Team-Portrait Türkei
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Team-Portrait Türkei
An dieser Stelle stellen wir Ihnen die Teams für den Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin (4.-13. September 2026, Tickets) vor. Heute werfen wir dabei einen Blick auf
Über viele Jahre gehörte die Türkei zu den stärksten Frauen-Nationalmannschaften Europas. Zwischen 2011 und 2017 gewann das Team mehrfach Medaillen bei Europameisterschaften, erreichte Weltmeisterschaften und Olympische Spiele und etablierte sich als feste Größe im internationalen Basketball. Anschließend folgte jedoch eine Phase des Umbruchs, in der die Erfolge seltener wurden und mehrere Leistungsträgerinnen ihre Karriere beendeten.
Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass die türkische Nationalmannschaft wieder auf dem Weg nach oben ist. Mit einer starken EuroBasket 2025 und der erfolgreichen Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 hat das Team gezeigt, dass es erneut zur europäischen Spitze aufschließen kann.
Bei der Women’s EuroBasket 2025 gehörte die Türkei zu den positiven Überraschungen des Turniers. Die Mannschaft präsentierte sich deutlich stabiler als in den Jahren zuvor und kämpfte bis in die Endphase des Wettbewerbs um die Spitzenplätze. Besonders auffällig war die defensive Intensität. Die Türkei spielte aggressiv, körperbetont und mit hoher Energie. Viele Gegnerinnen hatten Schwierigkeiten, gegen die türkische Verteidigung ihren Rhythmus zu finden.
Auch offensiv zeigte sich eine deutliche Weiterentwicklung. Während frühere türkische Mannschaften häufig sehr stark von einzelnen Stars abhängig waren, verteilt sich die Verantwortung inzwischen auf mehrere Schultern. Unter den Körben damals eine Macht war die ehemals für die Dallas Wings in der WNBA aktive 204 cm Centerin Teaira McCowan, die auf durchschnittlich 16,8 Punkte und 9,8 Rebounds kam. Ihr folgten Shooting Guard Sevgi Uzun (Fenerbahce Istanbul, 13,7 PTS/4,2 AST), Power Forward Tilbe Senyurek (Fenerbahce, 11,8 PTS, 8 REB) und Point Guard Aperi Onar (Fenerbahce, 11,7 PTS/4,5 AST).
Ein wichtiger Meilenstein war das Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft 2026 in Istanbul. Vor heimischem Publikum zeigte die Mannschaft große Nervenstärke und sicherte sich einen Startplatz für Berlin. Die Unterstützung der Fans verwandelte jede Begegnung in ein Heimspiel und verlieh dem Team zusätzliche Energie. Obwohl Australien als stärkste Mannschaft des Turniers galt, gelang es den Türkinnen, gegen sämtliche Gegner konkurrenzfähig aufzutreten. Die erfolgreiche Qualifikation bestätigte die positive Entwicklung der vergangenen Jahre.
Letztlich gelang die Qualifikation auf Platz drei hinter Australien und Ungarn. Es begann gut, denn der 71:69-Erfolg gegen Kanada war letztich entscheidend für die Qualifkation. Die überraschende 55:59-Niederlage gegen Argentinien schmerzte, aber der anschließende 75:67-Sieg gegen Japan machte es wieder wett. Ihr bestes Spiel machten die Türkinnen beim 74:77 gegen Australien, ehe gegen Ungarn die Luft doch etwas raus war (74:89). Dieses Mal „übernahm“ eine andere ehemalige US-Amerikanerin: Guard Kennedy Burke (Connecticut Sun/CBK Mersin) war die beste türkische Korbjägerin und kam auf 16,4 Punkte und 8,2 Rebounds im Schnitt. Für den türkischen Basketball hatte dieser Erfolg große Bedeutung. Erstmals seit längerer Zeit konnte die Nationalmannschaft wieder ein klares internationales Ausrufezeichen setzen.

Die prägende Figur der aktuellen Generation ist Sevgi Uzun. Die Aufbauspielerin verbindet Spielübersicht, Führungsqualitäten und defensive Härte. Sie bestimmt das Tempo des türkischen Spiels und übernimmt in entscheidenden Situationen Verantwortung. Uzun zeichnet sich vor allem durch ihre Vielseitigkeit aus. Sie kann selbst abschließen, ihre Mitspielerinnen einsetzen und gleichzeitig die gegnerische Spielmacherin unter Druck setzen. Diese Kombination macht sie zur unverzichtbaren Schaltzentrale des Teams. Gerade bei den jüngsten Großturnieren war ihr Einfluss auf das Spiel der Türkei deutlich sichtbar.
Neben Uzun verfügen die Türkinnen über zahlreiche erfahrene Spielerinnen wie zum Beispiel die beiden beretis erwähnten eingebürgerten US-Amerikanerinnen. Tilbe Şenyürek bringt Größe und Präsenz unter den Körben. Alperi Onar sorgt auf den Guard-Positionen für Stabilität. Hinzu kommen mehrere EuroLeague-erfahrene Akteurinnen, die auf höchstem europäischem Niveau spielen. Die größte Stärke der Mannschaft bleibt jedoch ihre Physis. Kaum ein europäisches Team spielt so körperbetont wie die Türkei. Rebounds, Verteidigung und Kampfgeist gehören seit Jahren zur Identität des Programms. Diese Eigenschaften machen die Türkinnen besonders in K.-o.-Spielen gefährlich.
Die Türkei gehört noch nicht wieder zur absoluten Weltspitze. Dafür fehlt aktuell die außergewöhnliche individuelle Qualität der großen Favoriten. Dennoch besitzt die Mannschaft alles, um bei der Weltmeisterschaft 2026 eine wichtige Rolle zu spielen: Erfahrung, Athletik, defensive Stärke und einen klaren Spielstil. Das Viertelfinale erscheint als realistisches Ziel. Sollte die Mannschaft ihr bestes Niveau erreichen, ist auch ein Halbfinaleinzug keineswegs ausgeschlossen. Mit Australien, Belgien und Puerto Rico haben die Türkinnen allerdings eine sehr anspruchsvolle Gruppe für den Women’s Basketball World Cup in Berlin erwischt.
Die Türkei ist zurück auf der internationalen Bühne – und sie hat das Potenzial, dort dauerhaft zu bleiben.