Interview Johannes Voigtmann: Teil 226. Juli 2019

Heute ist der zweite Teil des Interviews mit Johannes Voigtmann an der Reihe. In Teil eins berichtete Der DBB-Center über seine Erfahrungen mit NBA-Franchises, die Nationalmannschaft und warum salziges Popcorn so gar nicht geht.

Es gab Berichte über Interesse von NBA-Teams. Wann hast Du gemerkt, dass es für Dich eine Option wäre in die NBA zu wechseln und dass da Interesse seitens der Teams besteht? Bleibt das auch in Zukunft für Dich ein Thema?
Das war so: Es war jeden Sommer schon ein bisschen Interesse da, so nach dem Motto: „Wollen Sie mal rüberkommen?“ Aber du weißt halt nie wirklich, ob das richtiges Interesse ist oder wollen die nur, dass du da ein bisschen mitzockst? Die wollten auch alle immer Summer League und so. Jetzt hatte ich Zeit rüberzufliegen und das war ganz interessant. Die Workouts waren eine komplett neue Erfahrung und da habe ich gemerkt: „OK, da könnte was gehen.“ Dann musst du halt abwägen. Die sportliche Situation war nicht hundertprozentig klar und dann kam das Angebot aus Moskau – Euroleague Champion. Dann musst du einfach eine Entscheidung treffen. Es könnte die Entscheidung gewesen sein für: „Das war‘s mit dem – in Anführungsstrichen – NBA-Traum.“ Das könnte es gewesen sein, aber ich glaube, dass die Tür noch nicht ganz zu ist und wenn sich in Zukunft irgendwas ergibt, warum nicht?

Beim Euroleague Champion anzuheuern und da nächstes Jahr anzugreifen ist sicherlich auch nicht die schlechteste Adresse.
Ne, natürlich nicht!

Nationalmannschaft ist demnächst auch ein großes Thema. Natürlich weiß man noch nicht, wer genau nominiert wird, aber ich finde ihr habt da ein cooles Team beisammen mit breit gefächertem Talent auf vielen Positionen. Was sind für Dich die Ziele mit der Nationalmannschaft in diesem Sommer?
Das Maximum erreichen. Ist zwar immer schwer, eine Prognose zu geben, wenn du nicht weißt, wer alles dabei ist, wer alles gesund und fit ist. Aber das Minimalziel sollte sein, dass wir uns eine Chance auf die Olympiateilnahme wahren. Ich glaube, wir haben das Talent dafür. Wir haben Spieler, die über längere Zeit zusammenspielen und ich glaube, dass wir ein richtig gutes Team haben werden, wenn alle fit sind. Wenn es im Team dann ein bisschen funkt, ist da viel möglich.

Du hast die Kontinuität der Mannschaft angesprochen. Coach Rödl hat auch immer wieder betont, wie stolz es ihn macht, dass ihr über die Jahre so eine gute Teamchemie aufbauen konntet und dass es für ihn ein richtiges Privileg ist, mit so vielen tollen Persönlichkeiten zu arbeiten. Wie empfindest Du die Atmosphäre im Team?
Das ist immer Top! Du gehst da gerne hin, weil du die Jungs kennst, weil du Lust hast mit den Jungs zu trainieren und dann auch erfolgreich Basketball zu spielen. Die Zeit, die du da verbringst ist immer schön. Das ist das i-Tüpfelchen, dass du brauchst um erfolgreich zu sein. Wenn du da nur hingehst, um – in Anführungsstrichen – deine Arbeit zu machen, dann wird das nix. Wir haben eine gute Truppe zusammen und das macht immer einen Riesenspaß.

Henrik Rödl kennst Du jetzt auch schon länger. Was ist das für ein Typ? Wie würdest Du ihn als Coach charakterisieren?
Er ist ein ganz Entspannter, ein ganz Ausgeglichener. Er verliert selten die Fassung, hat immer eine Antwort parat. Versucht viel, mit den Spielern zu reden. Versucht ihnen auch zu erklären, was seine Gedanken dahinter sind. Für mich ist das extrem wichtig, weil ich auch verstehen will, was genau auf dem Platz abgeht. Er ist ein extrem angenehmer Charakter. Manchmal sind Coaches bisschen weird und du kannst kein normales Gespräch mit ihnen führen, aber Henrik ist total entspannt. Das ist super für uns als Gruppe. Und dann hat er basketballerisch richtig was auf dem Kasten! Das hilft natürlich auch.

Warst du schonmal in China?
Ja. Ich war mit der A2 auf einem Turnier. War ich noch ein zweites Mal? (überlegt) Ich glaube, ich war nochmal irgendwann da.

Mit Maxi Kleber bist Du schon länger befreundet. Werdet ihr euch im Hotel wieder ein Zimmer teilen?
Ich denke schon! Das war die letzten Jahre immer so und ich denke, das wird wohl oder übel wieder so kommen (lacht). Außer er möchte gerne ein Einzelzimmer haben, nachdem er jetzt seinen neuen Vertrag unterschrieben hat. Das kann natürlich auch sein.

Die President Suite ist vielleicht noch frei für ihn.
(lacht) Genau!

Auf welche kuriosen Eigenheiten musst Du Dich mit Maxi als Zimmerpartner gefasst machen?
Maxi schnarcht unfassbar. Mir wird auch nachgesagt, dass ich schnarche, aber ich glaube, das hat sich extrem zurückgebildet. Maxi ist auf einem anderen Level! Das ist echt krass! Dann muss ich vielleicht umziehen in die President Suite.

Ein paar Quick Hitter zum Schluss: Tapas oder Schaschlikspieße?
Tapas.

Anzug- oder Jogginghose?
Anzug.

iPhone oder Android?
iPhone.

Einfach einfacher?
Einfach einfacher!

TV oder Buch?
Serie.

Kobe oder LeBron?
Keiner von beiden.

Eine letzte, für mich fast auch die wichtigste Frage: Popcorn salzig oder süß?
Süüüß! Salzig kommt gar nicht in Frage! Das sind für mich keine Menschen, die salziges Popcorn essen. Meine Frau gehört übrigens auch dazu. Das ist für mich ein absolutes No-Go!

 

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