U18-Jungen: Niederlage trotz verbesserter Offense14. Juli 2019

Im spanischen Logroño stand für die DBB-Jungen heute das nächste Spiel an. Gegen ein physisches serbisches Team hatte Deutschland teilweise ähnliche Probleme wie am Vortag gegen Frankreich. Die Partie verlor man trotz einer verbesserten Offensivleistung und respektablem Einsatz mit 85:93 (13:26, 21:21, 19:21, 32:25).

Coach Femerling schickte zu Beginn Evans Rapieque, Ariel Hukporti, Elias Baggette, Franz Wagner und Daniel Zdraveski auf’s Parkett.

Die fünf Teamfouls hatte Deutschland schnell gesammelt. Die athletischen Serben waren auf dem Weg zum Korb zu Beginn oft nur per Foul zu stoppen. In der Offensive kamen die Deutschen jedoch selbst genauso zum Zug. Ihre ersten vier Treffer aus dem Feld waren alle assistiert, Ball und Spieler bewegten sich gut und fanden so immer wieder Löcher in der serbischen Verteidigung. Leider schadete sich das Team mit sieben Ballverlusten im Auftaktviertel zu sehr selbst – der 13:26-Rückstand nach dem ersten Viertel fühlte sich zu hoch an.

Len Schoormann und Franz Wagner forcierten mit ihren beiden Treffern von Downtown eine Auszeit der Serben im zweiten Viertel. Gute Ball- und Spielerbewegung stellten sich wiederholt als adäquates Mittel gegen die körperlich überlegenen Serben heraus – beiden Dreiern ging erneut ein Assist voraus (7 AST, 7 FG). Was die Mannschaft vorne richtig machte, nahm sie sich in der eigenen Verteidigung immer wieder selbst. Zum Beispiel ließen sie sich per Backdoor Cut einfach über die Grundlinie schlagen, weil Gegenspieler aus den Augen verloren wurden. Das wird auf diesem Niveau gnadenlos bestraft – so auch von den Serben. Eine kämpferische deutsche Mannschaft blieb trotzdem weiter dran und legte letztendlich ein offensiv verbessertes zweites Viertel hin. Der Abstand konnte aufgrund der Mängel in der Verteidigung allerdings nicht verkürzt werden (34:47).

Auf dieser Seite des Feldes arbeitete die Mannschaft im dritten Viertel wieder konzentrierter. Den Serben wurden keine einfachen Würfe mehr aus dem Spiel heraus erlaubt und die Stops wurden vorne meist in Punkte umgewandelt. Zwischenzeitlich kam die deutsche Mannschaft sogar bis auf sechs Punkte heran, doch die Serben hatten auf nahezu jede Aktion eine Antwort und der serbische Vorsprung wurde wieder aufgepolstert. Mitunter war dies der Fall, weil die Serben immer wieder an die Freiwurflinie kamen und auch ein, zwei glückliche Dreier für sie durchs Netz gingen. Am Ende des Viertels waren es dann wieder 15 Punkte, denen das Femerling-Team hinterherlaufen musste.

Zu Beginn des Schlussviertels kam die deutsche Offense so richtig ins Laufen. Plötzlich lief Deutschland von der Dreierlinie heiß und befeuerte eine Aufholjagd: Wagner, der mit 29 Punkten die größte offensive Last schulterte (7/7 2P, 3/5 3P, 6/7 FT), traf zwei und Maximilian Begue (Foto unten) sowie Len Schoormann jeweils einen Dreier. Gestartet wurden diese Aktionen durch energische Box Outs und Rebounding in der eigenen Zone. Begue besorgte nach knapp fünf Minuten in Durchgang vier dann sogar die erste Führung für Deutschland.

Das Spiel wurde in den letzten Minuten vollends zum Thriller. Spektakuläre Aktionen auf beiden Seiten versprachen eine bis in die letzten Sekunden spannende Partie.

Elias Baggette übernahm in diesen Szenen das Zepter der deutschen Offense. Im Pick-and-Roll fand er Hukporti für zwei einfache Punkte am Ring. Der Big Man wurde dann vermehrt in der Zone gesucht und profitierte von der guten Positionierung sowie der nötigen Stabilität gegen die kräftigen Serben. Seine beiden Freiwürfe verkürzten auf drei, bevor Serbien mit dem nächsten wilden Dreier um die Ecke kam. Beide Mannschaften lieferten sich in den Schlussminuten einen Schlagabtausch, bei dem die Serben am Ende doch noch einen relativ deutlichen 83:92-Sieg einfahren konnten – auch weil erneut gut verteidigte Dreier für Serbien fielen.

Die Mannschaft von Coach Femerling kann jedoch stolz darauf sein, dass sie sich zum Schluss noch eine Chance auf den Sieg erkämpft hat und heute mit einem physischen Gegner viel besser klarkam als noch am Vortag gegen Frankreich.

Coach Femerling betonte nach Spielende zurecht das Positive: ,,Wir haben in der zweiten Halbzeit einen Schritt in die richtige Richtung gemacht – vor allem defensiv und charakterlich. Am Ende hat man die Chance dieses Spiel noch zu gewinnen, aber manchmal schlägt besonders gute Offense gute Defense. Das war ein super hilfreiches Turnier und jetzt müssen wir sehen, dass wir die Angeschlagenen gesund kriegen. Bei Luc (van Slooten) war es eine Vorsichtsmaßnahme, dass wir ihn heute rausgehalten haben.“

Für Deutschland spielten:

Elias Baggette (TSV Tröster Breitengüßbach, 9), Maximilian Begue (Eintracht Frankfurt/FRAPORT SKYLINERS, 5), Radii Caisin (Artland Dragons, 9), Malte Delow (ALBA Berlin, LOK Bernau), Ariel Hukporti (MHP Riesen Ludwigsburg,BSG Basket Ludwigsburg, 8), Evans José Rapieque (ALBA Berlin, 2), Jordan Made Samare (Eintracht Frankfurt, FRAPORT Skyliners, 8), Len Adam Schoormann (Eintrach Frankfurt, FRAPORT Skyliners, 12), Franz Wagner (ALBA Berlin, 29), Daniel Zdraveski (FC Bayern München, 3).

Den vollständigen Box Score und weitere Statistiken zum Spiel finden Sie hier.

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