Team-Portrait Belgien
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Team-Portrait Belgien
An dieser Stelle stellen wir Ihnen Monat für Monat die bereits jetzt qualifizierten Teams für den Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin (4.-13. September 2026, Tickets) vor. Heute werfen wir dabei einen Blick auf Belgien.
Spielintelligenz, taktische Reife, physische Präsenz und eine außergewöhnliche Coolness in den entscheidenden Momenten – all das vereinen die Belgian Cats, Belgiens Basketballdamen, in beeindruckender Konstanz. Als Europameisterinnen 2025 haben sie sich frühzeitig für den Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin qualifiziert und ihren Anspruch untermauert, nicht nur zur europäischen, sondern zur weltweiten Elite zu gehören.
Belgien hat sich in den vergangenen Jahren von einem Geheimtipp zu einer festen Größe im internationalen Damenbasketball entwickelt. Der Kader ist über Jahre zusammengewachsen, Schlüsselspielerinnen stehen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, und die Spielidee ist klar erkennbar: Kontrolle statt Hektik, Präzision statt Risiko – und maximale Effizienz, wenn es darauf ankommt.
Bei der FIBA Women’s EuroBasket 2025 bestätigten die Belgian Cats eindrucksvoll ihre Vormachtstellung in Europa. Ungeschlagen marschierten sie durch das Turnier und verteidigten ihren Titel aus dem Jahr 2023 – ein starkes Signal an die internationale Konkurrenz. Schon in der Gruppenphase überzeugte Belgien mit Balance und Tiefe im Kader. In der K.-o.-Runde steigerten sich die Cats weiter, dominierten das Viertelfinale gegen Deutschland und behielten auch im engen Halbfinale gegen Italien die Nerven. Das Finale gegen Spanien wurde schließlich zum emotionalen und sportlichen Höhepunkt des Turniers.
Zehn Minuten vor dem Ende des Finals gegen Spanien stand das Spiel auf Messers Schneide. Belgien ging mit einem knappen Rückstand ins Schlussviertel, während Spanien mit aggressiver Defense und viel Erfahrung versuchte, das Tempo zu kontrollieren. Die Offensive der Cats stockte phasenweise, Würfe fielen nicht – und doch blieb Belgien trotz eines zweistelligen Rückstands ruhig. In diesen letzten zehn Minuten zeigte sich die ganze Reife dieses Teams. Die Defensive wurde nochmals verschärft, Passwege zugestellt, Rebounds konsequent gesichert. Offensiv übernahm Emma Meesseman Verantwortung: mit wichtigen Abschlüssen aus der Mitteldistanz, klugen Pässen aus dem Post und defensiven Stops, die das Spiel kippen ließen. Punkt für Punkt arbeitete sich Belgien heran.
In der Crunchtime behielten die Cats die Übersicht. Während Spanien mehrere schwierige Würfe nehmen musste, spielte Belgien geduldig bis zur besten Option. Zwei entscheidende Ballgewinne und eiskalt verwandelte Freiwürfe sorgten schließlich für die Wende – und für einen knappen, aber hochverdienten Finalsieg. Dieses letzte Viertel wurde zum Sinnbild der belgischen Identität: mental stark, taktisch diszipliniert und vollkommen unbeeindruckt vom Druck.
Das Spiel der Belgian Cats lebt von klaren Rollen und außergewöhnlicher Spielintelligenz. Im Zentrum steht Emma Meesseman, die als Forward das Spiel lenkt, abschließt und defensiv absichert – eine der komplettesten Spielerinnen Europas. Im Backcourt sorgen Julie Allemand und Julie Vanloo für Struktur, Tempo und kreative Lösungen, während Kyara Linskens unter den Körben physische Präsenz und Effizienz einbringt. Auffällig ist dabei die mannschaftliche Geschlossenheit: Belgien ist kein Team der Einzelaktionen, sondern eines der Entscheidungen. Spacing, Ballbewegung und defensive Abstimmung greifen ineinander – ein System, das besonders in engen Spielen seine volle Wirkung entfaltet.

Spätestens mit dem vierten Platz bei den Olympischen Spielen 2024 und der Titelverteidigung bei der EuroBasket 2025 haben die Belgian Cats bewiesen, dass sie auch auf der ganz großen Bühne bestehen können. Sie gewinnen nicht nur Spiele, sondern prägen ihren eigenen Stil: kontrolliert, physisch und mental außergewöhnlich stabil.
Mit dem Europameistertitel 2025, einem eingespielten Kern und viel internationaler Erfahrung reist Belgien mit berechtigten Medaillenambitionen nach Berlin. Die Belgian Cats wissen, wie man enge Spiele gewinnt – und genau diese Fähigkeit macht sie zu einer der gefährlichsten Mannschaften beim Women’s World Cup 2026. Auch in der WNBA sind die Belgian Cats inzwischen fest verankert. Emma Meesseman zählt seit Jahren zu den konstantesten europäischen Leistungsträgerinnen der Liga und gewann 2019 mit Washington den WNBA-Titel, später folgte 2022 die Meisterschaft mit Chicago. Julie Vanloo wurde von den Golden State Valkyries im Sommer 2025 „gewaivt“, kurz nachdem sie mit Belgien den EuroBasket-Titel gewonnen hatte. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus Europa wurde ihr Vertrag aufgelöst, bevor sie dann von den Los Angeles Sparks übernommen wurde und dort weiter in der WNBA spielt. Julie Allemand ist ebenfalls in der WNBA aktiv. Sie ist seit 2025 bei den Los Angeles Sparks unter Vertrag, nachdem sie zuvor verletzungsbedingt einige Zeit aussetzen musste und mit Belgien bei der EuroBasket glänzte. Die Präsenz dieser Spielerinnen in der stärksten Liga der Welt unterstreicht die internationale Klasse der Belgian Cats und bringt wertvolle Profi-Erfahrung in das Nationalteam für den Women’s World Cup 2026.
Deutschland und Belgien trafen in der Vergangenheit 38 Mal aufeinander. Nur mit Frankreich und den Niederlanden gibt es mehr Vergleiche in der Länderspielgeschichte der DBB-Damen. Die Bilanz mit dem Nachbarn ist ausgelichen (19:19, 2.487:2.643). Zuletzt gingen allerdings – mit Ausnahme des Olympia-Vorrundenspiels in Lilles – zumeist die Belgian Cats als Siegerinnen vom Parkett. So auch beim bisher letzten Aufeinandertreffen am 25. Juni 2025 bei der EuroBasket in Athen, als Belgien im Viertelfinale klar mit 83:59 gewann.