Jahresrückblick DBB-Herren 202030. Dezember 2020

Nach den Damen präsentieren wir heute den Jahresrückblick der Herren-Nationalmannschaft. Im Jahr 2020 standen ganze vier Länderspiele auf dem Programm des Teams von Bundestrainer Henrik Rödl, der komplette Sommer mit den ursprünglich geplanten Events VTG Supercup und Olympia-Qualifikation fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. So können wir nur auf die Qualifikationsspiele zur EuroBasket 2022 zurückblicken, für die Deutschland als einer der Ausrichter (Vorrunde Köln, Finalrunde Berlin) bereits qualifiziert ist.

Trotzdem ging die dezimierte DBB-Auswahl (ohne NBA- und Euroleague-Spieler) hochmotiviert in das erste Fenster kurz vor dem ersten Lockdown. In Vechta stand die Partie gegen den WM-Dritten Frankreich auf der Agenda, drei Tage später ging es in Newcastle gegen Großbritannien. Die deutsche Nationalmannschaft startete mit einem Sieg, der sogar recht deutlich ausfiel. Vor 3.100 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Rasta Dome in Vechta setzte sich das Team von Bundestrainer Henrik Rödl mit 83:69 (15:16, 26:18, 24:20, 18:15) durch.

Gegen sehr aggressive Defense der Franzosen benötigte die DBB-Auswahl fast drei Minuten bis zu den ersten Punkten von Ismet Akpinar (2:4). Die Franzosen waren erfolgreicher im Rebounding und wirkte bis ins zweite Viertel hinein abgeklärter (15:21, 11.). Joshiko Saibou markierte unter dem Jubel der Zuschauer das 19:21 (13.), dann hämmerte Karim Jallow den Ball zum 25:26 durch die Reuse, der Dome war „da“ (15.). Es war jetzt eine sehenswerte Begegnung, Robin Benzing und Andy Obst (Foto oben) trafen von weit draußen. Mit einer 41:34-Führung ging es in die Kabine.

Ganz stark begannen die ING-Korbjäger die zweite Hälfte, es hieß plötzlich 49:34 nach 23 Minuten. Doch Frankreich setzte nach und Deutschland musste aufpassen. Frankreich ließ nicht locker und kam auf 57:52 heran (29.). Das bessere Ende des Viertels hatten dann aber wieder die Deutschen für sich (65:54). Aber es war noch nicht vorbei, die Gäste versuchten noch einmal alles. Frankreich investierte alles und erzeugte enormen Druck. Ohne Erfolg, denn es gelang ihnen nicht den Rückstand zu verkürzen. Louis Olinde war per Dunking erfolgreich und der Dome gab wirklich alles und machte seinem Ruf alle Ehre. Deutschland setzte gegen die Physis des Gegners immer wieder genau zum richtigen Zeitpunkt Akzente und trotz einiger Unkonzentriertheiten in den letzten Minuten durften sich die DBB-Herren mit ihren Fans über einen tollen Erfolg freuen.

In Newcastle unterlag Deutschland Gastgeber Großbritannien nach einem schwachen Schlussviertel mit 73:81 (22:17, 17:23, 22:16, 12:25). Die schmucke Eagles Community Arena war mit rund 3.000 Zuschauern bestens gefüllt. Erst gegen Ende des ersten Viertels schienen die Gäste einen Rhythmus zu finden. In dieser Phase sah das deutsche Spiel schon ganz gut aus (22:17, 10.). Das Spiel blieb eng und wenige Minuten später lief kaum noch etwas zusammen in der DBB-Auswahl (30:35, 16.). Zum Seitenwechsel hatte man sich eine gehörige Aufgabe für die zweite Hälfte übriggelassen (39:40), auch weil man Luke Nelson nicht in den Griff bekam (18 Punkte).

Es fehlte aber die letzte Konsequenz im deutschen Spiel. Zu leicht wurde es dem Gegner gemacht. Der jetzt überragende Obst versenkte einen (54:46, 25.), doch auch dieser Zwischenspurt gab den ING-Korbjägern keine Sicherheit, Großbritannien war schnell wieder dran. Die Gastgeber verkürzten auf 61:59 (32.), kamen völlig unbedrängt zum Ausgleich (61:61, 33.) und übernahmen die Führung (63:64, 33.). Wild ging es hin und her, beide Teams hatten jetzt mit vielen Fehlern zu kämpfen. Die Briten witterten ihre Chance und kamen zum 70:73 (38.). Die deutsche Mannschaft geriet mit 70:78 in Rückstand (40.). Davon erholte man sich nicht mehr und musste sich in die Niederlage fügen.

