U19-Herren schlagen Gastgeber Ägypten4. Juli 2017

Jetzt läuft es für die deutschen U19-Herren. Nach der Auftaktniederlage gegen Litauen hat der DBB-Nachwuchs dem Erfolg gegen Costa Rica am heutigen Abend einen vor allem in der ersten Halbzeit überzeugenden Sieg gegen WM-Gastgeber Ägypten folgen lassen. Bereits vor dem Spiel gab es echte Gänsehaut im Cairo Stadium. Bei Vorstellung und Hymne der Gastgeber verwandelten die 10.000 Zuschauer das Hallenrund in ein echtes Tollhaus. Doch das Team von DBB-Bundestrainer Alan Ibrahimagic behielt die Nerven und holte mit 66:40 (22:12, 17:11, 7:13, 20:4) den zweiten Vorrundensieg. Bester deutscher Werfer war Phillip Herkenhoff mit elf Zählern.

Bundestrainer Alan Ibrahimagic schickte zunächst Oscar da Silva (MTSV Schwabing/IBA München), Louis Olinde (Brose Bamberg/Baunach Young Pikes), Isaac Bonga (FRAPORT SKYLINERS), Lars Lagerpusch (SG Braunschweig/Junior Löwen Braunschweig/MTV Wolfenbüttel) und Ferdinand Zylka (ALBA BERLIN/Lok Bernau) aufs Parkett.

Ramadan sorgte für den ersten Stimmungsknaller des Abends. Sein Zweier bedeutete die erste Führung  für die Hausherren (2. Min.). Doch wenig später holte Lars Lagerpusch die ersten Punkte für Deutschland. In der nächsten Szene schnappte sich dann Da Silva den Steal, bekommt den Ball von Bonga zurück, wird aber beim Dunk gefoult (3. Min.). Die fälligen Freiwürfe verwandelte er cool zur ersten deutschen Führung (4:2). Ein Dreier von Zylka (7:5, 4 Min.) und ein starkes Zuspiel von Bonga, der Herkenhoff unterm Korb vollkommen frei in Szene setzte (9:5, 5. Min.), leiteten eine starke deutsche Phase ein. Wieder war es Herkenhoff, der für die Adlerträger erfolgreich war (11:5, 5. Min.). Nun wirkte Deutschland immer einen Moment wacher und zwang Ägypten zu einigen Fehlern. Neben Turnovern leisteten sich die Hausherren auch zu viele Fehlwürfe. Mit einem eleganten Drive zum Korb markierte Isaac Bonga durch das 15:5 (7. Min) den ersten zweistelligen Vorsprung. Deutschland wirkte weiterhin konzentriert und hatte auf jede Aktion scheinbar eine Antwort, so auch auf den Dreier von Ramadan (19:10, 9. Min.), der mit der umgehend gleichen Punktzahl durch Bennet Hundt (22:10, 9. Min.) beantwortet wurde. Mit 22:12 ging es dann in die erste Viertelpause.

Das Ibrahimagic-Team ließ weiterhin den Ball gut kreisen und wollte durch Teamplay die physische Spielweise der Ägypter unterbinden – und das mit Erfolg. Zwei schnelle Treffer aus der Distanz durch Freudenberg (25:12, 11. Min.) und Hundt (28:12, 12. Min.) schafften ein komfortables Polster. In der zwölften Spielminute war die Zeit für Philipp Hadenfeldt gekommen, der mit der Einwechslung für Richard Freudenberg zu seinen ersten WM-Minuten kam. Weil die Nordafrikaner schlecht trafen (22% Wurfquote) und Schwarz-Rot-Gold gut reboundete, gab es wenig Erfreuliches für das Heimpublikum, bis Elsandily die ersten Viertel-Punkte holte (29:15, 14. Min). Diesem folgte ein Fastbreak Ramadans, der einen Fehler von Nelson Weidemann ausnutzte.  Doch danach war die deutsche Mannschaft wieder hellwach und setzte zu einen Sechs-Punkte-Lauf an (35:17, 18. Min.). Nach zwei Punkten von Elsheikh kurz vor dem Seitenwechsel sorgte Bonga mit einem Add-One für das 39:22 (20. Min.). Durch einen Freiwurfpunkt der Ägypter ging es schlussendlich mit einem 16-Zähler-Polster in die Kabine.

