FIBA Challenger: Enttäuschung für U16-Mädchen11. August 2021

Die Enttäuschung war riesengroß! Die deutschen U16-Mädchen haben nur noch theoretische Chancen, den FIBA U17 Women´s World Cup, der im kommenden Jahr in Ungarn ausgetragen wird, zu erreichen. Beim FIBA U16 Women´s European Challenger in Helsinki/FIN unterlag das Team von Bundestrainer Stefan Mienack heute gegen Gastgeber Finnland mit 60:62 (22:11, 8:23, 16:15, 14:13) und fiel auf Platz drei zurück. Somit haben es die DBB-Youngster nicht mehr in der eigenen Hand und den World Cup mit großer Wahrscheinlichkeit verpasst. Am Freitag geht es mit der Partie gegen die bisher ungeschlagenen Französinnen weiter.

Die Ausgangsposition vor dem Spiel hatte sich nach der gestrigen Niederlage gegen Lettland nur marginal verändert. Ein Sieg mit mindestens zwei Punkten Differenz musste her. Für das DBB-Team begannen Joanna Scheu (Foto), Lena Lingnau, Annika Soltau, Magdalena Winter und Mailien Rolf. Finnland konnte wegen gleich drei verletzter Spielerinnen nur mit neun Akteurinnen antreten. Deutschland versuchte das Tempo zu bestimmen und hochzuhalten, der Start gelang (10:3, 4.). Man kontrollierte Finnlands Top-Werferin Elina Aarnisalo, war sehr häufig an der Freiwurflinie, allerdings wenig erfolgreich. Dennoch dominierte Deutschland ganz eindeutig und ließ Finnland überhaupt nicht ins Spiel kommen (16:4, 7.). Nach einem Viertel hatten die DBB-Mädchen bereits eine sehr gute Grundlage gelegt, auch wenn sie mit dem Buzzer einen ärgerlichen Dreier kassierten.

Finnland legte bis hierhin zwar einen Wurf nach dem anderen daneben, aber auch die DBB-Auswahl hatte offensiv jetzt einige Probleme. Und als dann die Finninnen plötzlich binnen kürzester Zeit vier Dreier in Serie trafen, hieß es wie aus heiterem Himmel 22:23 (14.). Die DBB-Mädchen wussten kaum, wie ihnen geschehen war. Die starke Winter stoppte den finnischen Lauf, Soltau machte das 26:23 (15.). Anschließend wechselte die Führung wieder, ins deutsche Spiel hatte sich eine große Verunsicherung eingeschlichen (26:29, 18.). Daran änderte sich bis zum Seitenwechsel nur wenig (30:34).

Deutschland kam nicht gut aus der Kabine (34:41, 24.), hatte bei bis dahin elf Versuchen noch keinen Dreier getroffen. Mit dem Mute der Verzweiflung stemmte man sich gegen die drohende Niederlage. Mit Erfolg, denn endlich gelangen defensiv und offensiv einige Aktionen, auch wenn der Gegner noch vorne war (41:43, 27., Dreier Scheu). Nach drei Vierteln stand das Spiel weiterhin auf des Messers Schneide (46:49).

Wer hatte die besseren Nerven? Und die größeren Kraftreserven? Diese Fragen waren auch nach 32 Minuten nicht beantwortet, aber Deutschland hatte ausgeglichen (50:50). Es kam jetzt auf jeden Ballbesitz an. Minutenlang passierte auf dem Scoreboard kaum etwas, Finnland hatte meist die Nase ganz knapp vorne (52:56, 36.). Das DBB-Team mobilisierte die letzten Kräfte und kämpfte um jeden Zentimeter. Der finnische Dreier zum 54:59 dreieinhalb Minuten vor dem Ende tat aber richtig weh, Auszeit Deutschland. 56:59, noch 128 Sekunden, Auszeit Finnland, es wurde dramatisch. Gut eine Minute vor dem Ende besorgte Soltau an der Freiwurflinie das 57:59, aber Finnland netzte im direkten Gegenzug einen  Dreier (’48). Davon erholten sich die DBB-Youngster nicht mehr, auch wenn Scheu zwei Sekunden vor dem Ende noch einen Dreier traf.

„Wir haben das Spiel im zweiten Viertel verloren. Wir sind offensiv komplett auseinander gefallen und haben auch in der Defense aufgehört zu kommunizieren und zusammen zu verteidigen. Wenn wir an einer U17-Weltmeisterschaft teilnehmen wollen, müsen wir dafür investieren und Nationen wie Lettland und Finnland hinter uns lassen. Das haben wir in den letzten beiden Spielen nicht geschafft. Das ist ein Turnier hier, jeder kann jeden schlagen, das beweist heute Bulgarien gegen Lettland. Es geht jetzt darum, alle Kräfte zu mobilisieren und das Unmögliche möglich zu machen, übermorgen gegen Frankreich und dann im letzten Spiel gegen Bulgarien. Wir werden alles geben und kämpfen in jeder Minute, um doch noch unser Ziel zu erreichen“, so Mienack anschließend.

BOXSCORE

Für Deutschland spielten:
Joanna Scheu (SV Möhringen/Regio-Team Stuttgart, 15), Melina Aigner (SB DJK Rosenheim, 5), Miriam Diala (SG Kirchheim/Heidelberg/Basket-Girls Rhein-Neckar, 5), Maria Perner (SB DJK Rosenheim, 2), Lena Lingnau (MTV BG Wolfenbüttel/Girls Baskets BS-WF, 3), Annika Soltau (TG Sandhausen/TSV TOWERS Speyer-Schifferstadt, 14), Mailien Rolf (SG Darmstadt/Roßdorf, 2), Emmanuelle Djuela Kenfac (City Basket Berlin, 0), Alexa Hans (BG Bonn 92/Rheinland Lions, 0), Magdalena Winter (ALBA BERLIN, 14), Lilly Rüße (re., Osnabrücker SC, 0), Leonie Greser (TG 48 Würzburg/Main Sharks Würzburg, dnp).

Weitere Spieltermine (dt. Zeit):
Freitag 13.08.2021 | 13:30 Uhr | Frankreich – Deutschland
Samstag 14.08.2021 | 16:30 Uhr | Bulgarien – Deutschland

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