„“Career High“: Satou Sabally und Maik Zirbes4. September 2020

Wir haben eine weitere Folge von „Career High“ vorbereitet, bei der wir auf die Bestleistungen deutscher Nationalspielerinnen und Nationalspieler im DBB-Trikot zurückblicken. Heute sind Satou Sabally und Maik Zirbes an der Reihe.

Sabally, die als WNBA-Rookie derzeit mit den Dallas Wings in der sogenannten „Wubble“ in Bradenton/Florida aktiv ist, hat bisher sechs Mal in offiziellen Damen-Länderspielen für Deutschland gespielt. Ihre Premiere feierte die heute 22-Jährige am 28. Juli 2017 im Testspiel gegen Litauen, als ihr beim 81:79-Erfolg im Bundesleistungszentrum Kienbaum zehn Punkte gelangen. Die Bestleistung von 33 Punkten stand nach 40 Minuten für sie auf dem Statistikbogen, als es am 17. November 2019 im bis dato letzten Länderspiel der DBB-Damen im kroatischen Zabok gegen Kroatien ging. Deutschland unterlag den Gastgeberinnen nach extrem wechselhaften Spielverlauf mit 86:93 (20:26, 34:18, 13:26, 19:23).

Es ging sofort sehr intensiv zur Sache. Beide Teams begegneten sich mit aggressiver Defense. Kroatien versuchte es mit ungeheurem Tempo, die deutsche Defense hatte noch nicht den richtigen Zugriff und vorne war Gülich zunächst die Alleinunterhalterin (14:22, 8.). Die Centerin agierte sehr effektiv und war von den Kroatinnen nicht zu kontrollieren, aber das Problem lag nach wie vor in der Defense (22:30, 12.). Topscorerin Ivana Dojkic kam ähnlich wie Gülich immer wieder zum Zuge.

Es folgten die besten Minuten der DBB-Auswahl. Deutschland hatte den Anschluss geschafft und die Gastgeberinnen beeindruckt (30:30, Wilke, 14.). Wilke holte per Dreier die deutsche Führung, das Momentum war ganz klar auf Seite der DBB-Korbjägerinnen, die durch die ersten Punkte der anschließend überragenden Sabally zum 36:30 und nach zwei Freiwurftreffern gar zum 38:30 kamen (15.). Das DBB-Team war in diesen Minuten überhaupt nicht zu stoppen und legte einen 21:0-Lauf hin (43:30, 16., Sabally). Kroatien erholte sich in der Folge etwas (48:40, 18.), aber jetzt war Sabally bestens im Spiel.  Nach der Pause galt es für Deutschland, Kroatien möglichst nicht wieder in die Partie kommen zu lassen. Die Gastgeberinnen versuchten naturgemäß alles, um wieder in einen Rhythmus zu kommen und den Rückstand zu verkürzen. Die Arena stand Kopf, als Dojkic per Dreier zur kroatischen Führung traf (62:63, 28.). Sabally antwortete ebenfalls von „downtown“, aber Kroatien war jetzt „on fire“. Nach drei Vierteln hieß es 67:70 aus deutscher Sicht.

Man musste um die DBB-Damen, die das 69:76 kassierten (32.), bangen. Ähnlich wie Deutschland im zweiten Viertel dominierten jetzt die Spielerinnen vom Balkan. Deutschland investierte alles, Brunckhorst besorgte das 77:78, alles war wieder offen. Es ging jetzt um jeden Ballbesitz, jeden Pass, jeden Wurf. Zwei Minuten vor dem Ende verfehlte ein Dreier von Sabally sein Ziel knapp, die Entscheidung war gefallen.

„Wir haben defensiv im 1-1 nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Rebounds abgegeben und aufgehört die einfachen Würfe zu treffen oder sogar zu nehmen. Am Ende ist es dann ein enges Spiel, das in die eine oder andere Richtung gehen kann. Wir wissen, dass hier mehr drin war, aber es hilft uns jetzt nichts zu hadern“, sagte Bundestrainer Patrick Unger nach dem Spiel. Für Deutschland spielten: Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg 1880, 7), Jennifer Crowder (flippo Baskets BG 74 Göttingen), Ama Degbeon (Pszczolka Polski Cukier AZS UMCS Lublin /Polen, 2), Luisa Geiselsöder (XCYDE Angels Nördlingen, 2), Sonja Greinacher (Arka Gdynia/Polen, 8), Marie Gülich (Arka Gdynia/Polen, 17), Satou Sabally (Oregon Ducks/USA, 33), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg), Theresa Simon (BC pharmaserv Marburg), Emma Stach (PINKK Pécsi 424/Ungarn, 7), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg, 10).

