Interview Luisa Geiselsöder28. Oktober 2019

Jubel und Enttäuschung liegen auch in der Karriere unserer heutigen Gesprächspartnerin Luisa Geiselsöder dicht beieinander. Die frisch in die A-Nationalmannschaft berufene Centerin (EM-Qualifikation Deutschland – Nordmazedonien, Do., 14. November 2019, 19.00 Uhr, Nördlingen) holte mit den U16-Mädchen 2016 EM-Silber, zwei Jahre später mit den U18-Mädchen gar EM-Gold, musste im vergangenen Sommer mit den U19-Damen bei der WM in Thailand eine Enttäuschung erleben und mit den U20-Damen bei der EM gar den Abstieg in die Division B hinnehmen. Jetzt geht es für die 19-Jährige wieder „aufwärts“, denn erstmals wurde sie von Bundestrainer Patrick Unger in den Kader der Damen-Nationalmannschaft nominiert und kann im Idealfall ihr Debüt vor „eigenem“ Publikum in Nördlingen feiern. Denn dort spielt die 192 cm große Akteurin in der DBBL bei den XCYDE Angels bereits eine tragende Rolle. Wir haben mit ihr gesprochen:

Luisa, A-Nationalmannnschaft Damen! Wie hast Du davon erfahren, dass Du dieses Mal dabei bist?
Der Bundestrainer Patrick Unger hat mich natürlich angerufen und war auch in Saarlouis, als wir dort gespielt haben. Da hat er mit mir gesprochen und mir gesagt, dass ich auf jeden Fall für den 24er-Kader nominiert werde. Dann hat er mich später angerufen und mir mitgeteilt, dass ich für den Lehrgang nominiert bin.

Was war das für ein Gefühl für Dich? Du bist ja nicht gerade unerfahren, was Nationalmannschaft angeht, aber A-Damen ist dann schon noch einmal etwas anderes, oder?
Genau! Das ist schon etwas ganz besonderes für mich, zumal das Spiel gegen Nordmazedonien ja auch in Nördlingen stattfindet.

Wie gehst Du da ran, was hast Du Dir vorgenommen?
Ich gehe da ran, wie bisher an jede Nationalmannschafts-Maßnahme im Nachwuchs. Ich will mich da nicht so unter Druck setzen und mega-viel von mir erwarten. Ich will einfach mein Spiel spielen, das machen, was ich gut kann, z.B. Post-Moves. Ich möchte konzentriert sein und nicht so mega-aufgeregt: Nationalmannschaft, mein erstes Spiel, Oh Gott oh Gott …. (lacht) Ich werde natürlich aufgeregt sein, aber ich will trotzdem mein Ding machen.

Du bist ja mindestens seit 2014 im Sommer immer mit einer Nationalmannschaft unterwegs. Was bedeutet es für Dich für Deutschland zu spielen?
Es ist natürlich eine große Ehre, sein Land vertreten zu dürfen und es macht immer mega-Spaß. Ich bin und war immer sehr stolz, den Adler auf der Brust zu tragen. Man kann den anderen Nationen immer wieder zeigen, wie gut wir eigentlich sind!

Was ist Deiner Meinung nach mit der deutschen Mannschaft in der EM-Qualifikation möglich?
Ich glaube, dass wir auf jeden Fall unter die ersten Zwei in der Gruppe kommen können. Ich glaube sogar, dass wir uns für die EM qualifizieren können.

Du spielst ja auch eine tragende Rolle in der DBBL bei Nördlingen. Was sind da Deine Ziele für diese Saison?
Auf jeden Fall, dass wir als Team unter die Top sechs kommen, das können wir erreichen, da wir sehr gut als Team spielen. Wer weiß, vielleicht kommen wir sogar unter die Top drei. Individuell möchte ich mich weiterbilden und weiterentwickeln, aber das Hauptziel ist es, mit dem Team so weit wie möglich zu kommen.

Du hast ja sicher auch weitergehende Ziele. Wie sieht Deine Planung für die Zukunft aus, wo möchtest Du mal hin im Basketball?
Im nächsten Jahr möchte ich auf jeden Fall ins Ausland. Vielleicht schaffe ich es sogar in die Euroleague Women, das wäre so mein größtes Ziel.

Im Hinterkopf schon einmal an die WNBA gedacht?
Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Da muss ich wohl erst einmal ein paar andere Schritte machen (lacht). Der Schritt nach Europa oder in die Euroleague wird schon sehr groß sein, da mache ich lieber eins nach dem anderen.

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