Lieber Dirk,

es gibt Momente, in denen ein einfaches „Danke“ eigentlich nicht ausreicht. Dein Ausscheiden aus Deiner Funktion beim Deutschen Basketball Bund ist ein solcher Moment.

Über mehrere Jahrzehnte hast Du den deutschen Basketball begleitet, geprägt und entscheidend mitgestaltet. Als Bundestrainer der Herren, als Jugend-Bundestrainer, als Nachwuchskoordinator und in weiteren Funktionen hast Du Dich auf ganz unterschiedlichen Ebenen in den Dienst unseres Sports gestellt. Dabei ging es Dir nie nur um eine Aufgabe, ein Amt oder eine Position. Wer Dich kennt, weiß: Für Dich war und ist Basketball immer eine Herzensangelegenheit.

Du hast Dich mit großer Akribie, Beharrlichkeit und Leidenschaft für die Entwicklung des deutschen Basketballs eingesetzt. Du hast gefordert, gefördert, nie aufgegeben, manchmal gestritten und immer wieder Überzeugungsarbeit geleistet. Vor allem aber hast Du nie aufgehört, an die Möglichkeiten des deutschen Basketballs und an unsere Spieler und Talente zu glauben.

Ein Thema, das untrennbar mit Deinem Namen verbunden bleiben wird, ist Dein beharrlicher Einsatz für die sogenannte 6+6-Regel in der Basketball Bundesliga. Du warst früh davon überzeugt, dass deutsche Spieler auf höchstem nationalem Niveau Einsatzzeit, Verantwortung und Vertrauen benötigen, wenn sich unser Basketball nachhaltig entwickeln soll. Du hast für diese Überzeugung gekämpft – auch gegen Widerstände. Dass sich dieser Weg letztlich durchgesetzt hat, war ein wichtiger Baustein für die Entwicklung, deren Früchte der deutsche Basketball heute ernten darf.

Die großen Erfolge und der enorme Aufschwung des deutschen Basketballs im männlichen Bereich in den vergangenen Jahren haben viele Väter. Aber es wäre falsch, dabei diejenigen zu vergessen, die lange zuvor Grundlagen gelegt, Strukturen eingefordert und Entwicklungen angestoßen haben. Du gehörst ohne jeden Zweifel zu diesen Menschen.

Lieber Dirk, Du hast dem deutschen Basketball viel gegeben: Dein Wissen und Deine Erfahrung, Deine Energie und Deine Ausdauer, Deine Konsequenz und Deine Akribie – und vor allem Dein Herzblut. Du warst nie jemand, dem Gleichgültigkeit nachgesagt werden konnte. Du hattest eine Haltung, Du hattest Überzeugungen und Du warst bereit, für sie einzustehen. Genau solche Persönlichkeiten braucht der Sport.

Natürlich haben wir in all den Jahren nicht immer in jeder Frage dieselbe Meinung vertreten. Das gehört dazu, wenn Menschen mit Leidenschaft und Überzeugung für eine gemeinsame Sache arbeiten. Entscheidend ist etwas anderes: Wir wussten immer, dass uns dasselbe Ziel verbindet – den deutschen Basketball besser zu machen und insbesondere jungen Spielerinnen und Spielern die bestmöglichen Chancen für ihre Entwicklung zu geben.

Im Namen des Deutschen Basketball Bundes, aber auch ganz persönlich, möchte ich Dir deshalb von Herzen danken. Danke für die vielen Jahre, in denen Du Verantwortung übernommen hast. Danke für Deine Beharrlichkeit und Deinen Mut, Dinge anzustoßen und auch unbequeme Themen anzusprechen. Danke für Deine Arbeit mit unzähligen Spielern, Trainern und Wegbegleitern. Und danke für Deine Leidenschaft für unseren Sport.

Du hinterlässt Spuren. In Strukturen und Entwicklungen, in Erfolgen und vor allem bei den vielen Menschen, die Du auf ihrem Weg begleitet hast.

Für Deinen weiteren Weg wünsche ich Dir persönlich alles erdenklich Gute. Ich bin mir sicher, dass der Basketball auch weiterhin einen wichtigen Platz in Deinem Leben haben wird.

Lieber Dirk: Danke für deine Freundschaft und für alles, was Du für den deutschen Basketball geleistet hast.

Mit großer Anerkennung und ganz herzlichen Grüßen

Dein Ingo Weiss

 

Foto: Dirk Bauermann und Ingo Weiss nach der erfolgreiche Olympia-Qualifikation 2008 in Athen. Foto: DBB/Camera 4