäßig passierte in den ersten Minuten des dritten Viertels kaum etwas (32:28, 23.). Dann traf Askamp im Fastbreak und stand kurz vor einem „double double“ mit neun Punkten und neun Rebounds. Mexiko war sofort wieder da (34:33, 24.), während das DBB-Team nicht gut auf den Ball aufpasste. Pflanzelt spielte sich schön durch und Lara Gierlich wurde bei einem erfolgreichen Korbleger grob gefoult. Nach dem Bonus hieß es 39:33 (27.), es sah wieder besser aus für Deutschland. Darina Zraychenko erhöhte und nach 30 Minuten sprach einiges für einen deutschen Sieg (41:34).

Erfolg gesichert

Jetzt musste man dafür sorgen, dem Gegner nicht mehr so viele Chancen anzubieten. Askamps Dreier machte den Vorsprung zweistellig und beruhigte die Nerven. Zraychenko ließ kurz später einen Dreier fliegen und die deutsche Mannschaft hatte sich endlich etwas frei gespielt (47:34, 32.). Das zeigte sich auch bei Zraychenkos gelungener Aktion in der nächsten Offensive. Plötzlich traute man sich etwas zu und hatte Erfolg. Es gelangen Dinge, die bis dahin nicht funktioniert hatten. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. Am Ende stand unterm Strich der ersehnte erste Erfolg bei der WM.

„Fühlt sich gut an“

Bundestrainer Heiko Czach: „Das fühlt ich natürlich gut an, jetzt mal für die Arbeit belohnt zu werden. Es war ein physisches Spiel, die Mexikanerinnen haben uns alles abverlaangt, sind sehr viel direkt auf den Ball gegangen. Darauf mussten wir uns erst einmal einstellen. Irgendwann haben wir es dann hinbekommen und auch mitgemacht bei der Körperlichkeit. Das war letztlich der Schlüssel, dass wir sie anhalten konnten. Die Würfe, die dann gefallen sind, haben uns natürlich geholfen, die brauchen wir aber auch. Noch haben wir nicht so den Flow, aber wir kommen langsam rein. Jetzt heißt es schnell zu regenerieren und sich auf Australien vorbereiten. Darauf freuen wir uns.“

Für Deutschland spielten
Spielerin Punkte Verein
Amelie Mbah 2 USC Eisvögel Freiburg
Leonie Pfanzelt 7 USC Heidelberg
Linda Thimm 5 Dragons Rhöndorf
Moescha Bakam 0 TG Würzburg
Darina Zraychenko 15 TSV Hagen
Leni Schramm-Bünning 6 USC Heidelberg
Lara Gierlich 5 USC Eisvögel Freiburg
Mia Wiegand 2 ALBA Berlin
Frederike Askamp 12 USC Eisvögel Freiburg
Mathilda Haensch 5 ALBA Berlin
Nele Prowaznik 2 TK Hannover
Silvia Heide 0 TS Jahn München