U18-Jungen verlieren gegen Frankreich14. August 2012

Die U18-Jungen des Deutschen Basketball Bundes haben ihr zweites Relegationsspiel bei der Europameisterschaft in Litauen verloren. Gegen Frankreich, den womöglich größten Mitkonkurrenten um den einzigen Nicht-Abstiegsplatz, unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Kay Blümel mit 51:57 (20:12, 11:15, 9:18, 11:12). Für Deutschland, das morgen um 15.30 Uhr (deutscher Zeit) gegen Dänemark antritt, waren Gavin Schilling (11 Punkte) und Malik Müller (10 Punkte) die bester Werfer. Um den Nicht-Abstieg zu vermeiden muss die deutsche Mannschaft die verbleibenden vier Spiele der Relegationsrunde gewinnen; das Rückspiel gegen Frankreich möglicherweise (bei keiner weiteren Niederlage der Franzosen) mit mindestens sieben Punkten Differenz.

Wie bereits beim gestrigen ersten EM-Sieg gegen Polen bildeten Ismet Akpinar, Malik Müller, Dominik Lockhart (Foto), Robin Jorch und Johannes Thiemann die Anfangsformation des DBB-Teams, in dem Paul Zipser weiterhin verletzungsbedingt pausiert. Frankreich gelangen die ersten Punkte der zu Beginn sehr umkämpften Partie, doch fünf Punkte in Serie von Jorch eroberten den ING-DiBa-Korbjägern erstmals die Führung (5:2, 2. Min.). Die Verteidigung der deutschen Mannschaft agierte sehr gut und ließ kaum Würfe der Franzosen zu; auf der Gegenseite trafen Lockhart von der Freiwurflinie und Akpinar nach Müller-Pass (9:2, 5. Min.). Sichtlich entnervt nahm der französische Trainer eine Auszeit und fühlte sich an das letzte Testspiel vor der EM in Heidelberg erinnert, in dem Deutschland Frankreich mit 85:59 phasenweise deklassierte. Doch auch nach der Auszeit diktierte das Blümel-Team das Spielgeschehen und erspielte sich aus der kompakten Verteidigung viele Fast-Break-Chancen, die Jorch und Thiemann verwandelten (13:4, 7. Min.). Zum Ende des ersten Spielabschnitts wurden die Wurfquoten bei den Franzosen besser, Deutschland behauptete die Führung dank fünf unbeantworteten Punkten des eingewechselten Gavin Schilling klar (20:12).

Im zweiten Spielabschnitt war die Partie zunächst auf Augenhöhe; Akpinar traf nach Punkten des nun immer stärker agierenden Harley (22:16, 13. Min.). Und auch Chassang lief für die Equipe Tricolore heiß und versenkte seinen zweiten Dreipunktewurf. Deutschland hielt in Person von Ugrai und Schilling dagegen, doch die Führung schmolz nun (26:23, 16. Min.), was Bundestrainer Blümel zu einer Auszeit veranlasste. Nach der Unterbrechung setzte Müller Thiemann in Szene, der es zum 28:23 krachen ließ. Frankreichs Verteidigung war nun deutlich aggressiver und stellte das DBB-Team vor große Schwierigkeiten. Jaitehs Punkte für Frankreich beantworte Müller mit einem Distanzwurf zur 31:27-Führung Deutschlands zur Halbzeitpause.

Vier französische Punkte zu Beginn des dritten Viertels brachten den 31:31-Ausgleich und Deutschland in Bedrängnis. Müller übernahm erneut Verantwortung und traf zur knappen 33:31-Führung, doch alles lief wie im gestrigen Duell mit Polen auf ein enges Match heraus. Sene und immer wieder Harley eroberten nun das Momentum für die Franzosen, die einen 8:0-Lauf schafften und so erstmals seit der Anfangsminute die Führung inne hatten (33:39, 25. Min.). Bundestrainer Blümel rief seine Mannschaft zusammen und brachte Taylor, Marin und Schilling, der mit einem Block das richtige Signal setzte. Seine Punkte waren allerdings noch wichtiger und führten – gemeinsam mit den Treffern von Ugrai und Taylor – zum 40:41 (28. Min.). Vor Beginn der letzten zehn Minuten brachten viel Jaiteh-Punkte Deutschland jedoch mit 40:45 in Rückstand.

