Offener Brief (2)3. November 2020

Liebe Basketballfreundinnen und Basketballfreunde,

um es vorwegzuschicken: Die Entscheidungen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder zum sogenannten „Lockdown light“ sind natürlich zu akzeptieren und aus gesundheitsvorsorglichen Gründen auch vertretbar. Allerdings ist dies wieder ein großer Einschnitt für unseren Sport und die vielen Menschen, die unter anderem auch aus gesundheitlichen Gründen Sport treiben wollen. Aber dies haben wir in einer „Pandemie-Zeit“, wie wir sie jetzt erleben, als Teil der Gesellschaft mitzutragen. Dennoch kann uns die Argumentation der Politik, in der der Sport eher als Problem denn als Lösung angesehen wird, nicht zufriedenstellen. Ganz im Gegenteil, wir halten den Sport für einen wichtigen Teil der Lösung!

Diese zunächst vier Wochen Verbot stellen den deutschen Sport und den Basketball in Deutschland vor enorme Herausforderungen und Belastungen.

Mit diesem Brief möchten wir Ihnen Mut und Zuversicht geben, dass wir nach dieser schwierigen Zeit unseren schönen Sport wieder betreiben können. Viele Dinge, die in den vergangenen Wochen und Monaten geschehen sind, lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken, denn wenn diese Krise eines gezeigt hat, dann das: Die Basketball-Familie in Deutschland und damit die zum Großteil ehrenamtliche Struktur hält zusammen und ist in diesem Zusammenhalt stark! Bei uns dominieren Diskussion und Argumentation und nicht etwa Polemik oder Abgrenzung.

Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Pandemie eingedämmt werden kann. So, wie die Spielerinnen und Spieler, die Trainerinnen und Trainer, die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, die Vereine mit ihren ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Ligen und die Verbände auch bisher schon alles dafür getan haben. Intensive – oft ehrenamtliche – Arbeit hat an ganz vielen Stellen und auf allen Ebenen hervorragende Sicherheits- und Hygienekonzepte hervorgebracht. Insofern verstehen wir die Enttäuschung darüber, dass jetzt zunächst einmal Trainings- und Spielbetrieb wieder ruhen müssen. Besonders, weil der Teamsport bisher überhaupt nicht als einer der Haupttreiber der Infektionen bekannt geworden ist. In einzelnen Bundesländern gibt es bereits das Bestreben, wenigstens den Trainingsbetrieb in Teilen zu ermöglichen. Das wäre schon ein riesengroßer Schritt.

Einzeltraining kann Teamtraining nicht ersetzen. Es fehlen dann nicht nur sportspezifische Inhalte, sondern das, was den Sport im Wesentlichen ausmacht: Gemeinsamkeit, Teamgeist, Zusammenhalt, Fair Play, Spaß! Insofern setzen wir ganz stark darauf, dass die Pause so kurz wie möglich gehalten wird.

Der Basketball in Deutschland ist nach wie vor gut aufgestellt und es ist bewundernswert, mit welchem Engagement und mit welcher Begeisterung überall daran gearbeitet wird, dass dies auch so bleibt.

Trotz der schwierigen Lage kommt immer wieder auch Freude auf. Der Dank geht an MagentaSport und sporttotal.tv, denn durch die zahlreichen Übertragungen sind „Wohnzimmerspiele“ gerade in dieser Jahreszeit ein gemütlicher Genuss. Außerdem ist es großartig zu sehen, wie viele auch kleinerer Vereine es in den vergangenen Wochen möglich gemacht haben, ihre Spiele zu streamen und somit den Fans zugänglich zu machen.

Wir freuen uns auch auf die anstehenden Länderspiele unserer Damen und Herren, die in sogenannten „Bubbles“ in Lettland und Frankreich geplant sind. Vor den Bildschirmen werden wir verfolgen, wie endlich wieder Basketball von Nationalmannschaften gespielt wird. Das wird auch die Vorfreude auf die EuroBasket 2022 in Deutschland weiter verstärken.

Nun hoffen wir sehr und setzen darauf, dass nach der kurzen Pause im November unser Sportreiben unter allen Hygiene-Vorschriften in den Sporthallen der Bundesrepublik Deutschland wieder aufgenommen werden kann. In einem Statement gegenüber den Medien haben wir zuletzt Alt-Bundespräsident Johannes Rau zitiert, der gesagt hat „Sport ist der Kitt der Gesellschaft“. Wir alle wissen, dass der Kitt zerbröselt, sollte er zu lange nicht gepflegt werden. Soweit soll es mit dem Sport nicht kommen!

Unseren Appell aus dem ersten Offenen Brief möchten wir an dieser Stelle gerne wiederholen: Bleiben Sie bitte zuhause, vermeiden Sie soziale Kontakte, soweit es Ihnen möglich ist. Lassen Sie uns so einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Krise leisten.

Wir werden die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie und deren Konsequenzen für den Basketball – national und international – natürlich auch weiterhin intensiv verfolgen und Sie auf dem Laufenden halten. Unter dem Stichwort „BACK ON COURT“ haben wir dazu auf unserer Website alle Informationen von FIBA, DOSB, DBB und den Landesverbänden gesammelt.

Gemeinsam kommen wir durch diese schwierigen Zeiten! Bleiben Sie gesund und mit unserem schönen Sport verbunden!

Ingo Weiss
Präsident Deutscher Basketball Bund

Wolfgang Brenscheidt
Generalsekretär Deutscher Basketball Bund

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