WNBL-Spielberichte Dragons Rhöndorf5. Februar 2018

Hier gleich zwei Spielberichte von den letzten zwei Matches der WNBL auf einmal:

Nach dem Sieg gegen Weiterstadt stand den jungen Drachen eine wirklich schwere Aufgabe vor der Tür. Am Freitag, 19. Januar 2018, musste ein Sieg her, um sich sicher für die nächste Runde zu qualifizieren und das auch mit einer guten Platzierung. Aber auf den Seiten des Gegners standen die Karten genauso. Es war somit schon vor der Partie gegen die Rhein-Main Baskets klar, dass sich beide Teams bis auf das Blut bekämpfen würden, um an die wertvollen Punkte zu gelangen. Viel Druck lastete auf den Schultern der Rhöndorferinnen, grade weil mit Rhein-Main auch noch ein wirklich guter Gegner in der Heimhalle der Dragons stand. Die Hagerhalle war vollgepackt mit Zuschauern und Supportern und diese bekamen ein verdammt hochklassiges Spiel in in der Nachwuchsbundesliga Gruppe Mitte zu sehen.

Fast das komplette Spiel schafften es die Gegner die Führung aufrecht zu halten. Doch die Dragons ließen sich niemals abschütteln. Egal, wie hoch der Rückstand war, die Drachen blieben den Rhein-Main Baskets im Nacken und kämpften sich Punkt für Punkt jedesmal wieder heran. Diese absolute Entschlossenheit zeigte sich vor allem auch darin, dass die Drachen jedem Wurf in der Offense hinterhergingen und alles dafür gaben den Rebound einzusammeln. 25 Punkte aus Zweitversuchen konnten so eingefahren werden und gaben dem Team immer wieder einen Push nach vorne. Erst wenige Minuten vor Schluss konnten die Rhöndorferinnen endlich die Oberhand gewinnen und setzten sich hauchdünn ab. Mit spektakulären And-One-Abschlüssen, die erneut eindrücklich bewiesen, wie motiviert die Drachen im Spiel agierten, drehten sie das Match. Eine an Spannung kaum zu überbietende Partie, die die Rhöndorferinnen am Ende mit vier Punkten für sich entscheiden konnten und die sie erleichternd und stolz bejubelten.

Das Team der Dragons war bis in die Haarspitzen konzentriert und zeigte seinen absoluten Teamspirit. Gleich fünf Spielerinnen der Drachen konnten die Zehn-Punkte Marke knacken: Kristina Goncharuk, (10), Linda Brückner (11), Marija Gontsarova (11), Esther Kaltwasser (12) und Toni DeMuirier (16). Doch neben den Punkten konnte Toni DeMuirier auf ganzer Linie überzeugen, sie stand 38 Minuten für ihr Team auf dem Platz und hustlete, was das Zeug hielt, dabei sammelte sie sogar noch wichtige elf Rebounds ein. Kristina Goncharuk half erfolgreich auf der Aufbauposition aus, konnte durch Treffsicherheit überzeugen und sorgte so von außen immer wieder für einen positiven Push. Linda Brückner half das Team zusammenzuhalten und setzte immer wieder offensiv Akzente. Defensiv sehr stark und aggressiv, der absolute Energizer der Dragons war auch immer wieder Marija Gontsarova. Esther Kaltwasser demonstrierte erneut, dass sie nach der Knieverletzung stärker zurück auf die WNBL-Bühne gekommen ist und zeigte sowohl offensiv ein tolles Spiel, wo sie vor allem auch in der Crunchtime den kühlen Kopf behielt und wichtige Entscheidungen für das Team traf, als auch defensiv, wo sie immer wieder die Gegnerinnen stoppen konnte.

Auch Sally Jo Hartmann war wirklich gut drauf und schaffte es das Team der Dragons tatkräftig zu unterstützen, sie war überaus konzentriert bei der Sache, konnte unter den Brettern mithelfen und defensiv eine starke Leistung abrufen. Auch Franziska Prinz überzeugte durch ihre gute Spielübersicht und ihr Spielverständnis. Ebenfalls wichtig waren die Kurzeinsätze von Mira Eulering (trotz Krankheit), die es immer wieder schaffte dem Team absolute Sicherheit zu geben und auf dem Feld mit zu organisieren. Herausragend waren auch die 14 Rebounds, die Alina Dohr einsammeln konnte, sie zeigte einen absoluten Einsatzwillen für das Team und arbeitete unermüdlich. Aber auch alle anderen Spielerinnen des Dragons-Teams, Lauryn Vogt, Isabella Selker und Cora Theisohn, waren mit ihrem aufopferungsvollen Teamverhalten und vollem Einsatz für die Mannschaft besonders wichtig.

