DBB-Herren: Niederlage in Dänemark nach dreifacher Verlängerung10. September 2016

Mit einer Niederlage nach einem nervenaufreibenden Spiel in Dänemark hat es die deutsche Herren-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation verpasst in die Erfolgsspur zurückzukehren. Mit 102:106 (18:16, 19:32, 19:14, 17:11, 11:11, 8:8, 10:14) nach dreifacher Verlängerung unterlag das Team von Bundestrainer Chris Fleming in Naestved gegen die Gastgeber. Danilo Barthel steuerte die meisten Zähler für die DBB-Auswahl bei (26). Nun folgen es in der kommenden Woche die beiden Spiele gegen Österreich (Mittwoch, 14. September 2016, 19.30 Uhr, Bamberg) und in der Niederlande (Samstag, 17. September 2016, 20.00 Uhr, Leiden). Noch immer besitzt die deutsche Mannschaft mit zwei Siegen die Chance die EM-Qualifikation zu schaffen.

Mit Johannes Voigtmann für Tibor Pleiß in der ansonsten unveränderten Startformation begann Deutschland und war zunächst um Spielkontrolle bemüht. Der Ball sollte unter den gegnerischen Korb, wo man auch erfolgreich war. Hinten passte es allerdings noch nicht, sodass man zunächst einen Rückstand hinnehmen musste (4:7, 3.). Zwei Dreier von Voigtmann brachten das 12:9 (5.), aber Dänemark spielte ohne jeden Druck spürbar frei auf. Zipser und Barthel sorgten dafür, dass ihr Team in diesen Minuten leicht vorne blieb. Sehr ungewöhnlich, dass erst nach siebeneinhalb Minuten der erste deutsche Rebound notiert wurde. Fleming wechselte viel und versuchte unterschiedliche Formationen. Deutschland fand einfach keinen offensiven Rhythmus, führte aber nach dem ersten Spielabschnitt trotzdem (18:16.).

In der kleinen, nur halbvoll besetzten Arena in Naestved schaffte es die DBB-Auswahl in der Anfangsphase des zweiten Viertels nicht, einen größeren Abstand zwischen sich und die Gastgeber zu bringen. Im Gegenteil, Dänemark übernahm beim 23:24 wieder die Führung (13.). Deutschland wirkte gehemmt, während die Dänen ihre Chance witterten (25:28, 14.). Die deutschen Würfe kamen nur zaghaft und fielen nicht, bei Dänemark klappte fast alles. Das oft zitierte Momentum war eindeutig beim Außenseiter, der mit einem 11:0-Lauf zweistellig in Führung ging (25:35, 15.). Die DBB-Auswahl kämpfte und kam durch einen weiteren Dreier von Voigtmann auf 32:37 heran (17.). Defensiv gelangen aber kaum Stopps und zum Seitenwechsel war der Rückstand weiterhin zweistellig (37:48).

BenzingRobing2016vsRUS-500Maodo Lo (Foto oben) traf zweimal in Folge zum 43:50 (23.), doch die deutsche Defense schaffte es einfach nicht die Dänen zu kontrollieren. Immer wieder kam der Gegner auch unter dem deutschen Korb zu viel zu leichten Punkten. Doch die Körpersprache der Deutschen wurde jetzt eine andere. Der unbedingte Wille das Spiel zu drehen war zu spüren (51:54, Zipser, 26.). Wieder konnte Dänemark sich befreien, weil eine ganze Serie von deutschen Dreiern das Ziel verfehlte und hinten die Lücken einmal mehr zu groß waren (51:59, 28.). Nach 30 Minuten hatte Robin Benzing (Foto rechts) sein Team auf 56:62 heran gebracht.

Der Start in das Schlussviertel war geprägt von deutschen Stopps, aber auf der anderen Seite auch von vergebenen Würfen aus der Dreipunkte-Distanz (58:62, 33.). Barthel schaffte mit der Sirene das 60:62 (34.), aber die nächsten Dreierversuche fielen wieder nicht. Es war jetzt ein reines Nervenspiel (64:67, Benzing, 36.), in dem Dänemark immer noch zu leicht zu Punkten kam. Mehrmals feuerten die aufopferungsvoll kämpfenden Deutschen Dreier ab, die den Ausgleich bedeutet hätten, aber allesamt ohne Erfolg. An der Freiwurflinie besorgte Lo das 67:69 (38.), 70:71 hieß es 1´23 vor dem Ende durch Theis. Noch 57 Sekunden waren zu spielen, als Deutschland beim Stand von 70:73 ein Offensivfoul unterlief. Doch Deutschland holte sich den Ball zurück und endlich fiel ein Dreier von Zipser zum 73:73 (´19). Dänemark hatte den letzten Angriff, traf aber nicht: Verlängerung!