Wie die erste Halbzeit wurde auch die zweite durch heimische Punkte eröffnet. Elsandily war mit einem Jump-Shot erfolgreich. Wenig später nutzte Olinde ein Herkenhoff-Zuspiel nach dessen Steal zum Dunk. Der war es auch, der Ferdinand Zylka nach einem erfolgreichen Rebound bediente und zu einfachen Fastbreak-Punkten kommen ließ (43:26, 24. Min.). Eine Minute später kam auch Philipp Hadenfeldt zu seinen ersten WM-Punkten (45:26, 25. Min.). Insgesamt war die Partie nun jedoch bei weitem nicht mehr so dynamisch wie noch im ersten Durchgang. Dennoch kontrollierte Deutschland weiterhin die Führung.  In der 27. Minute konnte Alan Ibrahimagic sogar auch dem letzten DBB-Akteur Parkett-Zeit geben: der Chefcoach brachte Felix Hecker ins Spiel. Mit Treffern von Elsayed, Mostafa und Elgindy kam der Gegner jedoch wieder näher heran. 30 Sekunden vor dem Viertelende brachte Da Silvas Turnover nicht nur Stimmung in die Halle, sondern zugleich auch Ägypten wieder in Reichweite (45:34, 29. Min.). Nach einem Goaltending der ING-DiBa-Korbjäger war der Vorsprung auf 46:36 vor dem finalen Abschnitt geschmolzen.

Zum Start schnappte sich Felix Hecker den Ball und zog über das halbe Feld zum Korb. Mit seinem Dunk zum 48:36 und zwei weiteren Zählern von Isaac Bonga (50:36, 32. Min.) konnten die DBB-Jungs wieder etwas aufatmen. Philipp Herkenhoff (52:36, 33. Min.) erhöhte den Puffer wieder auf 16 Zähler. Hecker legte in der nächsten Szene nach Anspiel von Herkenhoff nach (54:36, 34. Min.). Von nun an war die Partie entschieden. Als erster Akteur im DBB-Dress kam Herkenhoff mit erfolgreichem Dreier über eine einstellige Punktezahl hinaus. Souverän spielte Deutschland die Partie herunter und gewann am Ende so vollkommen verdient mit 66:40.

„Wir haben uns vor der lauten Kulisse gut geschlagen, haben stark als Team gespielt und freuen uns über diesen Erfolg. Nun heißt es aber, nach vorne blicken auf die kommende Aufgabe. Morgen wartet mit Neuseeland die nächste Aufgabe“, kommentierte DBB-Bundestrainer Alan Ibrahimagic nach der Partie. Morgen (20.00 Uhr) trifft die deutsche Mannschaft im Achtelfinale auf Neuseeland, das heute sein Duell gegen Argentinien mit 74:70 verlor.

Für Deutschland spielen:
Isaac Bonga (FRAPORT SKYLINERS, 7), Oscar da Silva (MTSV Schwabing/IBA München, 4), Richard Freudenberg (FRAPORT SKYLINERS, 3), Philipp Hadenfeldt (ASC 46 Göttingen/BBT Göttingen, 5), Felix Hecker (MTV Kronberg, 4), Philipp Herkenhoff (SC RASTA Vechta/Young RASTA Dragons, 11), Bennet Hundt (ALBA BERLIN, 6), Louis Olinde (Brose Bamberg/Baunach Young Pikes, 4), Nelson Weidemann (FC Bayern München, 4), Lars Lagerpusch (SG Braunschweig/Junior Löwen Braunschweig/MTV Wolfenbüttel, 6), Moritz Sanders (Nürnberg Falcons BC, 6), Ferdinand Zylka (ALBA BERLIN/Lok Bernau, 6).

Betreut wird das Team von Bundestrainer Alan Ibrahimagic, den Co-Trainern Sebastian Ludwig und Matthias Weber, Physiotherapeut David Arnold, Teamarzt Dr. Wolfgang Plescher, Teambetreuer Heikel Ben-Meftah und Delegationsleiter Bernd Röder.

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