Im Schlussviertel dominierte die Verteidigung auf beiden Seiten und außer Jaitehs Freiwurfpunkten tat sich lange Zeit nichts, was auf der Anzeigentafel erfasst wurde. Die Probleme der deutschen Mannschaft in der zweiten Spielhälfte zu punkten wurden nun immer gravierender, da die Zeit drängte (40:47, 35. Min.). Vier Punkte von Sene brachten das DBB-Team dann sogar zweistellig ins Hintertreffen (40:51). Nach einer weiteren Blümel-Auszeit trafen Müller und Taylor zum 44:51, doch Labancas Dreipunktewurf traf die aufopferungsvoll kämpfende deutsche Mannschaft mitten ins Herz (44:55, 37. Min.). Doch Deutschland steckte nicht auf: Müller traf ebenfalls einen Distanzwurf, Lockhart vollstreckte nach schönem Drive von Taylor und brachte das DBB-Team so wieder ins Spiel (49:55, 38. Min.). Thiemanns fünftes persönliches Foul in der Schlussminute tat weh, denn Frankreich agierte nun clever und fügte Deutschland die bittere Niederlage zu. Stefan Wess’ Punkte mit der Sirene zum 51:57-Endstand könnten in einem Rückspiel möglicherweise noch wichtig sein – abhängig von Frankreichs Ergebnissen gegen Polen und Dänemark.

“Wir haben ab dem zweiten Viertel keine guten Entscheidungen im Angriff getroffen und uns so in Schwierigkeiten gebracht. 57 Punkte zu kassieren ist in Ordung, die Verteidigungsleistung stimmt. Unsere Mannschaft ist durchaus in der Lage – auch ohne Paul – im Angriff mindestens 60 Punkte zu machen. Das haben wir heute versäumt, doch die Relegationsrunde ist noch lange und auch noch lange nicht vorbei. Frankreich hat morgen ein schweres Spiel gegen Polen und wir müssen gegen die Dänen (die gegen Polen gewonnen haben, Anm. d. Red.) siegen und unseren Teil dazu beitragen, dass es Samstag das Endspiel gegen Frankreich gibt”, blickte Bundestrainer Kay Blümel nach Spielende nach vorne.

Für Deutschland spielten:
David Taylor (TSV Breitengüßbach, 4), Ismet Akpinar (BC Hamburg / Piraten Hamburg, 4), Dominik Lockhart (VfB 1900 Gießen Pointers, 6), Mauricio Marin (FC Bayern München), Gavin Schilling (LA Salle Institute Chicago, 11), Stefan Wess (UBC Münster, 2), Maximilian Ugrai (Würzburg Baskets Akademie, 2), Paul Zipser (USC Heidelberg, dnp), Malik Müller (TuS Urspringschule, 10), Robin Jorch (RSV Eintracht / IBBA Berlin, 7), Daniel Mayr (Science City Jena, dnp), Johannes Thiemann (TSV Breitengüßbach, 4).

Die weiteren Spiele der Relegationsrunde im Überblick:
Mittwoch, 15. August 2012, Deutschland – Dänemark, 15.30 Uhr (deutscher Zeit)
Freitag, 17. August 2012, Deutschland – Polen, 13.30 Uhr (deutscher Zeit)
Samstag, 18. August 2012, Deutschland – Frankreich, 15.45 Uhr (deutscher Zeit)
Sonntag, 19. August 2012, Deutschland – Dänemark, 12.30 Uhr (deutscher Zeit)

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