Bittere Niederlage für U19-Damen26. Juli 2019

Auch gegen Argentinien konnte das Team von Bundestrainer Stefan Mienack seinen ersten WM-Sieg nicht einfahren. Den Südamerikanerinnen unterlag man trotz einer starken Performance und tollen Leistung mit 61:64 (14:16, 13:22, 15:9, 19:17).

Leonie Fiebich wird bei dieser WM nicht mehr auflaufen. Sie hat sich im Spiel gegen die USA leider das Kreuzband gerissen und fällt auf unbestimmte Zeit aus. An dieser Stelle schicken wir herzliche Genesungswünsche. Bleib stark, Leonie! Wir freuen uns schon jetzt auf dein Comeback!

Coach Mienack startete die Partie mit Helena Eckerle, Luisa Geiselsöder, Julia Förner, Jessika Schiffer und Emily Bessoir. Förner markierte per Baseline Jumper die ersten zwei Punkte der deutschen Auswahl. Im Halbfeld fand Deutschland sowohl offensiv als auch defensiv einen guten Einstieg ins Spiel. Spielten die Argentinierinnen jedoch schnell nach vorne, hatte die Defensive der U19-Damen Probleme.

Im Pick-and-Roll kamen die deutschen Ballhandlerinnen in gute Positionen. Ein paar Fehlpässe waren auch dabei, doch das hat die argentinische Verteidigung stetig in Bewegung gehalten, wodurch man sich aussichtsreiche Positionen erarbeitete. Zudem wurden immer wieder Anspiele an den Zonenrand gesucht. Hier bestand noch Raum zur Verbesserung, doch die Fehlwürfe aus direkter Korbnähe wurden nicht selten per Offensivrebound zurückerobert. Der Einsatz der Mannschaft war vorbildlich. Der Spielstand nach zehn Minuten: 14:16 aus deutscher Sicht.

Mit einem Lauf eröffnete Argentinien das zweite Viertel und setzte sich erstmals in der Partie ab. Die DBB-Damen erlaubten zu viele offene Würfe und waren defenisv unaufmerksam. Coach Mienack sah sich deshalb zu einer Auszeit gezwungen. Nach der Ansprache des Bundestrainers agierte man wieder konzentrierter. Hinten wurden weniger offene Würfe zugelassen, vorne lief der Ball zügig entlang des Perimeters auf der Suche nach dem nächsten Drive, Pass oder Wurf. Die ING-Korbjägerinnen kamen dadurch zu Freiwürfen und teilweise auch offenen Wurfsituationen aus dem Spiel heraus. Die mussten jetzt nur noch fallen, denn das Team machte offensiv viel richtig. Die Argentinierinnen trafen allerdings ihre Würfe, auch die, die gut verteidigt wurden. Der Rückstand wuchs daher zur Pause auf elf Punkte heran (27:38).

Gute Defense machte sich zum Start des Dritten für Deutschland bemerkbar. Der Weg zum Korb wurde mit aller Kraft versperrt und Passwege wurden aufmerksam, aber nicht zu riskant verteidigt. Argentinien erzielte über fast vier Minuten keine Punkte. Vor allem beim defensiven Rebounding machten Spielerinnen wie Bessoir oder Luisa Geiselsöder einen guten Job und boxten ihre Gegnerinnen konsequent aus. Nachdem Argentinien offensiv wieder zu Erfolgen kam, musste Deutschland aufpassen, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Das gelang zum Beispiel mit dem Dreier von Marie Reichert (Foto oben) nach eigenem Offensivrebound und Assist von Nina Rosemeyer. Nach einem fokussierten Auftritt im dritten Viertel verkürzte Deutschland auf fünf Punkte (42:47).

Im Schlussviertel konnte Deutschland früh aufschließen und das Spiel ausgleichen. Die Partie versprach mit einer gehörigen Ladung Spannung in die Crunch Time zu gehen, während die deutsche Verteidigung früh im Vierten einen guten Eindruck machte. Jede Aktion kostete die Gegnerinnen viel Kraft und auch in Transition waren die DBB-Damen schneller zur Stelle und verhinderten einfache Körbe.

51:51 stand es als es in die letzten vier Minuten ging. Die DBB-Auswahl ging offensiv sehr geduldig zu Werke. Der Hookshot von Geiselsöder und der Dreier durch Förner besorgten nicht nur die Führung, sondern entstanden auch aus zielgerichteter Ball- und Spielerinnenbewegung. Julia Förner ließ sich nicht anmerken, dass sich das Spiel in der absolut entscheidenden Phase befindent. Knapp einen Meter hinter der Dreierlinie setzte sie nach Pass von Rosemeyer zum Wurf an. Als ihr Wurf durch das Netz ging, ertönte das Geräusch, das ein jedes Basketballerherz so erfüllt und hochschlagen lässt: Swish!

Durch einen weiteren Hookshot von Luisa Geiselsöder ging Deutschland mit 51 Sekunden auf der Uhr mit einem Punkt in Führung, bevor Argentinien mit zwei verwandelten Freiwürfe antwortete. Danach produzierte die DBB-Auswahl zwei folgenschwere Ballverluste. Der erste WM-Sieg war zum Greifen nah gewesen, doch am Ende scheiterte das Mienack-Team knapp. Ein sehr bitterer Ausgang einer Begegnung, bei der unsere U19-Damen Kampfgeist, Zusammenhalt und Charakter bewiesen haben. Am Ende hat es für den ersten WM-Sieg leider nicht gereicht.

,,Wir müssen begreifen, dass wir in jedem Spiel, egal gegen wen wir spielen, über 40 Minuten an unsere Grenzen gehen müssen. Diese internationale Härte ist anders als das, was wir während der Saison gewohnt sind. Diese Härte müssen wir annehmen. Wir rücken natürlich jetzt enger zusammen, aber wir müssen auch aus den Dingen lernen. Wir haben noch zwei Spiele um zu zeigen, dass wir hier nicht ohne Sieg nach Hause fahren“, äußerte sich Bundestrainer Stefan Mienack nach der Partie.

Morgen früh um 8:15 deutscher Zeit kämpfen die U19-Damen weiter um den ersten WM-Sieg. Diesmal gegen Gastgeber Thailand in den Platzierungsspielen für die Plätze 13 bis 16.

,,Thailand hat in jedem Spiel bisher nichts zu verlieren gehabt, das wird auch gegen uns wieder so sein. In dem Spiel morgen liegt alles bei uns. Wir müssen hart spielen und 40 Minuten Gas geben“, so Mienack in Hinblick auf die morgige Partie.

Für Deutschland spielten:
Emily Bessoir (TS Jahn München, 5), Helena Eckerle ( TV Saarlouis Royals, 3), Julia Förner (DJK Don Bosco Bamberg/SC Kemmern, 9), Eléa Gaba (ChemCats Chemnit, 1), Luisa Geiselsöder (XCYDE Angels/TSV 1861 Nördlingen, 19), Meret Kleine-Beek (TuS Lichterfelde, 3), Magdalena Landwehr (DJK Don Bosco Bamberg/SC Kemmern, 2), Pauline Mayer (Eisvögel USC Freiburg), Marie Reichert (Bender Baskets Grünberg/Team Mittelhessen, 7), Nina Rosemeyer (Eintrach Braunschweig LionPride/Girls Baskets BS-WF, 9), Jessika Schiffer (zuletzt QOOL Würzburg, 3).

Alle Infos zur WM (Ergebnisse, Stats, Livestream) gibt es auf der offiziellen Website.

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