Halbfinale verpasst! Unter diese Überschrift muss man leider das heutige Spiel der deutschen U18-Jungen bei der U18 EuroBasket 2026 in Trentino/ITA stellen. Im Viertelfinale gegen Frankreich unterlag das Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic mit 61:76 (16:12, 10:25, 17:17, 18:22) und trifft am kommenden Samstag im ersten Platzierungsspiel 5-8 auf die Türkei, die heute gegen Italien verlor. Mit der möglichen Qualifikation zum FIBA U19 World C up 2027 gibt es weiterhin ein großes Ziel. Dazu muss der fünfte Platz erreicht werden.

Kröger überragt

Ohne Marko Petric, der sich im Achtelfinale gegen Estland verletzt hatte und bei dieser EM nicht mehr eingreifen kann, nahm Deutschland die Partie in Angriff. Frankreich eröffnete die Begegnung mit drei Dunks nach Ballgewinnen (0:6, 3.). Fabian Kayser markierte den ersten deuschen Punkt an der Freiwurflinie. Dann war Leonard Kröger energisch per „and one“ erfolgreich und Lucai Anderson netzte einen Dreier zur Führung (7:6, 5.). Deutschland passte aber nicht gut auf den Ball auf und hatte diesen schon sechs Mal verloren. Kröger war offensiv und defensiv sehr präsent und gab seiner Mannschaft Stabilität. Deutschland attackierte den französischen Korb mit Autorität und zwang den Gegner zu unangenehmen Würfen, beiden Teams fehlte es aber noch an einem Rhythmus (10:10, 7.). Kröger war von den Franzosen nicht zu stoppen und hauptverantwortlich für die deutsche 16:12-Führung nach zehn Minuten (9 PTS/6 REB).

Zu viele Ballverluste

Deutschland dominierte das Reboundduell gegen die athletischen Franzosen. Das war vorher als wichtiger Faktor ausgemacht worden. Das DBB-Team behauptete seine Führung auch nach zwölf Minuten (20:16), Frankreich hatte es bis dahin zehn Mal vergeblich aus der Dreierdistanz versucht. Auf beiden Seiten wurden jetzt zahlreiche Chancen vergeben, der Score war sehr niedrig. Dann netzte Frankreich nach spielübergreifend 25 Fehlversuchen einen Dreier und das DBB-Team war bei elf Ballverlusten angelangt. Der nächste französische Dreier brachte die Franzosen wieder nach vorne (20:22, 15.), Auszeit Deutschland. Beide Mannschaften tauschten Dunks aus, das Spiel nahm etwas an Fahrt auf (24:28, 17.). Und Frankreich konnte sehr zum Unmut von Ibrahimagic seine Athletik einsetzen (24:30). Wer anders als Kröger mit einem put back-Dunk stoppte den französischen Lauf. Doch nur kurzzeitig, denn zum Seitenwechsel waren die Franzosen weiter enteilt (26:37). 17 Ballverluste waren einfach zu viel.

Boxscore

Deutschland kommt heran

Nun galt es möglichst schnell den Anschluss herzustellen. Und Kayser begann mit einem Dreier, Deutschland hängte sich rein. Kam aber zunächst nicht nennenswert näher heran (33:44, 24.). Offensiv gelang bis dahin gegen den französischen Druck zu wenig Teamspiel, während es defensiv durchaus gut aussah. Da tat der Dreier von Anderson zum 38:44 richtig gut (25.). Doch weiterhin machte man es sich mit Ballverlusten schwer und dem Gegner zu leicht. Kröger meldete sich wieder, sein energisches Durchtanken führte zum 40:46 (27.). Er war bereits bei einem „double double“ angelangt. Die DBB-Auswahl war gefühlt jetzt dran an Frankreich, das aber auch nach 28 Minuten vorne lag (43:49, Dunk Kröger). Nach 30 Minuten hieß es 43:54 und die Deutschen hatten eine große Chance verpasst, dem Spiel eine Wende zu geben. 

Frankreich stabil

Dazu waren jetzt noch zehn Minuten Zeit. Und das DBB-Team nahm den nächsten Anlauf. Doch Frankreich baute die Führung erst einmal aus (43:56, 32.). Kröger blieb stark und machte seiner Mannschaft weiter Hoffnung, benötigte aber dringend Unterstützung. Die kam durch Anderson, der einen schwierigen Drive vollendete. Und durch Caspar Vossenberg, der das 49:56 besorgte (34.). Frankreich antwortete „für drei“ und wirkte stabil, vor allem defensiv. Noch fünf Minuten auf der Uhr und immer noch zweistellige Führung der Franzosen: 51:61. Jetzt brauchte man das Momentum und eine letzte Kraftanstrengung, Kemmer machte mit einem Dreier den Anfang. Die Antwort kam an der Freiwurflinie, die Zeit lief gegen die Deutschen, aber Kemmer war zum 56:63 zur Stelle (37.). Sollte Frankreich noch ins Wackeln kommen? Beim 56:67 zweieinhalb Minuten vor dem Ende sah es nicht danach aus. Das 58:70 war dann die Entscheidung.

Für Deutschland spielten
Spielerin Punkte Verein
Lars Danziger dnp Porsche BBA Ludwigsburg
Lucai Anderson 13 IMG Academy/USA
Dusan Ilic 3 Telekom Baskets Bonn
Caspar Vossenberg 5 FC Bayern Basketball
Anton Kemmer 11 ALBA Berlin
Paul Plato 2 Würzburg Baskets
Fin Borczanowski 4 ALBA Berlin
Fabian Kayser 4 Real Madrid
Kenan Youdom 0 Porsche BBA Ludwigsburg
Felix Kiehlneker 0 ratiopharm ulm
Leonard Kröger 19 Paderborn Baskets