U20-Herren unterliegen Spanien 61:6920. Juli 2017

Einen Tag nachdem die deutschen U20-Herren im EM-Achtelfinale durch eine großartige Teamleistung die Türkei besiegt hatten, wartete für die Mannen um Bundestrainer Henrik Rödl im Viertelfinale ein echter Brocken. Die Spanier sind als amtierender Champion auch in diesem Jahr ein heißer Favorit auf den EM-Titel. Während der Vorbereitung trafen beide Teams schon einmal aufeinander, Deutschland unterlag nur knapp nach Verlängerung. Am heutigen Tag verkaufte sich die DBB-Auswahl vor den Augen von DBB-Präsident Ingo Weiss, der im Auftrag der FIBA auf Kreta weilt, und Armin Andres, DBB-Vizepräsident für Leistungssport, lange teuer, musste sich den Iberern aber nach 40 Minuten mit 61:69 (15:17, 14:23, 14:13, 18:16) geschlagen geben. Zum erfolgreichsten Adlerträger avancierte Karim Jallow mit 13 Punkten. Für die deutsche Mannschaft geht es nun am Samstag um 18 Uhr deutscher Zeit gegen Litauen um die Plätze 5-8.

Henrik Rödl schickte zu Beginn der Partie Georg Beyschlag, David Krämer, Karim Jallow, Tim Schneider und Leon Kratzer (Foto oben) auf das Parkett. Spanien startete mit einem Treffer von „Downtown“, für Deutschland punktete Kratzer am Brett (2:3, 1.). Die Iberer netzten staubtrocken den nächsten Dreier ein, auf der Gegenseite traf Krämer beide Freiwürfe nach Foul beim Dunk (4:6, 2.). Nachdem das DBB-Team in der Anfangsphase zu viele Offensivrebounds der Spanier zuließ, fand man mehr und mehr defensiven Zugriff auf die Partie. Krämer räumte in der Transition am eigenen Brett auf, aber Schneider ließ im Gegenzug leichte Punkte liegen (4:8, 5.). Beide Mannschaften waren in einem umkämpften Viertel früh in den Teamfouls, Krämer stellte von der Linie auf 6:9 (6.). Die Spanier zeigten sich jedoch insgesamt nervenstärker und zogen auf 13:6 davon (6.). Lukas Wank traf per Tip-In zum 8:13, ehe Haris Hujic und wieder Wank mit zwei Dreiern die Führung auf deutsche Seite holten (14:13). Spanien nahm die Auszeit und traf pünktlich zum Viertelende ebenfalls von „Downtown“ zum erneuten Führunsgwechsel (15:17, 10.).

Moritz Wagner (Foto unten) eröffnete den zweiten Spielabschnitt mit zwei Punkten am Brett, aber die Spanier konterten umgehend (17:19, 11.). Niklas Kiel machte beide Freiwürfe, aber Spanien war jetzt voll da. Die Iberer drehten offensiv wie defensiv auf und zogen auf 19:26 davon (14.). Henrik Rödl nahm die Auszeit, aber Deutschland schenkte unmittelbar danach den Ball beim Einwurf her. Dreier Spanien, der Rückstand war erstmals zweistellig (19:29, 15.). Jallow stoppte den gegnerischen 12:0-Lauf mit einem Dreier und legte im Anschluss noch einmal zwei weitere Punkte nach (24:31, 16.). Der nächste spanische Dreier rauschte durch die Reuse und nach einem „And One“ sah sich das DBB-Team weiter in Rückstand (24:37, 18.). Kratzer traf nur einen von zwei Freiwürfen, aber Schneider sicherte sich den Offensivrebound und verwertete zum 27:37 (19.). Die Ballverluste der deutschen Auswahl verhinderten jedoch ein Comeback und Spanien zeigte sich weiterhin eiskalt (27:40, 20.). Jallow stellte für Deutschland auf 29:40, dann war Halbzeit (20.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Adlterträger mit viel Energie aus der Kabine. Kratzer und Jallow punkteten für Deutschland, Krämer zog ein Offensivfoul und Jallow netzte den nächsten Jumper ein (35:40, 22.). Kurz danach kassierte der Münchener jedoch sein schmerzhaftes viertes Foul. Das DBB-Team ließ sich allerdings nicht beirren und Schneider brachte Schwarz-Rot-Gold per Sprungwurf wieder in Schlagdistanz (37:40). Spanien reagierte mit einer Auszeit und verschaffte sich wieder etwas Luft (37:41, 24.). Wagner traf für zwei, aber der Titelverteidiger netzte wieder von außen ein (39:45, 26.). Beyschlag hielt Deutschland im Spiel, doch Garcias nächster Dreier brachte die deutsche Aufholjagd ins Stocken (41:48, 27.). Nachlässigkeiten in der Defensive und der weiterhin zu sorglose Umgang mit dem orangenen Leder behinderten das Comeback. So konnten die Iberer auch dank ihrer weiterhin soliden Freiwurfquote bis zum Viertelende wieder auf zehn Punkte davon ziehen (43:53, 30.).

