„“Career High“ – Ama Degbeon und Danilo Barthel25. Mai 2020

Heute geht es weiter mit unserer Serie „Career High“, mit der wir auf die Karriere-Bestleistungen (Punkte) der aktuellen Damen- und Herren-Nationalspieler im DBB-Trikot zurückblicken. Heute sind Ama Degbeon und Danilo Barthel an der Reihe.

Ama Degbeon hat bisher 31 Mal offiziell für Deutschland gespielt. 2013 absolvierte sie ihre erstes Länderspiel und am 8. August 2018 schaffte sie ihren bisherigen Bestwert im Nationaltrikot. Es war ihr 24. Auftritt in den deutschen Farben, ein Testspiel in Amsterdam gegen die Niederlande. Das Spiel ging mit 63:79 (23:21, 17:16, 15:26, 8:16) verloren, Degbeon erzielte 20 Punkte und war die Topscorerin im deutschen Team.

Gegen die eingespielten Gastgeberinnen, die ihr Team bereits seit rund vier Wochen und damit deutlich länger beisammen hatten, offenbarte Deutschland anfangs Probleme (2:8, 2.), die aber schnell abgelegt wurden. Anschließend agierten die DBB-Damen geduldig, passten aber bisweilen nicht gut genug auf den Ball auf. Eine starke Phase führte mit einem 10:0-Lauf zum 20:12 nach neun Minuten (Dreier Greinacher). Im zweiten Viertel erhöhte die Niederlande den Druck in der Defense und übernahm kurzfristig die Führung (25:28, 12.). Aber Deutschland erholte sich schnell und hatte anschließend wieder viele starke Szenen. Satou Sabally traf einen Dreier zum 34:28 und die ganz starke Degbeon besorgte kurz darauf das 36:30 (16.). Bis zur Halbzeitpause hinterließ die DBB-Auswahl insgesamt einen starken Eindruck (40:37), besonders das Duo Degbeon/Sabally. Einzig die 13 Ballverluste waren eindeutig zu viel.

Nach dem Seitenwechsel ließen die DBB-Damen einige Minuten lang die letzte Spannung vermissen. Die Niederlande nutzte das aus und war nach 23 Minuten wieder vorne (42:46). Brunckhorst, Greinacher und Degbeon holten die Führung noch ein letztes Mal zurück (47:46, 24.), aber dann waren die Niederländerinnen am Zuge. Offensiv waren die Gäste insgesamt nicht zwingend genug und fanden keinen Rhythmus mehr. Nach drei Vierteln hieß es 55:63. Im Schlussviertel bekamen beide Teams lange Zeit nicht viel zusammen. Degbeon machte mit dem 58:65 in der 33. Minute Hoffnung, Emma Stach mit dem 60:67 (36.). Aber beim 60:71 in der 38. Minute sah alles nach einem Sieg der Niederlande aus, das 62:74 durch einen Dreier zweieinhalb Minuten vor dem Ende war dann die endgültige Entscheidung.

Für Deutschland spielten: Marie Bertholdt (BC pharmaserv Marburg), Levke Brodersen (Sheffield Hatters/GBR), Svenja Brunckhorst (TSV Wasserburg, 8), Ama Degbeon (Udominate Basket Umea/SWE, 20), Sonja Greinacher (Basket 90 Gdynia/Polen, 7), Svenja Greunke (Toulouse Metropole Basket/FRA, 1), Laura Hebecker (TSV Wasserburg, 6), Inken Henningsen (TK Hannover), Satou Sabally (Oregon Ducks/USA, 15), Finja Schaake (BC pharmaserv Marburg), Emma Stach (Rutronik Stars Keltern, 2), Stephanie Wagner (BC pharmaserv Marburg), Alexandra Wilke (BC pharmaserv Marburg, 4).

