Die deutsche Herren-Nationalmannschaft, amtierender Basketball-Welt- und Europameister, biegt mit viel Rückenwind in die finalen drei Fenster der Qualifikation zum FIBA World Cup 2027 in Katar ein. Nach dem Sieg gegen Israel gewann das Team von Bundestrainer Álex Mumbrú das heutige sechste Qualifikationsspiel in Bamberg gegen Zypern überlegen mit 111:79 (22:21, 34:10, 30:25, 25:23). Weiter geht es mit den FIBA World Cup 2027 Qualifiers am 27. August 2027 in Köln. Beim sogenannten „Double Header“ mit den Damen heißt der Gegner dann Niederlande, die heute knapp in Polen unterlegen war. Außerdem geht es in folgenden Spielen gegen Polen und Lettland. In der neu gebildeten Sechsergruppe muss Deutschland unter die ersten drei Teams kommen, um die Titelverteidigung im kommenden Jahr in Angriff nehmen zu können (siehe unten Link zur Event Website).

Deutschland tut sich schwer

Wie schon gegen Israel startete Mumbrú mit Dennis Schröder, Malte Delow, Kay Bruhnke, Christian Sengfelder und Leon Kratzer. Vor Spielbeginn wurde Schröder für sein 100. Länderspiel (im vergangenen Sommer gegen Finnland) von DBB-Präsident Ingo Weiss und DBB-Vizepräsident Mithat Demirel geehrt. Die erwartungsvoll gestimmte Arena erwartete sicher schnell Höhepunkte in dem scheinbar ungleichen Duell. Doch das Publikum musste sich etwas gedulden, denn Zypern legte gut los (2:5, 2.). Der Dreier von Bruhnke wurde gefeiert, der direkt folgende von Delow ebenfalls, dann wieder „für drei“ von Bruhnke (11:5, 4.). Als Mattisseck ebenfalls von „downtown“ traf, flüchteten sich die Zyprioten in eine frühe erste Auszeit. Und konnten das hohe Tempo der Deutschen in der Folge etwas verringern. Nur noch 17:16 hieß es nach sieben Minuten, weil Deutschland ein paar Minuten „abgeschaltet“ hatte, Auszeit. Die Gäste übernahmen die Führung (19:21, 9.), Deutschland tat sich jetzt sehr schwer. Nelson Weidemann traf mit der Sirene zum 22:21.

Etwas frei gespielt

Der Dunk von Kostja Mushidi wurde vom Publikum gerne genommen (26:21, 12.), die DBB-Auswahl schien wieder auf den richtigen Weg einzubiegen. Wieder ließ es Mushidi krachen, Sengfelder erhöhte gleich zweimal aus der Distanz (34:22, 14.). Deutschland kam ins Rollen (Dunk und Zweier Sananda Fru, Dreier Bruhnke): 45:25 (18.). Das DBB-Team hatte sich etwas frei gespielt, auch wenn noch deutlich Luft nach oben blieb. Fru wurde jetzt gut eingesetzt, Sengfelder und Schröder punkteten und zur Pause war es eine klare Angelegenheit: 56:31.

Boxscore

Fotos: DBB/Camera 4 | FIBA

Frühe Vorentscheidung

Weiter Vollgas geben und den Schwung beibehalten! So sollte es ins dritte Viertel gehen. Der Start gestaltete sich allerdings etwas „slow“. Zypern wehrte sich und bewies eine intakte Moral (59:41, 23.). Dann wurde das deutsche Spiel wieder flüssiger, der Ball wanderte gut und schnell und vorne fielen die Würfe („and one“ Fru, Dreier Weidemann 73:46, 26.). Es war keine Frage mehr, wer dieses Spiel gewinnen würde. Man durfte schon langsam in Richtung 100. Punkt blicken. Den ein oder anderen Leckerbissen zauberten die DBB-Korbjäger aber schon vorher aufs Parkett, mussten aber ebenso auch immer wieder gelungene Aktionen des Gegners akzeptieren (86:56, 30.).

„Donut“-Dunk durch Bruhnke

Die nahezu aus verkaufte brose Arena hatte aber noch nicht genug und lechzte nach weiteren Highlights. Die ersten sechs Punkte im Schlussabschnitt erzielten aber die Zyprioten. Das Spiel plätscherte jetzt etwas dahin, man leistete sich auf deutscher Seite doch eine ganze Reihe an Unkonzentriertheiten. So dauerte es bis zur 38. Minute, ehe die Gastgeber ihren Score dreistellig machten (Dunk Bruhnke, 100:68).

„Eine ganz besondere Mannschaft“

Álex Mumbrú: „Die Mannschaft in diesem Fenster ist eine ganz besondere. So kurz nach der Saison sofort ja zur Nationalmannschaft zu sagen ist herausragend. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler, es waren zwei sehr wichtige Spiele für uns. Zypern hat heute ganz stark gekämpft und uns das Leben schwer gemacht. Kompliment dafür! Dennis Schröder ist kein Spieler für 50 Prozent, er muss und möchte immer 100 Prozent gehen und geben. Eines möchte ich noch erwähnen. Ich danke Armin Andres für all das, was er für uns in den vergangenen Jahren getan hat. Er hat sich vor ein paar Wochen als Vizepräsident verabschiedet und ich wünsche ihm nur das Beste.“

Chris Sengfelder: „Es waren zwei wichtige Siege für uns. Genau darum ging es in diesem Fenster. Wir haben phasenweise nicht gut ausgesehen, aber es zählen die Ergebnisse. deshalb gucke ich auch nicht so sehr auf meine Stats.“

Für Deutschland spielten
Name Punkte Verein
Nelson Weidemann 9 letzter Verein: ratiopharm ulm
Jonas Mattisseck 8 ALBA BERLIN
Louis Olinde 5 letzter Verein: BAXI Manresa/ESP
Dennis Schröder 20 Cleveland Cavaliers/NBA
Kay Bruhnke 16 Rytas Vilnius/LTU
Malte Delow 7 ALBA BERLIN
Kostja Mushidi 9 NINERS Chemnitz
Sananda Fru 13 Marquette University/USA
Leon Kratzer 0 letzter Verein: FC Bayern München
Simonas Lukosius 5 Rytas Vilnius/LTU
Christian Sengfelder 19 ratiopharm ulm