Für die U20-Nationalmannschaft und Bundestrainer Mario Dugandzic rückt ein Höhepunkt näher: Die Europameisterschaft steht unmittelbar bevor. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase liegt der volle Fokus nun auf der FIBA U20 EuroBasket 2026. Im Vorfeld des Turniers haben wir mit Mario Dugandzic über den aktuellen Leistungsstand des Teams und die bevorstehenden Herausforderungen auf internationalem Parkett gesprochen.

Die Gruppenphase
Sa., 11.7.2026, 13.00 Uhr: Italien– Deutschland
So., 12.7.2026, 13.30 Uhr: Deutschland – Türkei
Mo., 13.7.2026, 20.30 Uhr: Frankreich – Deutschland

Du bist seit dem 1. Mai hauptamtlicher Bundestrainer der U20. Wie intensiv waren die vergangenen Monate für dich und mit welchem Gefühl reist du zur Europameisterschaft?

Die letzten Monate waren intensiv. Das ist meistens so, wenn man kurz vor der Europameisterschaft steht. Wir starten als erstes von allen Nachwuchsteams, sodass es da natürlich gleich zur Sache geht. Hauptfokus war es, den Kader irgendwie zusammenzubauen. Dementsprechend standen viele Gespräche, Trainingseinheiten und Testspiele an.

Morgen startet die Europameisterschaft. Wie fällt dein Fazit für die Vorbereitung aus und welche Entwicklung hat das Team in den vergangenen Wochen gemacht?

Die Kaderzusammenstellung für diese EM hat sich sehr schwer gestaltet, weil wir Absagen aus dem College und auch aus unseren Ligen kassiert hatten. Es ist nicht alles glatt verlaufen ist, wie wir uns das vorgestellt hätten. Allerdings kann man am Ende sagen, dass wir wirklich die richtigen Jungs zusammenbekommen haben. Diese haben es in der Vorbereitung hervorragend gelöst, sich super angestellt und ich finde, dass wir uns zum Ende hin tatsächlich auch entwickelt haben. Der Testspielsieg gegen die Italiener, ist freilich nicht überzubewerten, aber wir konnten mit einem positiven Gefühl den ersten Zyklus abschließen.

Nach deinen Stationen in Bamberg und zuletzt in der australischen NBL und Neuseeland bist du nun zurück beim DBB. Inwiefern hat sich deine Laufbahn auf deine Arbeitsweise ausgewirkt?

Gut, ich hatte natürlich das Glück, dass ich die letzten Jahre sehr viel mit dem DBB verbunden war und viel Erfahrung sammeln konnte. Ich war da schon immer im Rhythmus und konnte Jahre zuvor Erlerntes anwenden. Insofern ändert sich an der Arbeitsweise nicht all zu viel. Lediglich die Aufgabenteilung von Co-Trainer zu Head Coach ist natürlich eine andere.

Der EM-Kader steht fest. Was zeichnet die Mannschaft aus und worin liegen ihre großen Stärken?

Die Mannschaft zeichnet aus, dass sie rasch zu einer Einheit geworden ist und wirklich eine Bereitschaft zum Lernen zeigt. Wir haben in den letzten Vorbereitungsspielen tatsächlich gemerkt, dass wir Spiel für Spiel eigentlich besser geworden sind und die Jungs zu jedem Zeitpunkt zusammengeblieben sind. Das war etwas, was uns sehr positiv nach dieser Vorbereitung aufgefallen ist. Die Jungs sind stets zusammen, treten geschlossen auf und wollen besser werden. Ob dies zeitlich für die Europameisterschaft greift, werden wir dann sehen. Aber das sind die zwei größten Stärken, die ich so aktuell sehe. Sie halten zusammen und sind bereit sich weiterzuentwickeln.

Die Gruppe mit Italien, der Türkei und Frankreich verspricht direkt zu Beginn intensive Spiele. Was erwartest du von dieser anspruchsvollen Gruppe?

Anspruchsvoll ist noch sehr nett, das ist wahrscheinlich die stärkste Gruppe dieses Turniers. Ich erwarte natürlich sehr gute Gegner, mit sehr viel Basketball-Kultur. Wir hatten zwei von den Gruppengegnern bereits in der Vorbereitung gespielt, sodass wir die Italiener und Franzosen bereits kennen. Wir erwarten eine hohe Intensität und Grundaggressivität, die wir matchen müssen. Bei den Türken auch eine hohe Aggressivität mit einer guten Size. Es geht für uns in den ersten drei Spielen direkt richtig zur Sache. Jedes Spiel wird sicherlich hart umkämpft sein.

Trotz des Verletzungspechs und eines in Teilen international noch unerfahrenen Kaders: Wie schätzt du die Ausgangslage eurer Mannschaft vor der Europameisterschaft ein, und welche sportlichen Ziele habt ihr euch für das Turnier gesetzt?

Wir wollen zuerst einmal gut ins Turnier starten und uns Stück für Stück in den Gruppenspielen entwickeln. Idealerweise können wir uns eine gute Positionierung für die zweite Runde sichern. Danach muss man schauen wo wir stehen und wohin die Reise gehen kann. Denn das Niveau bei dieser EuroBasket ist tatsächlich durchmischt und somit unübersichtlich. Auch andere Teams hier haben ihre Probleme. Dennoch glaube ich, dass die meisten ein ähnliches Level erreichen werden.