„“Career High“: Theresa Simon und Karim Jallow17. August 2020

In unserer Serie „Career High“, in der wir auf die Karriere-Bestleistungen unserer Nationalspielerinnen und Nationalspieler im DBB-Trikot blicken, geht es heute um eine Spielerin und einen Spieler, die zwar noch nicht sehr viele A-Länderspiele auf dem nicht vorhandenen Buckel haben, die aber zukünftig durchaus eine größere Rolle in den deutschen Eliteteams spielen könnten. Wir blicken auf Theresa Simon und Karim Jallow.

Theresa Simon durfte bisher in sechs offiziellen Damen-Länderspielen für Deutschland auflaufen. Während sie bei ihrer Premiere am 15. Juni 2019 in Podgorica bei der 71:91-Niederlage im Test gegen Montenegro noch ohne Punkte blieb, änderte sich das rund zwei Monate später doch gewaltig. Beim 81:60 (26:15, 19:16, 11:15, 25:14)-Erfolg im Test gegen Rumänien in Kienbaum kam der Guard am 17. August 2o19 auf starke zwölf Zähler.

Schnell entwickelte sich ein verteiltes Spiel (8:4, 4.). Das DBB-Team blieb auch in der Folge leicht vorne (16:10, 7.), der Ball wurde gut bewegt und auch bei den Rebounds hatte man Vorteile. Alexandra Wilke netzte einen Dreier und Deutschland war zum ersten Mal zweistellig vorne (23:11, 10.). 30:15 hieß es nach zwölf Minuten, die DBB-Auswahl überzeugte bis dahin. In allen wesentlichen Kategorien lagen die DBB-Damen vorne, hatten vor allem sehr gut auf den Ball aufgepasst (Drei Turnover). Unger konnte die Spielzeit auf alle seine Akteurinnen verteilen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit blieb es bei der klaren Überlegenheit der ING-Korbjägerinnen.

Marie Bertholdt und Theresa Simon per Dreier eröffneten das dritte Viertel und stellten somit gleich klar, dass sie kein Comeback zulassen wollten (50:34, 22.). Dann schlichen sich aber ein paar Fehler ins deutsche Spiel, die Partie war jetzt deutlich zerfahrener als vor dem Seitenwechsel. Nach drei Vierteln war die Schwächephase aber gut „repariert“ worden (56:46). Im Schlussabschnitt mussten die DBB-Damen zunächst alles investieren, um gegen die stärker gewordenen Rumäninnen vorne zu bleiben. Als Simon und Svenja Brunckhorst noch jeweils Treffer von weit draußen markierten, war die Partie entschieden (72:55, 36.).

„Wir haben gut verteidigt! Die Sachen, die wir im Juni-Lehrgang und jetzt erarbeitet haben, funktionierten teilweise sehr gut. Ich bin mit der Leistung des Teams zufrieden“, meinte Patrick Unger. Für Deutschland spielten: Marie Bertholdt (BC pharmaserv Marburg, 15), Svenja Brunckhorst (TSV 1880 Wasserburg, 7), Jennifer Crowder (flippo Baskets BG 74 Göttingen, 3), Nadjeschda Ilmberger (TV Saarlouis Royals, 5), Johanna Klug (BC pharmaserv Marburg, 6), Luana Rodefeld (Eisvögel USC Freiburg, 4), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg, 7), Theresa Simon (BC pharmaserv Marburg, 12), Emma Stach (letzter Verein: Rutronik Stars Keltern, 9), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg, 8), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg, 5).

Seit dem 7. September 2018 darf sich Karim Jallow A-Nationalspieler nennen. Dem ersten Länderspiel beim 79:100 gegen die Türkei im Rahmen des VTG Supercups in Hamburg folgten bisher weitere sechs Auftritte. Am 3. Dezember 2018 trugen die elf Punkte – darunter einige mit sehr hohem Unterhaltungswert – von Jallow wesentlich dazu bei, dass die deutsche Mannschaft beim 87:70 (21:19, 20:8, 20:12, 26:31) gegen Estland in Ludwigsburg in der Qualifikation klar auf dem Weg zum World Cup 2019 in China blieb.

Es ging munter und sehr intensiv los (7:2, 2.). Beide Teams legten ein enormes Tempo vor, das Spiel war äußerst sehenswert (16:12, 7.). Niels Giffey ging voran, aber die Esten trafen immer sicherer und gingen erstmals in Führung (18:19, 10.). 31:21 hieß es nach einem Freiwurf von Ismet Akpinar (14.), das DBB-Team war auf einem guten Weg. Die deutsche Defense agierte extrem aggressiv und beeindruckte den Gegner, Jallow versenkte zur Freude der Zuschauer einen blitzsauberen Dreier zum 34:21 (16.).

Auch die ersten Szenen nach der Pause gehörten den Deutschen, die viel Freude machten (48:31, 23.). Aufopferungsvoll setzte sich jeder einzelne deutsche Spieler ein. Natürlich passierten auch Fehler, aber der zweistellige Vorsprung hatte Bestand (55:37, 28.). Die tollen Ludwigsburger Basketballfans standen wie eine Wand hinter ihrem Team und trugen so zur bis dahin starken Vorstellung bei. Fast jeder freie Ball war bei den Deutschen, die durch Akpinar zum 59:39 kamen. 3.491 Zuschauer erfreuten sich an einer deutschen Mannschaft, die alles auf dem Feld ließ und keinen Ball verloren gab. Estland versuchte noch einmal ein Comeback, aber zwei spektakuläre Dunkings von Jallow rundeten das Geschehen für Deutschland endgültig ab. Das Team wurde völlig zurecht vom Publikum gefeiert.

Bundestrainer Henrik Rödl: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die nach dem Spiel in Griechenland genau die richtige Antwort gegeben hat. Es war ganz egal, welche Spieler auf dem Feld standen, es war immer eine echte Mannschaft, die hart gearbeitet und richtig gut performed hat. Wir haben die Rebounds kontrolliert und ich freue mich auch sehr für Karim Jallow, der vor eigenem Publikum eine sehr gute Vorstellung gezeigt hat.“ Für Deutschland spielten: Andreas Seiferth (medi bayreuth, 14), Niels Giffey (ALBA BERLIN, 13), Ismet Akpinar (ratiopharm ulm, 6), Karsten Tadda (EWE Baskets Oldenburg, 4), Tim Schneider (ALBA BERLIN, 3), Bastian Doreth (medi bayreuth, 9), Philipp Herkenhoff (SC RASTA Vechta), Sid-Marlon Theis (Science City Jena, 4), Johannes Thiemann (ALBA BERLIN, 16), Karim Jallow (MHP RIESEN Ludwigsburg, 11), Andreas Obst (Monbus Obradoiro/ESP), David Krämer (ratiopharm ulm, 7).

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