Miniturnier Göttingen: Einmal mehr einzigartige Atmosphäre12. Juni 2017

Gut 1.500 Talente aus 147 Mannschaften, die sich bei fast 400 Partien in 13 Sporthalle duellieren: Das 38. Mini-Turnier der BG 74 Göttingen hat abermals Maßstäbe gesetzt. Das Mammut-Event, bei dem der Deutsche Basketball Bund und die Basketball Bundesliga Schirmherren sind, ist und bleibt das größte Basketball-Turnier Europas bis zur Altersklasse U12.

Und am Ende gewinnt immer Berlin…halt! Diesmal nicht. Es ist Ausnahme statt Regel, wenn keine Mannschaft aus der Hauptstadt den begehrten Titel der männlichen U12 abräumt. In diesem Jahr war es mal wieder Fall. In einem packenden und sportlich hochklassigen Endspiel rang der TK Hannover die Chemnitz 99ers vor Augen des BG-Göttingen-Headcoaches Johan Roijakkers hauchdünn mit 32:31 nieder. Beide Teams agierten auf Augenhöhe, die Niedersachsen eroberten die Führung erst drei Minuten vor dem finalen Buzzer und gaben sie nicht mehr aus der Hand. Chemnitz durfte sich damit trösten, dass die Chemcats den Pokal der weiblichen U12 gewannen.

Chef-Organisator Manfred Ude war trotz einiger „kleiner Katastrophen“, wie er es nannte, zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung. Und immerhin: In den meisten Altersklassen triumphierte Berlin. ALBA BERLIN nämlich, das dreimal siegreich war.

Es sei immer etwas Besonderes für die Kinder, die einzigartige Atmosphäre beim Mini-Turnier zu erleben, betont Stefan Raid, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes: „Die Kinder erleben hier bei diesem exzellent organisierten Turnier einfach den Spaß am Basketballspielen. Für fast alle ist das Turnier das herausragende Erlebnis in ihren noch jungen sportlichen Karrieren.“ Deswegen sei der DBB auch mindestens bei den kommenden beiden Auflagen als Schirmherr dabei.

Wo die Stars von morgen spielen, schauen die Sternchen von gestern begeistert zu. Unter anderem Sophie von Saldern. Die in Göttingen aufgewachsene 106-fache Nationalspielerin ist von 1985 bis 1993 für die Veilchen aufgelaufen – und hat dennoch nie am Mini-Turnier teilgenommen. „Ich habe erst mit zwölf Jahren angefangen, Basketball zu spielen und war dementsprechend zu alt fürs Miniturnier.“ Sie unterstützt ihren achtjährigen Sohn Maximilian, der für die SW Baskets aus Wuppertal auf Korbjagd geht. „Zu sehen, was das eigene Kind für Möglichkeiten bei diesem Wettbewerb hat, lässt mich erst richtig realisieren, was Turnier-Initiator Wessel Lücke für ein tolles Erbe hinterlassen hat“, betont von Saldern, die in Erkrath bei Düsseldorf lebt und als Personalleiterin bei den Kölner Verkehrsbetrieben arbeitet. Entspannen kann sie in ihrer Geburtsstadt allerdings nicht. „Als basketballaffine Mutter muss ich mich zurückhalten, keine zu großen Ansprüche auf meinen Sohn zu projizieren“, sagt die 44-Jährige.

Kein Problem damit, den lässigen Spielervater zu mimen, besitzt Sven Schultze. Kein Wunder, denn der 121-malige Nationalspieler und EM-Silbermedaillengewinner von 2005 begleitet seine Kinder regelmäßig zum Miniturnier. „Es ist definitiv ein fester Termin geworden“, berichtet der 38-Jährige. Sohn Nicola und Tochter Lilli laufen – wie einst der Papa – für ALBA BERLIN. „Nicola peilt den dritten Turniersieg in Folge an, die Jungs sind richtig heiß darauf“, sagt der 2,06 Meter-Forward. Zwischen den Hallen pendelt Ehepaar Schultze mit dem Cityroller. Selbst nimmt der vierfache Deutsche Meister den Basketball kaum noch in die Hand. Seit er im Unfallkrankenhaus Berlin als Sporttherapeut arbeitet, trainiert er lediglich nebenher die Kaderspieler des Berliner Basketballverbandes. Am Sonnabend geht es mit den anderen Eltern ins Restaurant. Seine Frau hat gebucht, er habe sich da rausgehalten. „Happy wife, happy life“, begründet der gebürtige Bamberger diese weise Entscheidung.

DBB-Maskottchen SIGGI zeigte bei seinem wohl letzten Auftritt (ein neues Maskottchen mit neuem Namen ist „im Bau“) noch einmal, dass er vor allem die Kleinsten in seinen Bann ziehen kann. Rund um ihn war immer etwas los, zahllose Fotos wurden geschossen und ganz viel Lachen auf die Gesichter der jungen Korbjägerinnen und Korbjäger gezaubert.

Gewinner
U12 männlich I: TK Hannover
U12 männlich II A: BC Ottendorf-Okrilla
U12 männlich II B: Südwest Baskets Wuppertal
U12 männlich II C: BC Anhalt
U12 weiblich I: ChemCats Chemnitz
U12 weiblich II: UBI Graz
U11 männlich I: ALBA BERLIN
U11 männlich II A: BC 70 Soest
U11 männlich II B: ALBA BERLIN
U11 weiblich: SC Rist Wedel
U10 männlich I: SG BG Bonn
U10 männlich II A: SSC Südwest Berlin
U10 männlich II B: BG BiBA
U10 weiblich: ALBA BERLIN
U9 I: Niners Chemnitz
U9 II: BC 70 Soest

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