Für Bundestrainer Heiko Czach geht es am kommenden Samstag los mit dem ersten Gruppenspiel bei der FIBA U17 Women’s World Cup. Nach einer langen Vorbereitung ist das Team nun in Tschechien angekommen. Für Deutschland und Heiko Czach ist es die zweite U17-WM. Wir haben vorab mit dem Bundestrainer über Ziele, das Team und die Besonderheit einer WM geredet. Alle Spiele gibt es live und kostenlos und live auf Youtube.

Die Gruppenphase
Sa., 11.7.2026, 20.15 Uhr: Deutschland – Spanien
So., 12.7.2026, 14.15 Uhr: China – Deutschland
Di., 14.7.2026, 12.00 Uhr: Deutschland – Mexiko

Ihr habt euch im letzten Jahr bei der U16-EM mit Bronze für die U17-WM qualifiziert. Du kennst die Mädels also schon aus dem letzten Jahr. Wie haben sie sich individuell entwickelt?

Es ist auf jeden Fall etwas vorangegangen, aber jetzt steht der Schritt vom U16- zum U17-/U18-Basketball bevor. Das ist immer ein großer Schritt, weil sich der Basketball da einfach nochmal weiterentwickelt. Die Physis wird größer und es gibt mehr taktische Elemente. Diesen Schritt müssen wir jetzt auch machen. Einige Spielerinnen haben ihre Stärken weiterentwickelt und sind in einigen Dingen noch kompletter geworden. Das ist natürlich auch der tollen Arbeit in den Vereinen zu verdanken, von der wir jetzt im DBB-Sommer profitieren und die Entwicklungen fortsetzen können.

Habt ihr als Team wieder gut zusammengefunden? Wie ist die Stimmung im Team?

Die Vorbereitung ist relativ kurz und wir sind noch dabei, uns zurechtzufinden. Wir investieren viel in diesen Bereich, um uns als Team zu finden. Wir wollen die beste Gruppe sein und uns alles sagen können. Wir wollen, dass jeder zuhört, und eine Einheit werden, die uns dann auch durch das Turnier trägt. Die Stimmung ist aktuell sehr gut, auch wenn die Testergebnisse nicht alle optimal waren. Wir sind immer noch in diesem Prozess und werden ihn auch fortsetzen. Vor allem arbeiten wir weiterhin an unserem Zusammenhalt, denn der hat uns im letzten Jahr ausgezeichnet. Wir brauchen den Zusammenhalt, um erfolgreich zu sein.

Ihr habt jetzt eine sehr anspruchsvolle Vorbereitung hinter euch. Was habt ihr gelernt und wo hakt es momentan noch?

Die Vorbereitung war super. Wir sind sehr zufrieden, denn es ist genau so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir durften mit Spanien gegen den Europameister und mit Ägypten gegen den Afrikameister spielen. Es ist natürlich etwas Besonderes, gegen zwei amtierende Kontinentalmeister zu spielen. Wir haben gemerkt, dass wir in Momenten, in denen wir bei uns sind und unsere Dinge umsetzen, absolut mithalten können und wettbewerbsfähig sind. Wir sind aber noch nicht konstant. In der Vorbereitung gab es immer wieder Momente, in denen wir es nicht geschafft haben, unsere Vorhaben durchzusetzen. Auf diesem internationalen Niveau wird man dann auch direkt bestraft. Es ist halt eine U17-Weltmeisterschaft mit sehr guten Gegnern. Da kann man sich keine Fehler erlauben, denn diese werden direkt bestraft. Das haben wir in unseren Testspielen erfahren, konnten daraus lernen und Dinge besser machen. Wir haben auch gesehen, dass viele Sachen klappen. Jetzt haben wir noch ein paar Joker in der Tasche, die wir umsetzen und auf das Parkett bringen müssen, um mehr als ein Spiel zu gewinnen.

Bei der U16-EM qualifiziert sich Heiko Czach mit seiner Mannschaft für die U17-WM durch die Bronzemedaille

Mit Spanien, China und Mexiko stehen ganz neue Gegner auf dem Programm. Wie schätzt du diese Gruppe und die Überkreuzgruppe für das Achtelfinale ein?