Schon über zehn Jahre ist Maik Zirbes für die deutsche Herren-Nationalmannschaft am Ball. Dabei hat er es auf insgesamt 73 Länderspiele gebracht. Erstmals war der Center, der mittlerweile in Dubai spielt, am 7. August 2009 Teil der DBB-Auswahl, die bei einem Turnier in Leiden/Niederlande mit 56:77 gegen die Gastgeber unterlag. Die bisherige Bestleistung von Maik Zirbes im DBB-Trikot datiert vom 10. Juli 2014 im italienischen Trento, als er beim 59:91 (16:26, 14:28, 17:14, 12:23) gegen Italien auf 20 Punkte kam.

Gleich vier deutsche Spieler feierten damals ihr Länderspiel-Debüt. Zirbes war es vorbehalten, die ersten deutschen Punkte zu erzielen. Überhaupt konzentrierte sich die deutsche Offense anfangs auf das Spiel unter den Korb, von übergroßem Respekt vor dem namhaften Gegner war nichts zu spüren (10:18, 8.). Maximilian Kleber und Johannes Voigtmann feierten ihr Debüt und Ersterer führte sich mit einem Dreipunktspiel gleich bestens ein, auch Mangold betrat nun erstmals für Deutschland das Parkett. Die Abstimmung in der deutschen Mannschaft fehlte noch, Italien wirkte homogener. Das DBB-Team mühte sich mit vollem Einsatz, ins Spiel zu finden und Zirbes wehrte sich energisch per Dreipunkspiel (26:41, 15. Min.). Aber zur Pause war der Rückstand auf 24 Punkte angewachsen (30:54).

Deutschland fand auch zu Beginn des dritten Viertels kein Mittel die Italiener zu stoppen. Der Rückstand wuchs weiter an (34:61, 24. Min.), Zirbes war in diesen Minuten der Einzige, der sich offensiv hin und wieder durchsetzen konnte. Er traf mit seinem 15. Punkt auch zum 40:63 nach 26 Minuten. Das dritte Viertel konnte die DBB-Auswahl mit 17:14 für sich entscheiden. Italien ließ den weiter intensiv kämpfenden Deutschen aber anschließend keinerlei Chance mehr, die 1.200 Zuschauer freute der deutliche Sieg.

„Wir haben gegen eine sehr gute, erfahrene Mannschaft gespielt, die im Moment noch zu stark für uns ist. Anfangs hatten wir gute Kontrolle über das Spiel, aber im zweiten Viertel haben wir genau die verloren. Danach war es natürlich schwer zurückzukommen. Das dritte Viertel war ganz stark, wir hatten keinen Ballverlust. Insgesamt haben uns die 14 italienischen Offensivrebounds und die dadurch entstandenen 25 Punkte und die 19 Ballverluste sehr weh getan“, so Bundestrainer Emir Mutapcic. Für Deutschland spielten: Maodo Lo (Columbia University/USA, dnp), Akeem Vargas (ALBA Berlin), Karsten Tadda (Brose Baskets Bamberg, 3), Lucca Staiger (FC Bayern München, 5), Robin Benzing (FC Bayern München, 2), Bastian Doreth (Artland Dragons, 3), Andreas Seiferth (Artland Dragons, 6), Maik Zirbes (Brose Baskets Bamberg, 20), Maximilian Kleber (Rio Natura Monbus Obradoiro/ESP, 14), Johannes Voigtmann (FRAPORT SKYLINERS, 5), Andrej Mangold (Telekom Baskets Bonn), Bogdan Radosavljevic (WALTER Tigers Tübingen, dnp).

Weitere News

20. Oktober 2020

DBB-Damen im Ausland 2020/2021 – Update 2

Greinacher, Gülich und Sabally noch ohne Niederlage

20. Oktober 2020

„20.20“ – AUF DEM (UM)WEG NACH TOKIO

Das seltsame, herausfordernde, verlorene und gewonnene Jahr unserer Athlet*innen - Heft 2 der MAGAZIN-Serie erschienen

19. Oktober 2020

WNBL-Rückblick: Rekord-„“Effektivitäten“ im Nordwesten

Doppelte Soltau-"Show" in Schwäbisch Hall