„“Career High“: Luisa Geiselsöder und Isaiah Hartenstein22. September 2020

Heute gibt es eine weitere Folge unserer Serie „Career High“, mit der wir auf die Karriere-Bestleistungen unserer A-Nationalspieler*innen zurückblicken. Zwei Youngster haben wir uns dieses Mal ausgesucht, Luisa Geiselsöder und Isaiah Hartenstein. Bei Beiden ist zu erwarten, dass da künftig noch viel mehr geht im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Bei Geiselsöder hat die Karriere in der A-Nationalmannschaft eigentlich noch gar nicht richtig begonnen. Erst zwei offizielle Länderspiele stehen auf ihrem Konto, daher aktualisieren wir unseren heutigen Text künftig sehr gerne. Ihr erstes Länderspiel für die DBB-Damen absolvierte die von den Dallas Wings in die WNBA gedraftete und jüngst zu Landerneau Bretagne Basket in die französische Liga gewechselte Centerin am 14. November 2019 gegen Nordmazedonien. Und das vor „eigenem“ Publikum in Nördlingen, denn dort hatte die 20-Jährige bis dahin ihre Basketball-Karriere verbracht. Am erdrutschartigen 105:40 (28:10, 25:10, 19:4, 33:16)-Erfolg des DBB-Teams im Rahmen der EM-Qualifikation war Luisa Geiselsöder mit starken 13 Punkten beteiligt. Nicht schlecht für eine Premiere, würden wir sagen.

Es war einer der höchsten Siege in der deutschen Länderspielgeschichte (110:39 am 3. September 1987 in Aschaffenburg gegen Schottland). Um hohes Tempo bemüht brachte Deutschland den Ball von Beginn an konsequent unter den gegnerischen Korb, wo Greinacher, Sabally und Gülich körperliche Vorteile hatten. Der Gegner suchte sein Heil häufig von ganz weit draußen, weil ihm die deutsche Verteidigung nicht mehr anbot. Früh feierte Luisa Geiselsöder ihre Länderspiel-Premiere vor „eigenem“ Publikum.

Die DBB-Damen dominierten eindeutig. Bundestrainer Patrick Unger wechselte munter durch, Deutschland hielt das Tempo konstant hoch. Nahezu jeder Rebound landeten in den Händen der DBB-Auswahl, die hin und wieder das Punkten etwas „vergaß“ (35:12, 14.). Das Team vom Balkan konnte einem schon etwas leid tun, zu überlegen agierten die Gastgeberinnen. Nach 15 Minuten hatte der Bundestrainer bereits alle seine zwölf Spielerinnen eingesetzt. Über 39:15 (16.) und 43:18 (18.) ging es zum Halbzeitstand von 53:20.

Unverändertes Bild auch nach der Pause: Nordmazedonien war hoffnungslos unterlegen und die DBB-Auswahl nutzte das gnadenlos aus (61:20, 24.). Das Publikum freute sich an vielen gelungenen Aktionen und feuerte ihr Team unaufhörlich an. Deutschland ließ kaum nach und gönnte den Gästen kaum ein Durchschnaufen (72:24, 28., Geiselsöder). Beim 86:30 (34.) ging es dann nur noch um die Frage, ob die „magische“ 100er-Grenze noch fallen würde (95:33, 36., Stach). Theresa Simon war es dann, die in der 39. Minute zum 100:40 traf.

„Das war heute eine tolle Teamleistung, wir konnten die Spielzeiten gut verteilen. Die Mädels haben nicht aufgehört zu spielen – die Truppe macht riesig Spaß“, sagte ein heiserer Bundestrainer. Für Deutschland spielten: Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg 1880, 2), Jennifer Crowder (flippo Baskets BG 74 Göttingen), Ama Degbeon (Pszczolka Polski Cukier AZS UMCS Lublin /Polen, 12), Luisa Geiselsöder (XCYDE Angels Nördlingen, 13), Sonja Greinacher (Arka Gdynia/Polen, 11/13 Reb.), Marie Gülich (Arka Gdynia/Polen, 16), Satou Sabally (Oregon Ducks/USA, 23), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg, 6), Theresa Simon (BC pharmaserv Marburg, 7), Emma Stach (PINKK Pécsi 424/Ungarn, 7), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg, 8).