Die Gruppe ist super spannend. Wir spielen gegen drei verschiedene Gegner von drei verschiedenen Kontinenten. Das ist toll. Auf uns kommen verschiedene Spielstile, verschiedene Spieler und Mannschaften, gegen die man nicht alle Tage spielt. Das macht ja auch dieses besondere WM-Feeling aus. Dadurch ist die Gruppe extrem schwierig einzuschätzen. Wir kennen Spanien aus der Vorbereitung. Über China und Mexiko wissen wir nicht so viel. Man weiß jedoch, dass sich China traditionell auf solche Events immer lange und intensiv vorbereitet. Da treffen wir also auf einen physisch starken und sehr eingespielten Gegner. Auch Mexiko wird sehr spannend. Alle Teams kommen mit Zielen und Ambitionen zu so einer Weltmeisterschaft. Wir sind gespannt, was uns erwartet, werden aber versuchen, hauptsächlich auf uns zu achten und unser Ding zu machen. Die Überkreuzgruppe wird dann auch noch einmal richtig spannend. Auch diese Mannschaften tragen zur Vorfreude bei, denn mit Team USA, Australien, Lettland und der Elfenbeinküste haben wir wieder super coole Gegner. Es ist ein tolles Gefühl, jetzt dorthin zu fahren und gegen diese Teams spielen zu können.

Was sind eure Ziele bei dieser Weltmeisterschaft?

Die FIBA hat uns auf Platz sechs gerankt und da orientieren wir uns mal dran und sagen, dass wir das versuchen umzusetzen, gerne auch besser. Wir gucken erstmal von Spiel zu Spiel. Wir gucken auf uns, wir versuchen uns zu entwickeln und unseren Basketball zu spielen. Wir wollen damit Siege feiern und dann den bestmöglichen Erfolg bei diese WM haben.

Für die Mädels ist es ihre erste Weltmeisterschaft. Wie geht man damit um? Gibt es viel Aufregung im Team?

Ja, für alle die erste WM. Es ist unser Ziel, dass wir diese Weltmeisterschaften in unserem Programm etablieren. Die Mädels sind alle voller Vorfreunde, also es kribbelt und man merkt das je näher die WM rückt. Auch wenn die sportlichen Entscheidungen noch ausstehen und das ist natürlich auch ein ständiger Begleiter in unserem Prozess und trotzdem spürt man, dass alle Mädels auf dieses Ziel hinarbeiten. Man merkt, wie sehr sie sich darauf freuen, wie sehr sie dadurch Arbeitsklima schaffen und ein Ziel vor Augen haben. Deswegen sind unsere Schritte in dieser Vorbereitung auch so wichtig, damit man dann auch mit einer gewissen Sicherheit in diese natürlich vorhanden sein werdene Nervosität und Anspannung kommt. Es ist eine Mischung aus, wir spielen eine Weltmeisterschaft, das genießen wir, wir wollen dabei sein, das ist super, und aber auch neben dem Genuss unsere bestmögliche Leistung auch zu bringen.

Möchtest du sonst noch etwas sagen?

Danke an das Programm. Danke an die Personen, die dafür sorgen, dass wir an dieser Weltmeisterschaft teilnehmen können. Da sind ja auch viel mehr Personen involviert, als hier jetzt anwesend sind. Wir reden von den Spielerinnen, von den Familien, von den Heimvereinen und Heimtrainern, von den Landesverbänden und Landestrainern, vom DBB, vom Staff der hier ist, die alle eine überragende Leistung machen. Wir reden von der Geschäftsstelle des DBBs, die unglaublich viel Arbeit hat und das alles umsetzt. Und wir reden vor allem von den Mädels, die unglaublich viel investieren. Auch danke an die Gastgeber unserer Vorbereitung, Steinbach und Heidelberg. Wir treffen überall auf Unterstützung und wir wollen das zurückgeben und freuen uns auf die WM. Der Anspruch den wir immer haben ist, dass sich dadurch der weibliche Nachwuchsbasketball weiterentwickeln kann.

Bei der U17-WM 2022 ist Heiko Czach als Co-Trainer an der Seite von Janet Fowler-Michel dabei