Vor der U18-EM: Lars Lagerpusch im Interview7. Dezember 2016

Wir beschäftigen uns in den kommenden Tagen etwas intensiver mit der U18-Nationalmannschaft der Jungen, die vom 16.-22. Dezember die Europameisterschaft im türkischen Samsun spielt. Der Besuch im Trainingslager stand unter der Prämisse, dass viele aktuelle U18-Nationalspieler einst beim Projekt „Talente mit Perspektive“ auf die Spur einer Basketballkarriere eingebogen sind und jetzt die ersten (internationalen) Früchte ernten.

Als erster Gesprächspartner im schriftlichen Interview beginnen wir mit Lars Lagerpusch, einem der AST-„Helden“ von 2016. Es folgen Isaac Bongo und Louis Olinde im Video-Interview sowie ein Videobericht aus dem Trainingslager.

Was war deine Motivation Basketball zu spielen? Wie bist du zu der Sportart gekommen?
Mein Vater war Basketballer und hat dann angefangen eine Kindermannschaft aufzubauen, in der ich dann natürlich mitgespielt habe. Dadurch war ich immer viel in der Halle und bin dann auch dabei geblieben, weil es mir Spaß gemacht hat.

Welche Erfahrung hast du in dem Projekt „Talente mit Perspektive“, das der DBB zusammen mit der ING-DiBa durchführt, sammeln können?
Talente mit Perspektive war schon immer sehr aufregend und spannend, weil es für mich eigentlich so das erste Mal war, wo ich mich mit Spielern meiner Altersklasse aus anderen Bundesländern messen konnte. Sonst hat man ja eigentlich immer nur gegen bekannte Mannschaften in der Heimatliga gespielt. Da konnte ich dann sehen, wie gut oder schlecht ich in ganz Deutschland bin. Auch das Training mit den Bundestrainern war natürlich anders als mit den Vereinstrainern. Es war auch immer unheimlich aufregend, wenn man dann in den 12er-Kader kam. Ich war dann schon sehr stolz und es war dann aber auch ein Ansporn und eine Verpflichtung weiter fleißig zu trainieren um immer besser zu werden.

Wie war es für dich an dem Projekt teilzunehmen? Warst du damals sehr aufgeregt?
Klar war ich aufgeregt. Ich kannte weder die Trainer noch einen Großteil der Spieler der anderen Bundesländer. Eigentlich war das so das erste große Event für mich.

Erinnerst du dich noch an die ersten Spiele damals, an die Nominierungen?
Ich weiß nicht mehr, gegen wen wir damals als erstes gespielt haben. Ich weiß nur, dass ich vor dem ersten Spiel total aufgeregt war und sich das aber im Laufe des Turniers legte. Vor den Nominierungen waren wir alle total angespannt.

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Wie oft hast du vor der Sichtung „Talente mit Perspektive“ trainiert und hat sich danach für dich etwas verändert?
Ich hatte bis dahin 4-5 mal pro Woche trainiert. Nach meiner Nominierung hat mich dann Liviu Calvin noch mehr „ gequält“. Ich war dann bestimmt noch 2 mal mehr pro Woche in der Halle.

Was war dein größter sportlicher Erfolg bisher?
Der größte sportliche Erfolg war natürlich der Gewinn des AST in diesem Jahr. Da läuft mir jetzt noch ein Schauer über den Rücken:-)

Was sind deine Ziele für die Zukunft? Mit der Nationalmannschaft? Mit dem Verein? Privat?
Mit der Nationalmannschaft möchte ich jetzt gerne die Quali für die WM schaffen, also möglichst gut bei der jetzt anstehenden Europameisterschaft abschneiden. In meinem Verein hatte ich mir eigentlich als Ziel gesetzt, dieses Jahr in der Bundesliga in die Rotation zu kommen und in der ProB mehr Spielzeit als letztes Jahr zu haben. In der NBBL wollen wir möglichst weit kommen. Privat steht jetzt das Abi im Vordergrund.

AST2016-GER-TUR-Lagerpusch-Dunk-250In der Nationalmannschaft spielst du nun seit mehreren Jahren mit fast den gleichen Mitspielern. Angefangen hat das damals mit „Talente mit Perspektive“. Wie wichtig ist es heute für die Teamchemie, dass ihr euch schon so lange kennt?
Je länger man sich kennt, desto besser spielt man zusammen. Man weiß, wie die anderen ticken und was sie so als Spezialität draufhaben. Da kann man sich dann beim Zusammenspiel drauf einrichten.

Wie ist das Verhältnis bei euch untereinander? Auf dem Spielfeld? Privat?
Da wir alle sehr viel in unseren Heimmannschaften spielen, sehen wir uns eigentlich nur bei der Nationalmannschaft und evtl. bei Ligaspielen. In der Nationalmannschaft spielt man zusammen und ist ein Team. Das ist aber beim Spiel gegeneinander vergessen. Da wechselt man nur nach dem Spiel ein paar freundliche Worte. Auf dem Spielfeld kämpft man gegeneinander wie gegen jeden anderen Spieler auch, da ist dann der Vorteil, dass man auch wieder weiß, wie die anderen ticken:-) und kann sich drauf einrichten:-).

Gibt es Personen, die dich in deinem Werdegang als Basketballer beeinflusst haben? Und wenn ja, wie?
Zunächst natürlich mein Vater, der mich an das Basketballspiel herangeführt hat. Der ist basketballverrückt und das habe ich geerbt. Dann alle Trainer, die mich trainiert haben, ob Vereins-, Kader- oder Bundestrainer. Alle haben mir etwas mitgegeben, spielerisch und auch menschlich. Mit am längsten trainiert hat mich Liviu Calvin, der mich immer zu Höchstleistungen antreibt und mir immer wieder Vertrauen in meine Fähigkeiten gibt.

Was denkst du, wie eure Chancen bei der Europameisterschaft jetzt stehen?
Ich denke, dass wir gut abschneiden werden. Das Team passt. Euphorie und Selbstbewusstsein nehmen wir noch vom AST mit.

Und wie siehst du die Perspektiven deiner Spielergeneration?
Durch JBBL, NBBL und auch Talente mit Perspektive sind wir früher an den Leistungsbasketball herangeführt worden als die Generationen vor uns. Das ist sicherlich ein Vorteil.

Zu guter Letzt: Was sagst du den jungen Spielerinnen und Spielern, die im kommenden Jahr um einen Platz in den nächsten Perspektivkadern von „Talente mit Perspektive“ spielen?
Trainieren, trainieren, trainieren … Immer sein Bestes geben, bis zum Letzten gehen. Und wenn es nicht klappt, dass man in den Kader gewählt wird, darf man aber auch nicht aufgeben. Es sind einige in der Nationalmannschaft oder spielen jetzt in der BBL, die nicht mit im Perspektivkader waren.

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