DBB-Herren: Guter WM-Abschluss gegen Kanada9. September 2019

Positiver Abschluss für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren beim FIBA Basketball World Cup 2019 in China. Mit dem 82:76 (17:12, 19:21, 20:23, 26:20)-Erfolg gegen Kanada in Shanghai schaffte das Team von Bundestrainer Henrik Rödl nach der Enttäuschung in der Vorrunde ein Ende mit Klasse. Zudem wurde das erste Ziel – die Qualifikation für eines der vier Qlympia-Qualifikationsturniere im kommenden Jahr – gesichert.

Auch im fünften und letzten WM-Spiel veränderte der Bundestrainer seine Starting Five nicht. So nahmen Dennis Schröder (Foto unten), Ismet Akpinar, Paul Zipser, Daniel Theis und Maximilian Kleber (Foto) das „Unternehmen Kanada“ in Angriff. Schröder begann die Partie mit zwei Offensivrebounds (!), Kleber und Theis zeigten Drang zum Korb (4:2, 3.). Die Intensität der Defense war enorm hoch, Zipser versenkte einen weiten Dreier zum 7:2, Kleber stopfte zum 9:2 (4.). Theis und Akpinar kassierten früh jeweils ihre zweites Foul, aber Deutschland blieb vorne (12:7, Tip-in Kleber, 7.). Zipser erhöhte nach schönem Anspiel von Johannes Voigtmann auf 14./ (8.), Auszeit Kanada. Die Kanadier hatten im Spiel gegen Jordanien (126:71) sage und schreibe 24 Dreier getroffen (44 Versuche), davon war bis dato noch nicht viel zu sehen. Die DBB-Auswahl agierte weitgehend konzentriert, ließ aber jetzt einige offene Distanzwürfe liegen.

Im zweiten Viertel wurde Kanada stärker von außen, Robin Benzing hielt zunächst per Dreier dagegen (20:15, 11.). Die Begegnung war jetzt zerfahren, beide Teams hatten keinen Rhythmus. Schröder zeigte seine ganz Klasse mit einem spektakulären Dribbling und anschließendem Zauberpass auf Zipser (22:18, 14.). Kanada ging in Führung, weil das DBB-Team in der Defense einige Male nicht aufmerksam genug agiert hatte (24:25). Die ING-Korbjäger machten sich selber das Leben schwer, Rödl bat seine Mannschaft zur Auszeit (24:27, 15.). Schröder traf drei Freiwürfe, kassierte dann aber ein zumindest äußerst fragwürdiges unsportliches Foul. Kanada hatte die Kontrolle über die Partie übernommen, bei Deutschland gelang in diesen Minuten nicht viel (27:32, 16.). Die gut herausgespielten Würfe fielen einfach nicht, auch der ein oder andere Pass verfehlte sein Ziel. Auch Kanada hatte aber offensiv Probleme, sodass der Rückstand bis zur 18. Minute nicht weiter anwuchs (29:33). Benzing punktete zum 31:33, ließ aber den Bonusfreiwurf aus (19.). Klebers Dreier bedeutete die deutsche Führung, die Schröder zum Seitenwechsel noch ausbaute (36:33).

Den besseren Start in Viertel drei erwischten die Kanadier, die schnell ausglichen (36:36, 21.). Zipser musste nach zwei unsportlichen Fouls die Halle verlassen, Kanada nutzte das zum 36:39 (22.). Deutschland erzielte erst nach dreieinhalb Minuten die ersten Punkte nach der Pause (39:42, Dreier Kleber). Doch die Nordamerikaner blieben jetzt am Drücker und machten das 39:46 (25.). Deutschland strauchelte und fand jetzt überhaupt keinen Weg zurück in die Begegnung, zumal Kanada aus der Distanz traf (41:52, 26.). Dann aber war Schröder per NBA-Dreier zur Stelle, Kleber verwandelte einen „alley oop“-Pass von Benzing, Lo war einmal an der Freiwurflinie erfolgreich (47:54, 28.). Das DBB-Team wehrte sich (51:56, Tip-in Voigtmann, 29.). Benzing ging für drei Freiwürfe an die Linie: 54:56, (30.). An gleicher Stelle machte Kleber den Ausgleich und nach drei Vierteln war es wieder ein Basketballspiel.

Das Wechselbad der Gefühle hatte auch im Schlussabschnitt Bestand. Voigtmann netzte einen Dreier zum 59:56 (31.) und ging nach Offensivrebounds kurz später an die Linie: 60:56. Akpinar versenkte einen Dreier (63:56, 33.), die deutsche Bank jubelte, Auszeit Kanada. Der erkämpfte Vorsprung gab aber nicht die gewünschte Sicherheit, es dauerte nur wenige Minuten, bis die Kanadier wieder da waren (63:61, 34., 64:64, 35.). Urplötzlich schien das Selbstbewusstsein wieder verschwunden, aber Schröder traf (66:64). Es ging Kopf an Kopf auf die Zielgerade, der Kapitän war da (Dreier Benzing, 69:66, 38.). Die nächste Aktion kam ebenfalls von den Mannen in schwarz-weiß – Dennis Schröder verwandelte zwei Freiwürfe zum 71:66 (38.). Das Resultat hatte allerdings nicht lange Bestand, per Freiwürfen verkürzten die Ahornblätter (71:68), ehe Akpinars Dreier zum 74:68 (39.) saß. Die nächsten Szenen wurden von den NBA-Profis Joseph, Schröder und Kleber geprägt (78:71, 39.). Letztendlich brachte Deutschland den Sieg über die Ziellinie und qualifizieren sich so für ein Olympiaqualifikationsturnier im kommenden Jahr.

Stimmen:

Maximilian Kleber: „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns. Jetzt gehen wir mit einem ganz guten Gefühl aus diesem Turnier. Wir haben bewiesen, dasss wir ein anderes Team sein können als zu Beginn der Weltmeisterschaft. Wir haben gegen die athletischen Kanadier das Reboundduell gewonnen und insgesamt einen guten Job gemacht.“

Henrik Rödl: „Wir sind auch jetzt nicht da, wo wir vor dem Turnier hinwollten. Aber meine Mannschaft hat Charakter bewiesen und sich in einer schwierigen Situation gezeigt. Wir haben gut gekämpft und vor allem an der Dreipunktelinie so gut verteidigt, dass Kanada nur 23 Prozent getroffen hat. Das war ein wesentlicher Schlüssel. Dennis war wieder sehr stark, auch andere Jungs haben wir gefunden, Maxi, Joe und Robin. Die zwei Dreier von Ismet am Ende haben uns diesen wichtigen Sieg gesichert. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass diese Mannschaft eine große Zukunft hat und es ist sehr gut, dass wir im kommenden Sommer wieder zusammenkommen. Die Olympischen Spiele und die EuroBasket 2021 sind großartige Höhepunkte, die unmittelbar vor uns liegen.“

Für Deutschland spielten:
Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder/NBA, 21), Maodo Lo (FC Bayern München, 5), Ismet Akpinar (Besiktas Istanbul, 6), Andreas Obst (ratiopharm ulm), Robin Benzing (Basket Zaragoza/ESP, 12) Paul Zipser (FC Bayern München, 7), Niels Giffey (ALBA BERLIN), Johannes Thiemann (ALBA BERLIN), Danilo Barthel (FC Bayern München, 1), Maximilian Kleber (Dallas Mavericks/NBA, 20), Daniel Theis (Boston Celtics/NBA, 2), Johannes Voigtmann (ZSKA Moskau/RUS, 8).

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