Ein besseres Viertelfinale hätte man sich vor dem Turnier nicht ausmalen können. Mit Deutschland traf der Sieger des Albert Schweitzer Turniers 2016 auf den WM-Titelverteidiger aus den USA. 25 Minuten bot die Mannschaft von DBB-Bundestrainer Alan Ibrahimagic den Amerikanern mehr als Paroli, mussten sich am Ende aber dennoch mit 59:81 (13:19, 18:14, 10:23, 18:25) geschlagen geben. Bester deutscher Werfer war am heutigen Tag Ferdinand Zylka (ALBA BERLIN/Lok Bernau) mit 20 Zählern.

DBB-Bundestrainer Alan Ibrahimagic, der verletzungsbedingt auf Moritz Sanders (Nürnberg Falcons BC) verzichten musste, setzte erneut auf seine Startformation der ersten Tage. So betraten Isaac Bonga (FRAPORT SKYLINERS), Oscar da Silva (MTSV Schwabing/IBA München), Louis Olinde (Brose Bamberg/Baunach Young Pikes), Ferdinand Zylka (ALBA BERLIN/Lok Bernau) und Lars Lagerpusch (SG Braunschweig/Junior Löwen Braunschweig/MTV Wolfenbüttel) als erstes das Parkett.

Das deutsche Team war gleich gut in der Partie, agierte mutig und hielt stark dagegen. Isaac Bonga markierte gleich mit einem Drive zum Korb das 2:0 (1. Min.). Ein Dreier von Reddish und einer von Zylka folgten diesem (5:3, 2. Min.). Die nächste US-Führung kam von Washington der nach einem Foul von Lagerpusch zum Add-One kam. Beinah wäre die direkte Antwort gelungen, nachdem Olinde stark für Da Silva durchsteckte – der scheiterte jedoch unterm Korb (5:6, 3. Min.). Der DBB-Nachwuchs agierte jetzt in ein paar Situationen zu hektisch, wodurch Quickleys Distanzwurf den Weg in die Reuse zum 11:7 fand. Danach spielte Bonga stark auf. Mit einem Drive und einem Dreier belohnte er sich. Nach sechs Minuten führten die ING-DiBa-Korbjäger so mit 12:11. Ein starker Zug zum Korb von McCoy brachte die Führung für die Nordamerikaner zurück (12:14, 8. Min.). Nach einem Fehlwurf von Louis Olinde kamen die US-Boys zu zwei Fastbreak-Punkten, worauf Alan Ibrahimagic mit einer Auszeit reagierte (12:16, 9. Min.). Wenig später spielte Bennet Hundt Teamkollege Philipp Herkenhoff an der Linie frei, doch der scheiterte ebenso wie Isaac Bonga (12:17, 10. Min.). Kurz vor dem Ende überspielte die deutsche Auswahl eine Vollfeldpresse, Olinde konnte dies nach Foul per Freiwurf jedoch nur zu einem Zähler nutzen. Durch einen weiteren US-Korberfolg mit der Schlusssirene ging es mit 13:19 in die erste Viertelpause.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Add-One für die US-Amerikaner. Wenig später setzte Isaac Bonga seinen Mitspieler Louis Olinde gut in Szene der das deutsche Punktekonto wachsen ließ (15:22, 12. Min.). Danach kamen die Minuten des Ferdinand Zylka. Nach Überschreitung der 24-Sekunden holte er den Ball mit einem Steal zurück in die eigene Reihe. Der Berliner war es dann auch der den Rückstand auf 18:22 von draußen verkürzte. Nach 13 Minuten stand dann die deutsche Bank als Lars Lagerpusch zum Dunk kam (20:24). Mit einem Fehlwurf von Olinde blieb Schwarz-Rot-Gold dennoch hellwach und erkämpfte sich ein ums andere Mal den Ball. Ibrahimagic mahnte jedoch zur Ruhe im Angriff, da dort Fehler dem Gegner zu leicht den Ball brachten (20:28, 15. Min.). Zylka holte weiter wichtige Turnover und spielte das Team aus der Bundesrepublik mit einem Fastbreak und einem Dreier innerhalb von 17 Sekunden wieder in Reichweite (25:28, 16. Min.). Deutschland kämpfte stark, ging jedem Ball nach. Ein Fehlversuch von Freudenberg tippt Da Silva so rein (27:28, 17. Min.).  Der Münchner leitete mit seinem Steal auch den nächsten deutschen Korberfolg durch Herkenhoff ein (29:31, 20. Min.). Ferdinand Zylkas Zweier brachte Deutschland ein 31:33 zur Halbzeit.