Bereits 52 offizielle Länderspiele hat Danilo Barthel für Deutschland absolviert. Und trotz seiner Karrierebestleistung wird er sich an das EM-Qualifikationsspiel am 10. September 2016 im dänischen Naestved ganz sicher nur sehr ungern erinnern. Denn was damals kaum jemand für möglich gehalten hatte, war passiert: Deutschland hatte in Dänemark nach dreimaliger Verlängerung mit 102:106 (18:16, 19:32, 19:14, 17:11, 11:11, 8:8, 10:14) verloren und geriet in der später erfolgreich zum Abschluss gebrachten EM-Qualifikation gewaltig unter Druck. Da werden Barthel auch seine 26 Punkte kaum getröstet haben.

Es war ein nervenaufreibendes Spiel in Dänemark, in dem der klare Außenseiter im zweiten Viertel „Blut leckte“ und sich die seltene Siegeschance letztlich nicht nehmen ließ. Zwei Dreier von Voigtmann brachten anfangs das 12:9 (5.), aber Dänemark spielte ohne jeden Druck spürbar frei auf. Deutschland fand offensiv keinen Rhythmus, führte dennoch nach dem ersten Spielabschnitt (18:16.). Dänemark übernahm beim 23:24 die Führung (13.). Deutschland wirkte gehemmt, während die Dänen ihre Chance witterten (25:28, 14.). Die deutschen Würfe kamen nur zaghaft und fielen nicht, bei Dänemark klappte fast alles. Das oft zitierte Momentum war eindeutig beim Underdog, der mit einem 11:0-Lauf zweistellig in Führung ging (25:35, 15.).

Erst im dritten Viertel wurde die Körpersprache der Deutschen eine andere. Der unbedingte Wille das Spiel zu drehen war zu spüren (51:54, Zipser, 26.). Wieder konnte Dänemark sich befreien, weil eine ganze Serie von deutschen Dreiern das Ziel verfehlte und hinten die Lücken einmal mehr zu groß waren (51:59, 28.). Der Start in das Schlussviertel war geprägt von deutschen Stopps, aber auf der anderen Seite auch von vergebenen Distanzwürfen (58:62, 33.). Es war jetzt ein reines Nervenspiel (64:67, Benzing, 36.), in dem Dänemark immer noch zu leicht zu Punkten kam. Ein Dreier von Zipser zum 73:73 bedeutete die erste Verlängerung.

Dort war es Barthel, der kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Zeit zum 84:84-Ausgleich traf, das Spiel ging in die zweite Verlängerung. Deutschland ging durch Barthel 90:84 in Führung (48.), man schien endlich auf der Siegerstraße. Doch noch hatte Dänemark nicht aufgegeben und kam erneut zum Ausgleich: 92:92: Verlängerung Nummer 3! Ein Dreier aus neun Metern fand den Weg in den deutschen Korb, Benzing konterte ebenfalls von weit draußen: 95:95, (52.). Dänemark netzte einmal mehr zwei Freiwürfe, und kurz später einen mehr als glücklichen Dreier. 95:100 (54.). Beim 95:102 gut eine Minute vor dem Ende war die Partie gegen Deutschland gelaufen.

Ein enttäuschter Bundestrainer Chris Fleming meinte damals: „Wir haben etwas unsicher, aber eigentlich recht ordentlich begonnen, die Dänen haben allerdings von Beginn an schwierige Würfe getroffen. Im zweiten Viertel haben wir dann unsere Köpfe verloren. Nach der Pause haben wir enormen Kampfgeist gezeigt, aber das war nicht genug. Die Wurfsicherheit hat heute gefehlt, viele offene Würfe gingen daneben. An unserer Lage hat sich aber nicht viel geändert, mit zwei Siegen kommen wir zur EM. Da bringt es nichts jetzt lange zu jammern.“ Für Deutschland spielten: Makai Mason (Yale University/USA), Akeem Vargas (ALBA Berlin), Maodo Lo (Brose Bamberg, 16), Niels Giffey (ALBA BERLIN, 5), Daniel Theis (Brose Baskets, 9), Robin Benzing (CAI Saragossa/ESP, 15), Bastian Doreth (medi Bayreuth), Paul Zipser (Chicago Bulls/USA, 11), Danilo Barthel (FC Bayern München, 26), Johannes Thiemann (MHP RIESEN Ludwigsburg), Patrick Heckmann (Brose Bamberg), Johannes Voigtmann (Kutxa Laboral Vitoria/ESP, 20).

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