Dänemark ging mit drei Freiwurftreffern direkt wieder in Führung und punktete auch danach zum 73:78 (42.). Das DBB-Team blieb dran und kam ebenfalls mit Freiwürfen zum 77:78 (43.). Dänemark blieb bis dahin von der Linie sehr sicher, während Deutschland beim Rebound strauchelte. 53 Sekunden vor Schluss der ersten Verlängerung hatten die Dänen beim Stand von 79:81 zwei Freiwürfe: beide daneben! Lo traf aus der Dreier-Distanz zum 82:81 (´42), aber Dänemark gelang durch den starken Voskuil erneut der Konter: 82:84 (´27). Barthel traf kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Zeit zum Ausgleich, das Spiel ging in die zweite Verlängerung.

Dieses Mal erzielten die Deutschen, durch Barthel, die ersten Zähler. Und auch die nächsten an der Freiwurflinie: 88:84 (47.). Und wieder Barthel war es, der zum 84:90 traf (48.) und die deutsche Mannschaft endlich auf die Siegerstraße zu bringen schien. Doch noch hatte Dänemark nicht aufgegeben und kam durch Voskuil zum 90:87, beantwortet durch einen Dunking von Voigtmann (49.). Noch 1´02 waren auf der Uhr, als die Dänen per Freiwürfe auf 92:89 verkürzten, 30 Sekunden später traf ein weiterer dänischer Dreier den deutschen Korb: 92:92 (´25). Lo verpasste knapp, der dänische 20-Meter-Wurf ebenso knapp: Verlängerung Nummer 3!

Ein Dreier aus neun Metern fand den Weg in den deutschen Korb, Benzing konterte ebenfalls von weit draußen: 95:95, (52.). Dänemark netzte einmal mehr zwei Freiwürfe, und kurz später einen mehr als glücklichen Dreier. 95:100 (54.). Beim 95:102 gut eine Minute vor dem Ende sprach kaum noch etwas für Deutschland. Ein weiteres Comeback gelang dem Fleming-Team nicht mehr.

Chris Fleming: „Wir haben etwas unsicher, aber eigentlich recht ordentlich begonnen, die Dänen haben allerdings von Beginn an schwierige Würfe getroffen. Im zweiten Viertel haben wir dann unsere Köpfe verloren. Nach der Pause haben wir enormen Kampfgeist gezeigt, aber das war nicht genug. Die Wurfsicherheit hat heute gefehlt, viele offene Würfe gingen daneben. An unserer Lage hat sich aber nicht viel geändert, mit zwei Siegen kommen wir zur EM. Da bringt es nichts jetzt lange zu jammern.“

Für Deutschland spielten:
Makai Mason (Yale University/USA), Akeem Vargas (ALBA Berlin), Maodo Lo (Brose Bamberg, 16), Niels Giffey (ALBA BERLIN, 5), Daniel Theis (Brose Baskets, 9), Robin Benzing (CAI Saragossa/ESP, 15), Bastian Doreth (medi Bayreuth), Paul Zipser (Chicago Bulls/USA, 11), Danilo Barthel (FC Bayern München, 26), Johannes Thiemann (MHP RIESEN Ludwigsburg), Patrick Heckmann (Brose Bamberg), Johannes Voigtmann (Kutxa Laboral Vitoria/ESP, 20).

Alle Infos, Ergebnisse, Tabellen, Stats und weitere Infos zur EM-Qualifikation finden Sie hier

Spieltermine EM-Qualifikation
Mi., 14. September 2016, 19.30 Uhr: Deutschland – Österreich (Brose Arena Bamberg)
Sa., 17. September 2016, 20.00 Uhr: Niederlande – Deutschland (Vijf Meihal, Leiden)

Tickets für das EM-Qualifikationsspiel der DBB-Herren in Bamberg gegen Österreich gibt es hier

Weitere News

27. Juni 2019

3×3 Spielplan für die EM-Qualifikation steht fest

Schwere Aufgaben für die deutschen Teams

26. Juni 2019

U18-Mädchen verlieren gegen Spanien

64:70-Niederlage in Heidelberg

26. Juni 2019

U16-Jungen bezwingen Frankreich

73:71 nach Verlängerung im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendaustausches