WNBL-Rückblick: Viele knappe Spiele zum Auftakt12. Oktober 2020

Mit viel Spannung und teilweise auch Dramatik ist die WNBL in die Saison 2020/21 gestartet. Viele der zehn Spiele zum Auftakt gingen knapp aus, zwei sogar in die Verlängerung. Dazu kam ein echtes Statement des (Immer noch)-Titelverteidigers aus Chemnitz. Insgesamt ein vielversprechender Beginn, auf den wir jetzt einmal etwas detaillierter schauen möchten.

Gruppe Nordwest
BasketGirls Ruhr – evo New Basket Oberhausen 76:74 (47:33)
TG Neuss Junior Tigers – Herner TC 51:61 (29:34)
OSC Junior Panthers – Metropol Girls 72:66 (32:26)

Im Aufsteigerduell in Bochum legten die BasketGirls ein starkes erstes Viertel hin, von dem sie lange zehrten. Die Gäste aus Oberhausen kamen anschließend deutlich besser ins Spiel und lagen im vierten Spielabschnitt sogar einmal mit einem Punkt in Führung. Sechs Sekunden vor dem Ende war beim 76:71 die Entscheidung für die Gastgeberinnen um Charlotte Behr (17), Saskia Czerkawski (14) und Helena Birtner (13) gefallen. Bei Oberhausen trafen Amelie Werner (24/11 Reb.), Jarla Müller (20) und Melda Öz (11) am besten. Ein starkes zweites Viertel (16:10) genügte Neuss (Luisa Lukas 13, Larissa Kuhlmann 11/11 Reb. und Lydia Sy 11) nicht, um sich gegen den Herner TC durchzusetzen. Zwar war die Partie immer wieder richtig eng, aber letztlich gewann Herne verdient und hatte mit Jule Groll (20), Melina Reich (12) und Lara Langermann (11). Zwei ambitionierte Teams standen sich in Osnabrück in einem hochklassigen Duell gegenüber. Das wurde auf Osnabrücker Seite einmal mehr von Top-Talent Frieda Bühner (Foto) bestimmt, die auf 27 Punkte, 13 Rebounds und einen Effektivitätswert von 31 kam. Zweistellig unterstützt wurde sie von Zoe Perlick (15) und Hanna Kirchner (10). Die homogenen Gäste, die nie aufsteckten und immer wieder herankamen, wurden angeführt von Ricarda Schott (17), Lea Enstip (12) und Sophia Müller (11). Etwas mehr Ballverluste (14:9) und eine durchschnittliche Freiwurfquote (12:18, 66,7 %) trugen zur Auswärtsniederlage bei.

Gruppe Nordost
SC Rist Wedel – Junior-LIONS Academy 62:68 (34:30, 55:55) n.V.
Junior Hurricanes – ChemCats Chemnitz 45:107 (15:37)

Verlängerung und Kantersieg im Nordosten: Aufsteiger SC Rist Wedel brachte sich im ersten Heimspiel mit ihren Schwierigkeiten gegen die Zonenverteidigung der Gäste letztlich selbst um die ersehnten Punkte, während die leidenschaftlich kämpfenden Gäste den ersten WNBL-Auswärtssieg seit 30 (!) Monaten bejubelten. Viertel eins und vier (8:15, 8:17) gingen klar an den späteren Sieger, in den beiden Mittelvierteln (26:15, 13:8) sprach vieles für die Risterinnen, denen es in der Verlängerung dann wohl auch etwas an Erfahrung fehlte. Annika Schwarz (22), Lilly Feistkorn (14), Lena Rothämel (13/EFF 25) und Lilly Oswald (11) punkteten beim Sieger am meisten, während Mathilda Hähner (23), Nele Gleitsmann (10) und Jillian Schwarz (10) beim Neuling am erfolgreichsten waren. Die ChemCats Chemnitz erwiesen sich für die Junior Hurricanes letztlich als viel zu starker Gegner und hatten gleich sechs Spielerinnen in „double figures“: Lilli Frölich (19), Leann Rebentisch (18), Nicole Brochlitz (17), Luise Rohland (16/12 Reb./EFF 25), Chiara Schmieder (12) und Alina Sommer (12). Bei den Hurricanes wehrten sich Cecilia Bötjer (15), Dayna Lorenz (11) und Co. zwar tapfer, müssen sich nach diesem Saisonstart aber sicher erst einmal sammeln.