Im November 2020 spielte die deutsche Mannschaft dann in einer sogenannten „Bubble“ – d.h. abgeschirmt von der Außenwelt – gegen Montenegro und wieder gegen Frankreich. In Pau/FRA setzte es zum Auftakt eine 74:80 (24:18, 15:20, 16:21, 19:21)-Niederlage gegen Montenegro. Zum Auftakt gestattete man dem Gegner zwei offene Dreier und hatte generell einige defensive Probleme. Vorne fielen allerdings auch drei (!) Dreier von Obst. Das DBB-Team ging früh an die Linie, es gelang ein erster kleiner Lauf (24:18 nach dem ersten Viertel). Nicht alles klappte bei der jungen und unerfahrenen deutschen Mannschaft, die aber bis dahin einen erfrischenden Auftritt hinlegte. Der Rhythmus war aber etwas weg, Montenegro kam zum Ausgleich, die Führung wechselte anschließend mehrfach. Die DBB-Auswahl behauptete zur Pause eine knappe Führung (39:38).

Deutschland musste zu Beginn der zweiten Hälfte aufpassen, den Anschluss nicht zu verlieren (41:45, 24.). Die Würfe fielen nicht, viel Spielfluss gab es in diesen Minuten nicht mehr. Deutschland wackelte und machte den Gegner stark (47:55, 29.). Robin Benzing ging voran, Kampf und Einsatz waren jetzt gefragt. Es blieb aber bei einem knappen Rückstand des Rödl-Teams (57:62, 32.), weil man die Rebounds einfach nicht kontrollierte und einige Male den Ball zu einfach herschenkte. Die Teamfouls taten jetzt der DBB-Auswahl weh, Montenegro erkämpfte sich einen Offensivrebound nach dem anderen. Es sollte einfach nicht näher herangehen an die Montenegriner, auch wenn Deutschland alles versuchte (68:75). Montenegro ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen und die deutschen Spieler enttäuscht zurück.

Nach dem „Schockbeben“ im europäischen Basketball (u.a. Schweiz bezwingt Serbien, Dänemark siegt gegen Litauen, Israel schlägt Spanien, Griechenland unterliegt Lettland) trat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft dann erneut gegen Frankreich an, dieses Mal ohne Erfolg: 74:86 (22:25, 19:17, 18:19, 15:25). Der Start gelang der DBB-Auswahl gut, aber die athletischen Franzosen bescherten den Deutschen früh Reboundprobleme. Deutschland hielt die Partie offen (22:25 zur Viertelpause). Das DBB-Team ließ zum Start des zweiten Viertels zu viele einfache Punkte des Gegners zu und leistete sich zu viele Ballverluste. Es war aber eine durchaus sehenswerte Partie mit einer deutschen Mannschaft, die eine gute Rolle spielte (29:33, 15.). Man bewegte sich gut abseits des Balls und brachte den Favoriten in Bedrängnis. Zum Seitenwechsel war nach einer starken Halbzeit noch alles drin für die junge und unerfahrene DBB-Auswahl (41:42).

Frankreich kam erneut mit starkem defensiven Druck aus der Kabine, Deutschland leistete sich zu viele Fouls. Das DBB-Team war aber nach wie vor hervorragend im Spiel (49:48, 25.). Die Partie war jetzt zerfahren, die Foulbelastung auf den großen Positionen wurde größer (Kratzer und Seifert vier Fouls). Mit der Viertelsirene kassierte man einen ärgerlichen Dreier zum 59:61. Frankreich punktete unter dem Korb, nutzte dort seine Vorteile und verschaffte sich einen Vorteil (61:68, 32.). Die Physis nahm zu, die Franzosen zogen davon (65:75, 36.). Davon erholte sich die deutsche Mannschaft nicht mehr, sicherte sich aber den direkten Vergleich.

Für Deutschland spielten in 2020:
Kenneth Ogbe (Brose Bamberg), Lukas Meisner (Basketball Löwen Braunschweig), Andreas Seiferth (medi Bayreuth), Dominic Lockhart (Brose Bamberg), Joshua Obiesie (s.Oliver Würzburg), Jan Niklas Wimberg (NINERS Chemnitz), Joshiko Saibou (Telekom Baskets Bonn – jetzt ohne Verein), Bennet Hundt (BG Göttingen/Brose Bamberg), Ismet Akpinar (Besiktas Istanbul/Bahcesehir Istanbul), Robin Benzing (Basket Zaragoza/ESP), Philipp Herkenhoff (RASTA Vechta), Robin Amaize (EWE Baskets Oldenburg), Louis Olinde (Brose Bamberg), Maik Zirbes (KK Cedevita Olimpija Ljubljana), Leon Kratzer (FRAPORT SKYLINERS/Telekom Baskets Bonn), Karim Jallow (Basketball Löwen Braunschweig), Andreas Obst (ratiopharm ulm), Christian Sengfelder (Brose Bamberg).

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