Gastgeber ALBA BERLIN hat sich den WNBL-Titel 2026 geholt. Im Finale des WNBL TOP, das im Rahmen des RSM Ebner Stolz Jugend-TOP4 vor eigenem Publikum in Berlin ausgetragen wurde, bezwang das Team von Trainer Antonio Canamero Vorjahressieger TG Main Sharks Würzburg mit 66:61 (17:16, 20:19, 12:17, 17:9). Als TOP4 MVP wurde Carolina Heymann vom neuen Titelträger ausgezeichnet.

Kopf an Kopf

ALBA startete direkt mit einem Dreier von Eva Pabsch. Würzburg agierte anfangs fahrig, Coach Wiegand hielt es kaum am Seitenrand (4:9, 4.). Lilli Schultze kassierte früh ihr zweites Foul, Würzburg gelang es jetzt den Gegner häufiger zu stoppen. Offensiv fehlte es aber noch an der nötigen Abstimmung (7:12, 6.). Tereza Sykorova schaffte mit einem „and one“ den 10:12-Anschluss (7.), dann fiel ein Dreier von Mia Wiegand zum 13:14 (8.). ALBA behauptete im ersten Viertel mit großem Kampf die knappe Führung (16:17).

Der Titelverteidiger ließ einige „einfache“ Würfe liegen, bis Wiegand nach zwölf Minuten die erste Führung für die Main Sharks besorgte (18:17). Es blieb zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen (23:23, 14.), beide Teams hatten im set play Schwierigkeiten gegen die Defense des Gegners zu vernünftigen Würfen zu kommen. Würzburg stützte sich sehr auf die individuelle Klasse von Wiegand, während ALBA mehr als Team agierte. Nach 17 Minuten hieß es 31:29, Vorjahres-Finals-MVP Wiegand stand bereits bei 13 Punkten. Nach 20 Minuten durfte sich die bestens gefüllte Sömmeringhalle in Berlin auf ein spannende zweite Hälfte freuen. ALBA hatte eine starke Schlussphase aufs Parkett gebracht, Würzburg bereits einige Spielerinnen mit drei Fouls auf dem Konto (35:37).

Fotos: Florian Ullbrich

Spannung pur

Wiegand eröffnete das dritte Viertel mit einem sehenswerten Korb, aber ALBA blieb mit Schultze und Mathilda Haensch unter den Körben eine Macht, gegen die sich Würzburg Bigs schwer tat (37:41, 24.). Die Titelverteidigerinnen fanden noch immer nur selten ein passendes Mittel gegen die ALBA-Defense. Mitte des dritten Spielabschnitts holten sich Schultze und Wiegand jeweils ihr drittes Foul. Würzburg kam durch Moescha Feunou Bakam zum Ausgleich und zur Führung (45:43, 26.). Sykorova setze zum 47:43 nach, ALBA musste jetzt aufpassen (27.). Bakam hatte starke Minuten, aber vor allem Carolina Heymann hielt für Berlin dagegen (50:45, Dreier Wiegand, 28.). Es würde nun sicher auch eine Kraftfrage werden (52:49, 30.).

Beide Teams mobiliserten ihre letzten Reserven. Es waren deutliche Ermüdungserscheinungen zu erkennen, jede einzelne Aktion bekam jetzt eine enorme Bedeutung. ALBA machte das 54:53 (33.), einmal mehr war alles völlig offen. Die Gastgeberinnen profitierten von ihrer Reboundüberlegenheit und gaben den Main Sharks nur wenig zweite Chancen. Das vierte Foul vonn Schultze tat Berlin weh, sie blieb aber auf dem Feld und erzielte den umjubelten 55:55-Ausgleich (35.). ALBA holte die Führung zurück und hatte das Momentum auf seiner Seite (55:59, 36.). Helene Lehmann traf einen Dreier zum 57:62 (37.), die Halle stand Kopf. Den Fränkinnen lief die Zeit etwas davon, sie mussten zudem ein paar „in and outs“ verkraften. Aber sie wehrten sich und kamen durch Neire Mihailescu zum 61:64 (38.). Was für eine Spannung! Mit Glück und Geschick verteidigte ALBA schließlich die Führung und holte sich den Titel.

Es spielten

TG Main Sharks Würzburg: Laura Jordan 3, Neire Mihailescu 3, Moescha Feunou Bakam 14, Amina Toliver, Alessia Pop 6, Alisa Milow 2, Tereza Sykorova 13, Alicia Eirich, Mia Wiegand 20, Layla Mayer, Meliha Fiala, Franka Brust.
Head Coach: Michael Wiegand

ALBA BERLIN: Helene Lehmann 5, Sophie Christina Dramé, Carlotta Kreinsen 2, Carla Lotta Kozlowski 3, Rosa Fehr 4, Eva Pabsch 3, Carolina Heymann 24, Maja Heide 3, Liv Dahle, Mathilda Haensch 13, Cathrine Maiwald, Lilli Schultze 9.
Head Coach: Antonio Canamero