Gruppe Mitte
Rhein-Main Baskets – Dragons Rhöndorf 84:54 (29:22)
Main Sharks – Junior Dolphins Marburg 48:52 (21:24, 44:44) n.V.
Team Mittelhessen – Franken Baskets 107:74 (57:24)

Trotz des gewaltigen 2002er-Aderlasses hatten sich die Dragons den Saisonstart sicherlich etwas anders vorgestellt. Ein Viertel lang (14:15) sah es auch gut aus für die Gäste, aber dann übernahmen die Rhein-Main Baskets das Kommando und waren nach der Pause nicht mehr zu stoppen. Marlen Weber (26/EFF 26), Louisa Groth (20) und Lucy Voss (10/13 Reb.) ließen den Gästen (38 Ballverluste!) um die dennoch nie aufsteckenden Laura Benecke (13) und Macy Ridder (12) keine Chance mehr. In Würzburg zeugt das trotz Verlängerung sehr niedrige Ergebnis davon, dass beide Teams mit den Wurfquoten haderten (Sharks 29,3 %, Dolphins 24,7 %). Die Gäste um Flora Lukow (20), Paula Hegele (14) und Johanna Gerlach (10) reboundeten besser als die Shark (51:43) und leisteten sich etwas weniger Ballverluste (Sharks 25, Dolphins 20). Paula Wenemoser (12/15 Reb./EFF 26) und Antonia Fuchsbauer (11) hatten den Sieg vor Augen, ehe sich Marburg in der Verlängerung als etwas cleverer und glücklicher erwies. Trotz einiger fehlender Spielerinnen dominierte das Team Mittelhessen die Partie gegen die Franken Baskets aus Bamberg eindeutig. Bereits zum Seitenwechsel (57:24) war für Linn Villwock (27), die bärenstarke Elisa Mevius (18/10 Ass./10 St./EFF 36), Mara Hildebrand (17), Klara Römer (15/11 Reb.), Ameli Müller (14) und Nele Weinand (12) alles klar. Anna Hübschmann (17), Alina Scheibe (16) und Sinja Sauer (14) gelang gegen Ende der Partie noch etwas Ergebniskosmetik.

Gruppe Süd
USC Freiburg – inexio Royals Saarlouis 65:75 (31:42)
RegioTeam Stuttgart – Basket-Girls Rhein-Neckar 80:81 (45:41)

Mit einem ganz dicken Wermutstropfen freuten sich die Royals über den hart erkämpften Auswärtssieg in Freiburg (re.). Denn wie sich anschließend herausstellte, hatte sich ihre Topscorerin Gabriela Nemcova (20) kurz vor dem Ende der Partie einen Kreuzbandriss zugezogen. Wir wünschen an dieser Stelle ganz herzlich: GUTE BESSERUNG! Das restliche Geschehen der Partie wird zur Randnotiz. Beim USC stach Emily Linder (31) heraus, ansonsten punktete nur noch Johanna Gerlinger (10/16 Reb./EFF 29) zweistellig. Bei den Gästen trafen neben Nemcova noch Romy Brück (17) und Nele Trommer (13) am besten. Um ein Haar hätte der Aufsteiger aus Stuttgart seine ersten WNBL-Punkte überhaupt einfahren können. Doch in einem dramatischen Spiel gehörte das bessere Ende den Basket-Girls Rhein-Neckar. Über 40 Minuten wogte die Patie hin und her, ohne dass sich eine Mannschaft mit größerem Vorsprung absetzen konnte. Michelle Pohl (23/14 Reb./EFF 30), Lisa Bender (18), Miriam Diala (11/11 Reb.) und ihre Mitspielerinnen durften sich über den hauchdünnen Erfolg freuen. Beim RegioTeam waren Julia Leiner (26), Anastasia Schlipf (14) und Janina Dzubba (13) am erfolgreichsten.

Foto oben: Nico Paetzel/Sportphoto Paetzel

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