U16-Jungen: Unglücklicher EM-Auftakt9. August 2019

Trotz eines starken Beginns bei der Europameisterschaft in Udine/Italien (9.-17. August 2019) mussten die deutschen U16-Jungen eine unglückliche Niederlage hinnehmen. Im Abendspiel gegen die Gastgeber unterlag das Team von Bundestrainer Fabian Villmeter mit 63:66 (20:12, 19:19, 10:17, 10:14) durch. Morgen geht es mit der Partie gegen Russland weiter.

Wegen technischer Probleme in der Arena (ununterbrochenes Warnsignal plus Ansage) begann die schon extrem spät angesetzte Partie noch um einige Minuten später. In der anfangs nur spärlich besetzten Arena starteten Jakob Hanzlek, Tjark Lademacher, Jakob Patrick (Foto oben), Alexander Richardson und Christoph Tilly für Deutschland. Das DBB-Team erwischte einen guten Start und lag nach einem „and one“ von Hanzalek mit 7:0 vorne (3.). Die von der italienischen Basketball-Legende gecoachten Gregor Fucka Italiener agierten überaus nervös und legten einige ganz einfache Würfe daneben. Als Tilly zum 10:0 „abstaubte“, flüchte Italien sich in die erste Auszeit. Patrick netzte einen Dreier zum 13:0 und erst nach vier Minuten gab es die ersten Zähler für Italien. Die Lücken in der deutschen Defense wurden jetzt einige Male bestraft und die ING-Korbjäger ließen die Gastgeber wieder zurück in die Partie (17:10, 9.). Patrick tat dann das, was er gewöhnlich am besten kann, und versenkte einen Dreier zum 20:10.

Patrick war „on fire“ und netzte einen weiteren Dreier. In dieser kurzen Phase war man hinten auch wieder präsenter und besser in der Lage, die Gegenspieler vor sich zu halten (23:12, 13.). Beide Mannschaften ließen jetzt eine ganze Menge liegen, aber Italien war insgesamt besser im Spiel (23:17, 15.), Auszeit Deutschland. Italien begann von außen zu treffen (23:20) und der deutsche Anfangselan war zunächst einmal verflogen. Es war weniger die Stärke der Italiener denn die Undiszipliniertheit der deutschen Mannschaft, die nach 16 Minuten für eine ausgeglichene Partie sorgte (23:22), Auszeit Deutschland. Ein wunderbares Anspiel von Jonas März auf Tilly sorgte dann für das 27:22 plus Bonusfreiwurf (28:22, 17.), aber jetzt fielen auch die wildesten italienischen Würfe. Es war ein zähes Ringen um jeden Ball, Deutschland konnte sich immer wieder befreien (32:25, 18., Luis Wulff – Foto unten) und behauptete zur Pause durch Alexander Richardson, der sich immer wieder durchsetzen konnte, einen Vorsprung (39:31).

Italien kam wacher aus den Kabinen und verkürzte sofort (39:38, 23.). Die DBB-Jungen agierten zu ungeduldig und zu sehr mit dem Kopf durch die Wand. Italien ging erstmals in Führung, Deutschland wackelte gewaltig. Und durfte sich beim unermüdlich wühlenden Richardson bedanken, dass es nicht lange dabei blieb (42:40, 24.). Beim 44:45 war jedoch wieder Italien vorne, es wechselte mehrfach hin und her. Es fehlte jetzt an einer klaren Struktur im deutschen Spiel. Da tat das „and one“ von Vincent Dubbeldam zum 49:47 richtig gut (30.).

Kopf an Kopf ging es in die letzten zehn Minuten. Hanzalek traf zum 51:48 (32.), Wulff netzte einen Dreier zum 54:49, aber es kam keine Ruhe in die DBB-Auswahl. Zu oft schenkte das DBB-Team den Ball her. Der starke Drive von Benjamin Schröder wurde dann mit dem 56:49 belohnt und auch der folgende Freiwurf war erfolgreich (33.). Italien ließ sich aber nicht abschütteln und war sofort wieder da (57:54, 34.). Ein Zehn-Meter-Dreier der Italiener wurde umgehend von Patrick beantwortet (62:59, 36.), die Spannung war förmlich zu greifen. Beim 62:63 waren die Gastgeber wieder in Front (38.), wer sollte die besseren Nerven haben? Michael Rataj ging bei 1´50 an die Freiwurflinie: 63:63. Italien punktete ebenfalls an der Freiwurflinie (63:64, 1´26), Auszeit Deutschland. Der nächste Angriff verlief ohne Erfolg, Italien hatte bei 50 Sekunden auf der Uhr den Ball, Auszeit Italien. Deutschland holte sich das Spielgerät, aber 26 Sekunden vor dem Ende wurden zwei Freiwürfe vergeben, Auszeit Deutschland. Das muntere Freiwurfschießen ging weiter: 63:66 (´22). Die beiden letzten deutschen Dreier verfehlten ihr Ziel.

„Ich bin trotz der Niederlage nicht unzufrieden, das war über weite Teile ok heute. Wir haben nach der Halbzeit die Führung zu schnell abgegeben und dann haben die Italiener auch noch ein bisschen Heimvorteil bekommen. Unsere Einstellung war sehr gut, wir hatten zu viele Ballverluste, aber das kann passieren, wenn man den Ball schnell und auch mal mit Risiko bewegen möchte. Jetzt muss unser Blick schnell nach vorne gerichtet sein“, sagte Fabian Villmeter nach der Partie.

Für Deutschland spielten:
Kilian Brockhoff (RW Cuxhaven/Young Rasta Dragons), Vincent Dubbeldam (ALBA BERLIN, 3), Jakob Hanzalek (ratiopharm Ulm/BBU 01 Ulm, 7), Tjark Lademacher (Hamburg Sharks/BG Hamburg Hittfeld, 4), Jonas März (FC Bayern München/SB DJK Rosenheim), Jacob Patrick (Porsche BBA Ludwigsburg, 15), Drilon Pllana (VfL Kirchheim/Young Tigers Tübingen), Michael Rataj (FC Bayern München/TV Schwaben Augsburg, 3), Alexander Richardson (SSC Karlsruhe, 11), Benjamin Schröder (FC Bayern München, 7), Christoph Tilly (ALBA BERLIN, 5), Luis Wulff (FC Bayern München, 8).

Boxscore

EM-Spieltermine:
Sa., 10. August 2019, 16.30 Uhr: Deutschland – Russland (Udine)
So., 11. August 2019, 16.30 Uhr: Deutschland – Kroatien (Udine)

Weitere News

18. November 2019

WNBL-Rückblick: TuSLi und München weiter ungeschlagen

Enges Rennen in Gruppe 1

17. November 2019

EM-Quali: DBB-Damen unterliegen in Kroatien

Noch alles drin auf dem Weg zur Eurobasket Women 2021

15. November 2019

Basketball beim Vorlesetag „Sport und Bewegung“

Bereits zum 16. Mal