Im Schlussabschnitt tat sich lange nichts. Es dauerte zwei Minuten, ehe Jallow für Deutschland wieder Zählbares auf die Anzeigentafel bringen konnte (45:53, 32.). Spanien scorte erstmals nach fünf Minuten und Rödl rief sofort zur Auszeit, um seine Mannschaft auf den finalen Meter noch einmal einzustellen (45:55, 35.). Wagner traf per Tip In, aber der Titelverteidiger konterte wieder (47:57, 36.). Bei beiden Mannschaften schwanden nach dem intensiven Spiel sichtlich die Kräfte, die Aktionen wurden an beiden Enden des Feldes weniger zielgerichtet. Beyschlag traf für Deutschland, aber die Offensivrebounds der Spanier blieben die Achillesferse der DBB-Auswahl (49:59, 37.). Der Bundestrainer bat für die letzten drei Minuten erneut zur Nachbesprechung. Wagner traf in der Folge zwei Freiwürfe und drückte den Rückstand wieder auf acht Punkte (51:59, 38.). Beyschlag punktete für zwei aus dem Drive, aber auf der Gegenseite saßen nach Wagner-Foul beide Freiwürfe der Spanier (53:62, 39.). Auch in der Schlussminute gelang es der DBB-Auswahl nicht mehr, dem Spiel noch die entscheidende Wendung zu geben. So unterlag das Team von Henrik Rödl letztlich nach einem intensiv geführten Spiel dem Titelverteidiger mit 61:69.

„Wir konnten leider insbesondere am Ende nicht mehr die Energie finden, die uns in der ersten Halbzeit noch getragen hat“, bilanzierte der Bundestrainer nach der Partie. „Wir haben dennoch wieder gekämpft bis zuletzt.“

Für Deutschland spielten:
Georg Beyschlag (FC Bayern München, 6), Richard Freudenberg (FRAPORT SKYLINERS), Haris Hujic (TSG Westerstede/Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB, 5), Karim Jallow (FC Bayern München, 13), Niklas Kiel (FRAPORT SKYLINERS, 2), David Krämer (BB Ulm/Neu-Ulm/ratiopharm ulm/Orange Academy, 8), Leon Kratzer (s.Oliver Würzburg, 5), Lucien Schmikale (RÖMERSTROM Gladiators Trier), Tim Schneider (ALBA Berlin/Lok Bernau, 6), Moritz Wagner (University of Michigan/USA, 11), Lukas Wank (s.Oliver Würzburg, 5), Garai Zeeb (FRAPORT SKYLINERS/Juniors Frankfurt).

Alle Spiele können live auf dem YouTube-Kanal der FIBA verfolgt werden. Alle Informationen zur U20-Europameisterschaft gibt es auf der offiziellen Homepage.

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