„Alles in allem kann man über die Partie nur ein absolutes Kompliment aussprechen, denn die beiden Teams haben sich einen tollen Fight geliefert und es war ein gutes WNBL-Spiel auf wirklich hohem Niveau mit einem enormen Spieltempo. Dass wir in diesem Match den Sieg geholt haben, verdient ebenfalls ein Kompliment an unser Dragons-Team, denn nachdem man 31 min zurückgelegen hat, da nochmal die Oberhand zu gewinnen, nicht aufzugeben und dann auch noch die Stärke zu besitzen und die Konzentration am Ende des Spiels das Match zu drehen, braucht einen wirklich guten Charakter des Teams.“, so Nicola Happel, Headcoach der Drachen aus Rhöndorf.

Am Sonntag, 28. Januar 2018, stand eine Auswärtsfahrt zu einem absolut gutem Team der Gruppe Mitte an. Das Team Mittelhessen, bestückt mit einigen bundesligaerfahrenen Spielerinnen, war im Hinspiel nicht komplett besetzt gewesen und daher war nicht klar, wie das Spiel nun verlaufen sollte. Doch keineswegs zeigten sich die Dragons vom Komplettaufgebot der Mittelhessinnen abgeschreckt und ab der ersten Sekunde waren die Drachen bis in die Haarspitzen fokussiert. Voll motiviert gingen sie ans Werk und überrannten das gegnerische Team im ersten Viertel fast schon. 22:6 für die Rhöndorferinnen zeigte die Anzeige nach dem ersten, wirklich überzeugenden, Viertel.

Diesen herausgespielten Vorsprung konnten die Drachen dann über die komplette Spielzeit behaupten und zeigten sich selten unkonzentriert. Eine kurze Phase der Unsicherheit kam nur auf, als der Gegner auf eine Zonenverteidigung umschaltete, doch auch dies ließ die Dragons im Endeffekt nicht erstarren. Sie liefen weiter ihre Fastbreaks und konnten vor allem gegen defensiv unsortierte Mittelhessinnen viele Offensivrebounds abgreifen. 21 Punkte aus Zweitversuchen sprechen dabei für sich und auch der Gewinn des Reboundduells mit 65:42. Auch wenn man keinen einzigen Dreier treffen konnte, zeigten sich die Drachen unbeeindruckt davon und suchten den Zug zum Korb. Besonders das Pick and Roll klappte super und wurde von den starken Rhöndorferinnen gut gelesen.

Erfreut hat die Dragons außerdem die Rückkehr von Daria Karabatova (Foto oben) im Trikot der Dragons-WNBL. Nach ihrer Knieverletzung stand sie endlich wieder auf dem Spielfeld und konnte sofort eine wirklich überzeugende Leistung abrufen: Vier Blocks, zehn Rebounds und dann auch noch zwölf Punkte. Eine gute Vorstellung der Drachencenterin. Neben ihr konnte auch Toni DeMuirier zwölf Punkte beisteuern und schaffte es, ein ums andere mal, zum Korb durchzubrechen, wo sie nur noch mit einem Foul zu stoppen war. Elli Emrich präsentierte ihr gutes Auge für die Mitspielerin und verteilte munter Assists (6). Sie schaffte es dabei auch noch defensiv zu glänzen und sogar acht Punkte zu erzielen. Eine wirklich solide Leistung. Diese zeigte auch wieder Sally Jo Hartmann, die erneut höchst konzentriert auf dem Feld die Geschicke der Dragons mit leitete, sie ackerte hart und war wichtig für das Team. Für tolle Energie von der Bank sorgten Esther Kaltwasser und Marija Gontsarova. Sie schafften es defensiv den Dragons einen zusätzlichen Push zu verleihen und mit ihrem unermüdlichen Einsatz, sowie Spielverständnis, einige Steals einzusammeln.

Im Match konnte jede Spielerin der Dragons sich einbringen, jede schaffte es ihre Stärken zu zeigen, einige Minuten Vollgas auf dem Court zu geben und überzeugend zu einer tollen Teamleistung auf dem Parkett beizutragen. Alle arbeiteten äußerst motiviert und konzentriert, sie schuffteten gemeinsam für den tollen Sieg.

„Eine wirklich überzeugende Teamleistung. Man braucht dazu sonst kaum etwas sagen, denn auf eine solche Leistung eines Teams kann man nur stolz sein. Mit dieser überzeugenden Partie haben wir uns sogar auf Platz 2 der Gruppe Mitte vorgekämpft und eine ordentliche Ausgangslage für die nächste Runde gesichert, sowie einen tollen Abschluss der Hauptrunde eingefahren. Darüber können wir in dieser engen Gruppe nur stolz sein. Ich bin wirklich froh über den tollen Sieg, denn die Spielerinnen haben sich damit auch für nochmal härtere Trainingswochen seit dem neuen Jahr belohnt. Und sie haben vielleicht einmal gemerkt, was sie als Team so alles leisten können.“, so Nicola Happel, Headcoach der Dragons.

(Berichte Dragons Rhöndorf, Nicola Happel)

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