„“Career High“ – Marie Gülich und Johannes Voigtmann14. Mai 2020

Der nächste Teil unserer Serie „Career Highs“, mit der wir auf die Karriere-Bestleistungen (Punkte) der aktuellen Damen- und Herren-Nationalspieler im DBB-Trikot zurückblicken, steht auf dem Programm. Heute geht es um die „Bigs“, Marie Gülich und Johannes Voigtmann.

Die Liste der Länderspiele von Marie Gülich (aktuell acht Länderspiele) ist noch nicht sehr lang, aber eine beeindruckende Bestleistung gibt es dennoch bereits. Und die datiert vom 21. November 2018, als die DBB-Damen zum Abschluss der EM-Qualifikation in Wolfenbüttel mit 78:52 (21:14, 20:16, 21:12, 16:10) gegen die Schweiz gewannen. Gülich ging mit 24 Punkten voran. „Ich musste nach Belgien einfach mal zeigen, was ich kann. Mich hat das Team super dabei unterstützt, wieder zurück in den Rhythmus zu kommen. Es braucht zwar noch etwas Zeit, mich an die neue Rolle in der Nationalmannschaft zu gewöhnen und mit dem Druck umzugehen, aber heute bin ich zufrieden. Am Samstag habe ich mir zu viel vorgenommen, das hat heute besser geklappt“, so das anschließende Statement der Topscorerin.

Bis zum 23:20 nach 13 Minuten hielten die Gäste vor 600 Zuschauern in der Lindenhalle gut mit. Dann setzte sich die DBB-Auswahl über 31:22 (16.) auf 41:30 zur Halbzeit etwas ab. Nach dem Seitenwechsel war beim 54:34 nach 26 Minuten die Entscheidung gefallen. Auch wenn die Schweiz zwischenzeitig noch einmal etwas näher herankam, ließen die DBB-Akteurinnen kein Comeback des Gegners zu. Das Unger-Team spielte weitgehend souverän weiter und bendete das Spieljahr mit einem mehr als versöhnlichen Abschluss.

Bundestrainer Patrick Unger sagte anschließend: „Es war ein guter erster Schritt. Man hat heute gesehen, welches Potenzial Marie Gülich hat. Jeder hat sich heute gut eingebracht, gut performt, so dass dieses Spiel ein positiver Abschluss einer wirklich turbulenten Qualifikation war.“ Für Deutschland spielten: Marie Bertholdt (BC pharmaserv Marburg, 4), Levke Brodersen (Sheffield Hatters/ENG, 5), Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg, 9), Ama Degbeon (A3 Basket Umea/SWE, 6), Leonie Fiebich (TSV Wasserburg, 5), Sonja Greinacher (Basket 90 Arka Gdynia/POL, 8), Svenja Greunke (Toulouse Metropole Basket/FRA, 6), Marie Gülich (Reyer Venezia/ITA, 24), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg, 4), Emma Stach (Rutronik Stars Keltern, 2), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg, 5).

Johannes Voigtmann (aktuell 66 Länderspiele) hat sich für sein bisheriges Career High eine Partie „ausgesucht“, die er wohl möglichst schnell vergessen möchte. Denn zum World Cup-Auftakt am 1. September 2019 in Shenzhen/CHI musste man sich gegen Frankreich mit 74:78 (4:16, 16:20, 30:23, 24:19) beugen, daran konnten auch die 25 Punkte des deutschen Centers nichts ändern.

Frankreich legte zu Beginn ein enormes Tempo vor, das DBB-Team wirkte nervös, vergab die ersten Würfe und nach viereinhalb Minuten musste Rödl die erste Auszeit nehmen (0:9). Deutschland war völlig von der Rolle, kam überhaupt nicht in die Partie und benötigte über sieben (!) Minuten bis zu den ersten Punkten (3:14, Dreier Maodo Lo). Bis zum 4:21 nach zwölf Minuten zogen die Franzosen davon, ehe ein 13:0-Lauf die deutsche Mannschaft heranbrachte (17:21, 15.). Doch es folgten wieder leichte Fehler und zur Pause sah es überhaupt nicht gut aus für die deutsche Mannschaft (20:36).

Nun musste nach der Halbzeit alles passen, um noch ins Spiel zurückzukommen. Aber zunächst lief wieder alles gegen das DBB-Team. Fünf schnelle Fouls, einige Treffer der Franzosen und eigene Fehlwürfe … nach 24 Minuten lautete der Spielstand nach einem Schröder-Dreier 25:45. Dann machte Voigtmanns Dreier Hoffnung und nach drei Vierteln  war noch nicht alles verloren (50:59). Noch zwei Dreier von Voigtmann hielten das DBB-Team im Spiel (70:74, 38.). 25 Sekunden vor dem Ende holte Deutschland erneut den Ballbesitz, den Zipser zum 74:76 umsetzte. Frankreich nahm noch einmal sechs Sekunden vor dem Ende die Auszeit. Lo schickte danach Fournier an die Linie, der cool zum 74:78 verwandelte. So stand es am Ende auch auf der Anzeigetafel.

Das Statement von Henrik Rödl nach dem Spiel: „Das war für beide Teams ein großes Spiel heute. Jeder hat vom anderen genau gewusst, was kommt. Wir haben keine Würfe getroffen und sind dann nervös geworden. Wir hatten zuviel Respekt. Dann aber haben wir Herz gezeigt und ich bin trotz der Niederlage stolz auf mein Team. Wir sind zurückgekommen und hatten sogar noch eine kleine Siegchance. Frankreich ist für mich defensiv das talentierteste Team hier. Jetzt kommt das nächste große Spiel für uns gegen die Dominikanische Republik. Wir müssen und gut erholen und wieder zusammenfinden. Dann werden wir gut spielen.“

Für Deutschland spielten:
Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder/NBA, 23), Maodo Lo (FC Bayern München, 3), Ismet Akpinar (Besiktas Istanbul, 2), Andreas Obst (ratiopharm ulm), Robin Benzing (Basket Zaragoza/ESP, 8) Paul Zipser (FC Bayern München, 2), Niels Giffey (ALBA BERLIN), Johannes Thiemann (ALBA BERLIN), Danilo Barthel (FC Bayern München, 2), Maximilian Kleber (Dallas Mavericks/NBA, 6), Daniel Theis (Boston Celtics/NBA, 3), Johannes Voigtmann (ZSKA Moskau/RUS, 25).

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