„“Career High“: Finja Schaake und Ismet Akpinar28. Mai 2020

Eine neue Folge unserer Serie „Career High“, mit der wir auf die Karriere-Bestleistungen (Punkte) der aktuellen Damen- und Herren-Nationalspieler im DBB-Trikot zurückblicken, steht auf der Agenda. Heute stehen Finja Schaake und Ismet Akpinar im Fokus.

Finja Schaake (aktuell 61 Länderspiele) bestritt ihr erstes Damen-Länderspiel am 26. Mai 2012 in Kienbaum gegen Serbien (67:86). An gleicher Stelle schaffte sie gut fünf Jahre später am 29. Juli 2017 ihr bisheriges Career High im Nationaltrikot. 21 Punkte wurden für sie notiert, als Deutschland die Testpartie gegen Litauen knapp mit 74:76  (15:20, 16:19, 19:17, 24:20) verlor.

Die deutsche Auswahl verschlief damals die Anfangsphase fast komplett. So sah sich das Team von Bundestrainer Hermann Paar nach drei Minuten einem 0:7-Rückstand gegenüber. Nach knapp vier Spielminuten sorgte dann Schaake für die ersten Zähler für ihre Mannschaft (2:7, 4. Min.). Zusammen mit Schaake blieb Satou Sabally die einzig erfolgreiche deutsche Korbjägerinnen in den Anfangsminuten. Die Punkte der beiden Teamkolleginnen markierten das 12:15 (8. Min.). Der zweite Durchgang startete zunächst zerfahren, das DBB-Team kam nach 14 Minuten zum 21:21-Ausgleich. Die Partie blieb ein Spiel auf Augenhöhe, das auf deutscher Seite vor allem von Schaake mitgestaltet wurde. 31:44 hieß es aber dann nach 22 Minuten, ehe sich die DBB-Auswahl auf die Aufholjagd begab. Man kam heran (45:48, 27. Min.), geriet aber nach vier Minuten ohne Punkte wieder mit 45:56 in Rückstand.

Zum Auftakt der letzten zehn Minuten war es dann Stefanie Grigoleit, die zum 54:56 traf, Nadjeschda Ilmberger gelang dann Mitte des vierten Viertels der Ausgleich (58:58, 34. Min.), den Schaake und Sabally mit ihren Zweiern verteidigten (62:62, 35. Min.). Alles deutete auf ein echtes Herzschlagfinale hin. Zehn Sekunden vor dem Ende netzte Svenja Brunckhorst zum 74:74, aber die Litauerinnen hatten noch eine passende Antwort parat.

Trotz der Niederlage war DBB-Bundestrainer Hermann Paar zufrieden mit der Leistung: „Man hat zwar gemerkt, dass die Mannschaft heute müde war, aber wir haben dennoch gut als Kollektiv funktioniert. Schade, dass uns bei den einfachen Korblegern teilweise etwas die Konzentration gefehlt hat, wodurch wir diese Partie verloren haben. Es war aber dennoch eine tolle Leistung unserer jungen Mannschaft zum Auftakt“, so Paar, der auch persönlich glücklich mit den ersten beiden Länderspielen als Headcoach ist: „Mich hat es gefreut, dass ich hier als Cheftrainer aktiv sein darf und bin darauf sehr stolz.“ Für Deutschland spielten: Levke Brodersen (TV Saarlouis Royals, 6), Svenja Brunckhorst (Cadi La Seu/Spanien, 3), Svenja Greunke (BC pharmaserv Marburg, 6), Stefanie Grigoleit (TK Hannover, 7), Marie Gülich (Oregon State University/USA, 7), Laura Hebecker (TSV Wasserburg, 6), Nadjeschda Ilmberger (TV Saarlouis Royals, 8), Satou Sabally (University of Oregon/USA, 10), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg, 21), Emma Stach (Gonzaga University/USA), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg).

Ismet Akpinar hat bisher 43 Mal für die deutsche Herren-Nationalmannschaft gespielt (erstes Länderspiel am 5. August 2017 in Erfurt gegen Belgien: 69:71). Seinen bisherigen Karriere-Bestwert an Punkten stellte er gleich in zwei Spielen auf. 13 Punkte für Deutschland gelangen dem Guard sowohl am 16. September 2018 in der WM-Qualifikation in Leipzig gegen Israel (112:98, 18:21, 17:33, 27:16, 30:22, 20:6) als auch zwei Monate später am 30. November 2018 im gleichen Wettbewerb in Patras gegen Griechenland (84:92, 22:23, 13:22, 21:18, 28:29).

Dabei ist die Partie gegen Israel mit einem ganz dicken Ausrufezeichen in die Länderspielgeschichte eingegangen. Denn das Spiel war für die deutsche Mannschaft eigentlich schon verloren, wirklich nichts sprach mehr für das Team von Bundestrainer Henrik Rödl. Beginnen wir unseren Rückblick mit den letzten Szenen der regulären Spielzeit, die bis heute unvergessen sind. Nach einem Foul durch Niels Giffey waren noch 0,4 Sekunden zu spielen bei einem Punkt Rückstand (90:91) und zwei Freiwürfen für Israel. Eigentlich eine klare Angelegenheit. Aber nur eigentlich. Nachdem Nimrod Levi den ersten der beiden Freiwürfe zum 90:92 einnetzte, versuchte der Israeli den zweiten Freiwurf absichtlich daneben zu werfen, um so den Deutschen jegliche Chance auf einen möglichen Ausgleich zu nehmen. Levi traf aber nicht nur nicht den Korb, sondern verfehlte sogar den Ring. „Air Ball“, Ballbesitz Deutschland bei noch 0,4 Sekunden zu spielen. Rödl nimmt eine Auszeit, damit sein Team den Ball in der israelischen Hälfte einwerfen kann. Nach der Auszeit wirft Dennis Schröder den Ball hoch in Richtung Korb ein, Maxi Kleber löst sich von seinem Gegenspieler und kann Schröders Pass wundervoll per „Alley-Oop“ zum 92:92 Ausgleich verwandeln. Die Sirene ertönt, es gibt Verlängerung und die Halle tobt.