Zylka war es auch, der mit seinem Ausgleich die ersten Punkte nach dem Seitenwechsel holte. Lars Lagerpusch legte durch Pass von Olinde gleich nach (35:33, 22. Min.). Der Bamberger traf im Folgenden für zwei. Die Amerikaner attackierten nun bereits früh in der gegnerischen Hälfte, doch Deutschland hielt dagegen. Ein Block von Da Silva sorgte für gute Laune auf der Deutschen Bank (24. Min.). Nach einem Missverständnis zwischen Weidemann und Bonga konnte Wiley zum Fastbreak-Erfolg kommen. Nach acht Punkten in Folge reagierte Alan Ibrahimagic mit einem Timeout. Doch auch in der Folge blieben die USA zunächst weiter erfolgreich, Wileys Add-One brachte das 37:46. Doch kehrtwendend verkürzte Da Silva. Ein technisches Foul gegen den amerikanischen Coach John Calipari konnte Freudenberg nicht in Zähler umwandeln. Nun gelang es dem Gegner zu häufig, sich frei zu spielen. Diallo nutzte dies zum 41:52 (28. Min.). Weil Deutschland in den letzten Minuten zu wenig Mittel gegen die Defense des Titelverteidigers fand, startete das Schlussviertel mit 41:56.

Pritchards Dreier versetzten den deutschen Aufholhoffnungen gleich einen herben Dämpfer (41:59, 31. Min.). Einem starken Drive von Hundt ließ wieder Pritchard seinen nächsten Distanzwurf folgen. Ein starker Block von Da Silva nutzte Olinde im Folgenden zum Lay-up (45:62, 33. Min.). Doch nun ließen die Kräfte bei den Adlerträgern langsam nach. Ferdinand Zylka (per Dreier) und Lars Lagerpusch (per Dunk) konnten zwar noch einmal Ausrufezeichen setzten, sie änderten jedoch nichts daran, dass es mit 53:70 in die letzten fünf Minuten ging. Nach einem 18:25 im Schlussviertel geht es für die jungen Adlerträger damit morgen gegen Frankreich.

„Wir sind natürlich zunächst einmal enttäuscht, dass wir verloren haben, aber in den ersten 25 Minuten waren wir sehr gut und haben unsere Ziele hervorragend umgesetzt. Leider sind uns am Ende des dritten Viertels ein wenig die Kräfte gewichen, wodurch vermeidbare Fehler entstanden sind“, resümierte DBB-Bundestrainer Alan Ibrahimagic nach dem Spiel.

Für Deutschland spielten: Isaac Bonga (FRAPORT SKYLINERS, 9), Oscar da Silva (MTSV Schwabing/IBA München, 10), Richard Freudenberg (FRAPORT SKYLINERS), Philipp Hadenfeldt (ASC 46 Göttingen/BBT Göttingen), Felix Hecker (MTV Kronberg), Philipp Herkenhoff (SC RASTA Vechta/Young RASTA Dragons, 5), Bennet Hundt (ALBA BERLIN, 2), Louis Olinde (Brose Bamberg/Baunach Young Pikes, 7), Nelson Weidemann (FC Bayern München), Lars Lagerpusch (SG Braunschweig/Junior Löwen Braunschweig/MTV Wolfenbüttel, 6), Ferdinand Zylka (ALBA BERLIN/Lok Bernau, 20).

Betreut wird das Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic, den Co-Trainern Sebastian Ludwig und Matthias Weber, Physiotherapeut David Arnold, Teamarzt Dr. Wolfgang Plescher, Teambetreuer Heikel Ben-Meftah und Delegationsleiter Bernd Röder.

Die Stimme zum Spiel mit Alan Ibrahimagic

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