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Immerhin schon 19 offizielle A-Länderspiele stehen in der Vita von Isaiah Hartenstein, der bis zum Juni 2020 im Kader von NBA-Klub Houston Rockets stand. Der 22-jährige Big Man (213 cm) debütierte am 5. August 2017 für die deutsche Herren-Nationalmannschaft. Das Testspiel gegen Belgien ging knapp mit 69:71 verloren, es folgte aber eine erfolgreiche Europameisterschaft (Platz sechs). Schon eine knappe Woche später erzielte Hartenstein sein bisheriges „Career High“, als er beim Turnier im russischen Kasan 13 Punkte gegen Island erzielte. 90:66 (13:20, 27:18, 23:11, 27:17) hieß es am Ende für die deutsche Mannschaft.

Defensiv hatte man zu Beginn keinen Zugriff auf die agilen Isländer (4:7, 2.). Offensiv bewegte das DBB-Team den Ball gut, traf aber noch nicht. Auch im weiteren Verlauf offenbarte Deutschland Probleme in der 1-1-Penetration, Bundestrainer Chris Fleming nahm beim 5:10 nach fünf Minuten die erste Auszeit. Deutschland suchte nach Ordnung und hängte sich hinten voll rein. Offensiv aber lief noch nicht viel zusammen, mehrere Ballverluste in Folge musste man hinnehmen. Jetzt gelangen einige schöne Spielzüge vornehmlich über Barthel. Doch man fand kein Mittel gegen die isländischen Distanzwerfer (24:31, 16.). Das DBB-Team wechselte auf Zonenverteidigung, vorne trafen Heckmann per Dreier und Thiemann: 31:33 (17.). 17 Sekunden vor dem Seitenwechsel hatte Barthel noch ein „and one“ draufgelegt: 40:36.

Zerfahren begann das dritte Viertel. Die DBB-Auswahl spielte jetzt konsequent unter den gegnerischen Korb, hatte aber auch von außen ein Erfolgserlebnis (49:40, Dreier Vargas). Nach mehreren Fehlwürfen auf beiden Seiten punktete Isaiah Hartenstein zum 51:40 (26.). Drei Ballverluste in Folge leistete sich das DBB-Team (51:44, 27.), ehe Hartenstein per „and one“ Erfolg hatte (54:44). Der Youngster war offensiv jetzt der deutsche „go to guy“ und besorgte auch das 56:46 (28.). 61:46 hieß es gar nach einem Staiger-Dreier und nach drei Vierteln war die deutsche Mannschaft auf der Siegerstraße (63:49, Tip-in Dunk Hartenstein).

Hartenstein war kaum zu bremsen und erzielte auch die ersten Punkte im Schlussviertel. Deutschland kontrollierte jetzt die Begegnung scheinbar ohne große Probleme und war auch nach 32 Minuten klar vorne (67:51, Heckmann). Mehr als verzweifelte Dreipunkteversuche fielen den Isländern in diesen Minuten nicht ein. Souverän spielten die Deutschen die Partie nach Hause und holten sich den ersten Sieg in diesem Sommer.

Isaiah Hartenstein: „Wir sind schwach gestartet, haben schlecht verteidigt und hatten viele Ballverluste. In der zweiten Hälfte hatten wir viel mehr Energie und haben alles besser gemacht. Mit meinen beiden ersten Länderspielen kann ich sicher zufrieden sein, aber ich möchte immer besser werden. Ich werde nachher zu den Coaches gehen und fragen, was ich in den kommenden Spielen besser machen muss.“ Für Deutschland spielten: Ismet Akpinar (3, ratiopharm ulm, 2 Länderspiele), Danilo Barthel (18, FC Bayern München, 16 Lsp.), Robin Benzing (15, Tecnyconta Zaragoza/ESP, 117 Lsp.), Bastian Doreth (medi Bayreuth, 70 Lsp.), Isaiah Hartenstein (13, Zalgiris Kaunas/LIT, 2 Lsp.), Patrick Heckmann (10, Brose Bamberg, 19 Lsp.), Alex King (5, FC Bayern München, 37 Lsp.), Lucca Staiger (11, Brose Bamberg, 102 Lsp.), Karsten Tadda (3, EWE Baskets Oldenburg, 66 Lsp.), Johannes Thiemann (9, MHP RIESEN Ludwigsburg, 8 Lsp.), Akeem Vargas (3, ALBA Berlin, 38 Lsp.).

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