In der Verlängerung netzte Akpinar zu Beginn einen Dreier und war auch per Zweier erfolgreich, es war gegen deprimierte Israelis schnell alles klar. Akpinar sagte damals nach dem Spiel: „Das war eine furchtbare erste Halbzeit. Wir waren so weit hinten. Aber nach der Pause haben wir dann die Energie gefunden und vor allem immer an eine Wende geglaubt. Wir haben einfach nie aufgehört zu kämpfen und sind am Ende – wenn auch glücklich – dafür belohnt worden.“ Auch der Bundestrainer fand kaum passende Worte: „Unglaublich! Das Spiel hatte Israel schon gewonnen. Es spricht einmal mehr für den Charakter meines Teams, dass sie diese Partie noch umgebogen hat. In der ersten Hälfte waren wir mental einfach nicht bereit und haben Israel aufgebaut. Wir haben den Ball nicht gut bewegt und kaum etwas von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Es ist schwer zu glauben, dass uns die Wende noch gelungen ist, aber wir haben in der Qualifikation häufiger zurückgelegen und immer wieder einen Weg zurück in die Spiele gefunden. Von diesem Spiel werden wir noch lange reden. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und sehr dankbar, dass meine Spieler immer bereit sind, alles für die Nationalmannschaft zu geben.“ Für Deutschland spielten: Ismet Akpinar (ratiopharm ulm, 13), Danilo Barthel (FC Bayern München, 11), Robin Benzing (Besiktas Istanbul/TUR, 24), Bastian Doreth (medi Bayreuth), Niels Giffey (ALBA BERLIN, 5), Maximilian Kleber (Dallas Mavericks/USA, 13), Andreas Obst (Monbus Obradoiro/ESP, 8), Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder/USA, 30/13 Ass.), Karsten Tadda (EWE Baskets Oldenburg), Johannes Thiemann (ALBA BERLIN, 2), Johannes Voigtmann (Saski Baskonia/ESP), Maik Zirbes (Roter Stern Belgrad/SRB, 6).

Im Spiel in Griechenland erwischte es die deutsche Herren-Nationalmannschaft in den World Cup Qualifiers erstmals. Schon vor dem Spiel war durch die Niederlage der Serben in Israel klar, dass Deutschland für die WM 2019 in China qualifiziert war. Offensiv ganz stark begannen die DBB-Korbjäger, vor allem Akpinar überzeugte (10:4, 2.). Topscorer Benzing (27 Punkte) strotzte nur so vor Selbstvertrauen und beim 22:11 für die Gäste musste Griechenland eine erste Auszeit nehmen (7.). Erst Johannes Thiemann brachte nach insgesamt 20 unbeantworteten Punkten der Griechen wieder Zähler für das DBB-Team auf die Anzeigetafel (24:31). Zum Seitenwechsel lag die DBB-Auswahl deutlich im Hintertreffen (35:45).

Nach drei Vierteln lag ein deutscher Erfolg zumindest wieder im Bereich des Vorstellbaren (56:63). Maik Zirbes besorgte das 70:73 (35.), die Halle wachte jetzt auf und unterstützte ihr Team lautstark. Niels Giffey „tanzte“ das 74:78 in den gegnerischen Korb, aber hinten fehlten jetzt einige Male die Stops. Das DBB-Team steckte nicht auf, letztlich wurde den Deutschen aber auch die Schwäche von der Dreierlinie zum Verhängnis. Akpinar meinte anschließend: „Wir haben am Anfang richtig gut gespielt und viel von dem richtig gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Dann hat uns der lange Negativlauf getroffen, aber wir haben uns zurückgekämpft und nie aufgegeben. Wir hatten große Probleme mit Bourousis, den wir nicht in den Griff bekommen haben.“

Henrik Rödl: „Glückwunsch an den griechischen Coaching Staff, der das Team sehr gut eingestellt hat. Griechenland hat den Sieg verdient, aber beide Teams haben gezeigt, warum sie an der Spitze der Tabelle stehen. Beide wissen, wie man Basketball spielt. Bourousis ist ein Problem für jeden Gegner, heute leider auch für uns. Außer der schlechten Phase Ende des ersten und Anfang des zweiten Viertels haben wir gut gespielt und hätten das Spiel mit etwas mehr Wurfglück am Ende auch ganz eng gestalten können.“ Für Deutschland spielten: Andreas Seiferth (medi bayreuth), Niels Giffey (ALBA BERLIN, 9), Ismet Akpinar (ratiopharm ulm, 13), Karsten Tadda (EWE Baskets Oldenburg, 3), Tim Schneider (ALBA BERLIN), Robin Benzing (Besiktats Istanbul/TUR, 27), Bastian Doreth (medi bayreuth, 2), Philipp Herkenhoff (SC RASTA Vechta), Johannes Thiemann (ALBA BERLIN, 14), Maik Zirbes (Roter Stern Belgrad/SRB, 10), Karim Jallow (MHP RIESEN Ludwigsburg), Andreas Obst (Monbus Obradoiro/ESP, 6).

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